Mobil vor stationär

Sie präsentierten die Evaluierung des Strukturplanes Pflege im Bezirk Reutte: Bgm. Hanspeter Wagner, BH Katharina Rumpf, Bgm. Martin Schädle, LTP Sonja Ledl-Rossmann, LR Bernhard Tilg, Kathrin Eberle, Sozialabteilung Land Tirol und Bgm. Heiner Ginther (v.l.). RS-Foto: Schretter

Zwischenergebnisse der Evaluierung des Strukturplanes Pflege für den Bezirk Reutte präsentiert

Eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Versorgung im Bezirk ist die Zielsetzung des Strukturplanes Pflege 2012 bis 2020. Im heurigen Jahr stand die Evaluierung des Strukturplanes an, die am Mittwoch, dem 17. Oktober, präsentiert wurde.

Der Präsentation des Evaluierungsergebnisses war eine Bürgermeisterkonferenz mit BH Katharina Rumpf vorangegangen.
Beim anschließenden Pressegespräch lobte LR Bernhard Tilg – übrigens der einzige Nicht-Außerferner am Tisch – die hervorragende Arbeit, die im Bezirk Reutte zum Thema Pflege bislang geleistet wurde. „Der Strukturplan Pflege wurde 2012 entwickelt, um die Pflege in Tirol auf allen strategischen Linien gut voranzubringen. Wir sind schon weit gekommen. Die nun durchgeführte Evaluierung war schon 2012 für die Jahre 2017/2018 festgesetzt worden. Wir haben Informationen und Zustandsbilder aus allen Bezirken zusammengetragen, diese den Sommer über ausgewertet und sind nun seit September auf Bezirkstour“, erklärt LR Tilg.
„Mobil vor stationär“ ist nach wie vor der Tenor des Pflege-Strukturplanes. Das Leistungsangebot für pflegebedürftige Menschen zu Hause und in den Heimen wird nachhaltig ausgebaut, die notwendige Pflege in bestmöglicher Qualität – mobil wie stationär – soll für alle Tiroler gewährleistet sein.
Das Land Tirol unterstützt mit seiner Pflegepolitik aber nicht nur Pflegebedürftige und deren Angehörige, sondern ist auch sehr bemüht, die Rahmenbedingungen für den Pflegeberuf anzupassen und zu verbessern. „In allen sieben Pflegeschulen des Landes sind die Schülerzahlen rückläufig. Wir werden daher mit einer tirolweiten Imagekampagne für Schulen und die Zivilgesellschaft starten. Auch für Wiedereinsteiger soll der Pflegeberuf attraktiviert werden“, nennt LR Bernhard Tilg eine weitere Komponente des Strukturplanes. An der Umsetzung tirolweit einheitlicher Gehaltssysteme für Pflegekräfte werde bereits gearbeitet. 2020 soll diese Maßnahme in Kraft treten. Auch sollen Pflegekräfte in Betreuungseinrichtungen, Pflegeheimen und Sprengeln denen in Krankenhäusern finanziell gleichgestellt werden. Angedacht wird auch eine Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen, die im Ausland erworben wurden. Außerdem soll der Pflegeberuf als Mangelberuf gestuft werden.
Ab 2020 soll es zudem einen einheitlichen Tarif für alle Tiroler Heime mit einem Grundtarif für Wohnen, Verpflegung und einem nach Pflegestufe gestaffelten Pflegeaufschlag geben.
LTP Sonja Ledl-Rossmann betont die Wichtigkeit der Übergangspflege. „Bedarfsgerecht für Betroffene und Angehörige“ sei ein weiteres wichtiges Schlagwort. Die Evaluierung zeige deutlich, dass ein guter Weg beschritten wird, der auch in Zukunft weiter verfolgt werden wird.

Planungsverbände.

Auch Vertreter der Planungsverbände – Bgm. Martin Schädle, Planungsverband Tannheimer Tal, Bgm. Heiner Ginther, Planunsverband Oberes Lechtal und Bgm. Hanspeter Wagner, Planungsverband Reutte und Umgebung – waren beim Pressetermin anwesend.
Martin Schädle berichtete, dass in Grän eine Arztpraxis geplant sei. Zudem seien in der Gemeinde fünf bis sechs Tagespflegeplätze für den gesamten Planungsverband vorgesehen. „Pflege nahe am Wohnort ist wichtig, darüber herrscht im Planungsverband Tannheimer Tal große Einigkeit. Mit den vorgelegten Plänen habe ich offene Türen eingerannt“, so Bgm. Schädle. Heiner Ginther, Bürgermeister in Elmen und Obmann des Planungsverbandes Oberes Lechtal, bezeichnet Pflege als ein Thema der Zukunft. Sein Planungsverband umfasst 14 Gemeinden mit nur 5000 Einwohnern. „Gerade für und im Lechtal ist das bezirksweite Denken besonders wichtig. Auch im Lechtal steigt der Bedarf an Pflegeeinrichtungen. Ich bin im Gespräch mit allen Gemeinden, das Wissen um die bezirksweite Ausrichtung der Pflegethematik ist für diese Arbeit essentiell“, spricht Ginter für seinen Planungsverband.
Der Breitenwanger Bürgemeister Hanspeter Wagner vertritt die Region Reutte und Umgebung und weist auf die erfreulichen Zahlen für den Bezirk hin.
Eine Erweiterung der Kapazitäten sei jedoch nötig und möglich. „Dazu müssen die Planungsverbände zusammenarbeiten. Wir müssen gemeinsam gute Lösungen für den Bezirk suchen und finden“, betont er. Das Pflegepersonal leistet sehr viel gute Arbeit, das zeigt zum Beispiel die sehr positive Entwicklung des SGS. Dennoch sei die Ausbildung ein wichtiges Thema; der Anreiz, den Pflegeberuf zu erlernen und auszuüben, muss geschaffen werden.

Ziel 2020.

LR Tilg erklärt abschließend, dass nun die Bürgermeister mit den Bezirkshauptleuten beraten und bis 5. November ihre Rückmeldung an das Land weiterleiten. Die Zahlen aus allen Bezirken werden zusammengetragen und Beratungen in allen Gremien – bei Land und Gemeinden – folgen. Noch im November sollen die entsprechenden Beschlüsse gefasst sein, dann kann in den Bezirken gearbeitet werden. „Ich glaube an ein flottes Eintakten, denn alles, was bereits in den Bezirken passiert ist, stimmt mich sehr positiv“, so der Landesrat.