Mit Angebot durchgeschlüpft

Wollten die Fischereirechte am Möserer See: GV Angelika Mader

Fischerrechte am Möserer See bleiben nicht in Telfs

Wie die RUNDSCHAU exklusiv berichtete, hat sich eine Telfer Bietergemeinschaft, bestehend aus vier OppositionsmandatarInnen, beim Marktgemeindeamt um die Fischereirechte im gemeindeeigenen Möserer See beworben. Der Gemeindevorstand hat die Rechte nun an den Tiroler Fischereiverband vergeben. Bürgermeister Christian Härting sagt, dass bei der Vergabe keine politischen Hintergründe dahinterstecken.

Die Fischereirechte für den Möserer See wurden heuer im April neu ausgeschrieben – vorerst für die nächsten fünf Jahre. Zwei Angebote langten im Marktgemeindeamt ein: Eines vom Tiroler Fischereiverband und ein zweites von den Telfer OppositionsmandatarInnen GV Angelika Mader (VP), GR Vinzenz Derflinger (VP), GR Norbert Tanzer (PZT/SPÖ) und GR Herbert Klieber (BL), die sich zu einer Bietergemeinschaft zusammengeschlossen haben.
Für die Vergabe ist der Gemeindevorstand zuständig und der hat nun in einer Sitzung den Zuschlag dem Tiroler Fischereiverband erteilt. „Der Fischereiverband hat für die Fischereirechte mehr Geld geboten als die Bietergemeinschaft. Vom Konzept her, wie die Fischerei am Möserer See künftig betrieben werden soll, gab es keinen großen Unterschied“, erklärt Bürgermeister Christian Härting. Er betont auch, dass hinter der Vergabe kein Politikum stecke und dass es einen Bau von Nebenanlagen am See nicht brauche. „Die Idylle soll erhalten bleiben. Ein Ausbau der Infrastruktur brächte nur mehr Besucher und damit auch Parkplatzprobleme“, so Härting. Den Trumpf um das Fischereirecht am Möserer See hat derzeit noch Härtings Amtsvorgänger RA Stephan Oppperer im Ärmel. Er ist nämlich im Genuss eines Vorpachtrechtes und überlegt derzeit noch.

Von der Bietergemeinschaft erreichte die RUNDSCHAU folgende Stellungnahme: „Als Telfer Bürger und Gemeindemandatare tut es uns leid, dass die Fischerei an Auswärtige vergeben wurde. Mit unserem Projekt sollte die Fischerei nicht mehr einer elitären Gruppe vorbehalten, sondern für die breite Bevölkerung und ganz speziell den Telfern selbst offen stehen. Zudem sollte Fisch vom Möserer See als regionales Produkt etabliert werden. Von uns Telfern müssen für den Seekauf zwei Millionen Euro zurückbezahlt werden, so dass unserer Überzeugung nach uns auch die Nutzung zusteht. Ein Betrag eines auswärtigen Mehrbieters über 1.100 Euro im Jahr kann daher sicher nicht ausschlaggebend sein. Für Projekte der mehrheitsbildenden ,Wir für Telfs‘-Gruppierung, wie zum Beispiel beim Monatsmarkt, werden jährlich 150.000 Euro budgetiert, für eine Verkehrsstudie schnell und unkritisch 112.000 Euro locker gemacht. Aus unserer Sicht hat im Gemeindevorstand der Ideenneid durchgeschlagen und hat die mehrheitsbildende Fraktion ,Wir für Telfs‘ klar zum Ausdruckgebracht, dass die Eigeninteressen mehr zählen als die Interessen der Bürger selbst!“