Mötz/Silz schafft Klassenerhalt und jubelt

Tirol Liga-Derbys zwischen Imst und Mötz/Silz wird es auch in der kommenden Meisterschaft geben. RS-Fotos: Unterpirker

Imst unterliegt bei Wörgl mit 4:7 – Schönwies/Mils muss absteigen

(upi/BF) Spannung pur war in den letzten Runden der Tirol Liga hinsichtlich des Abstiegskampfes angesagt – während Schönwies/Mils nach einem Jahr in der höchsten Tiroler Spielklasse wieder in die Landesliga West absteigt, darf sich Mötz/Silz über eine weitere Meisterschaft ganz oben freuen. Vor allem, dass die SPG es aus eigener Kraft schaffte, sorgt bei Trainer Aleks Matic für beträchtlichen Stolz. Imst blickt nach nicht geschafften Zielvorgaben – ein Platz unter den ersten Fünf wurde vor Saisonstart ausgegeben – auf eine in mancherlei Hinsicht bescheidene Meisterschaft zurück. Die Ansprüche bei den Gurgltalern sind freilich andere.

SV WÖRGL – SC SPARKASSE FMZ IMST, 7:4 (3:0). Tore für Imst: Florian Patterer (57.), Rene Prantl (61., 93.) und ein Eigentor. „In den ersten 20 Minuten hätten wir 3:0 führen müssen“, blickt Imst-Coach Franco Böhler auf den Schlussakkord in der Tirol Liga bei Wörgl zurück. Rene Prantl und Nino Venier verzeichneten in dieser Phase drei Top-Möglichkeiten, eingeschlagen hat es in Folge aber auf der Gegenseite. „Ein blödes Tor und zwei Diagonalbälle, wo sie etwas geschlafen haben“ – und schon lagen die Gurgltaler mit 0:3 zurück. Ein Rückstand, der die Böhler-Elf, die beim Meister „mit dem letzten Aufgebot“ antrat, aber trotzdem nicht gänzlich aus der Bahn warf – im Gegenteil: Florian Patterer, Prantl sowie ein Eigentor brachten den zwischenzeitlichen und nicht unverdienten 3:3-Ausgleich. „Wir haben eigentlich so gespielt wie vor der Pause, nur haben wir hinten weniger Fehler gemacht – und vorne zudem die Tore.“ Sogar Chancen auf die Führung hätte man im Anschluss vorgefunden (u.a. durch Prantl, Anm.), „die Wörgler Defensive war ebenfalls nicht so gut.“ Die letztendlich deutliche Niederlage resultierte aber aus erneuten „Unkonzentriertheiten, und vielleicht hat den Jungs auch ein bisschen die Kraft gefehlt.“ Franco Böhler, der beim Verein ab sofort die Agenden des sportlichen Leiters übernimmt, gibt nun das Trainer-Zepter wieder ab – wie schaut das Saison-Resümee aus? „Wir haben gut angefangen, hatten aber auch Probleme aufgrund der zu geringen Kadergröße – vor allem, wenn es gesperrte oder verletzte Spieler gab.“ Ein paar von ihnen hätten sich nur mehr „durchgeschleppt, sie hätten eigentlich nicht mehr spielen dürfen.“ Ein Highlight für ihn als Trainer sei das Spiel in Schönwies gewesen, sportlich aber war es „eine durchwachsene Saison.“ Dafür sei die Mannschaft zusammengewachsen „und eine Einheit geworden.“ Die Mannschaft sei immer „mit Spaß zum Training gekommen und die älteren Spieler haben die Jungen mitgezogen.“ Mancher habe allerdings noch nicht Tirol Liga-Level erreicht. „Aber auch ich muss noch viel lernen, das Niveau in dieser Liga ist ganz anders. Taktisch muss man da schon viel mehr auf Zack sein“ – und auch das Training erfordere ein Umdenken. In Imst wünscht man sich indessen einen positiveren Support von den Rängen. „Ich bedanke mich bei den Fans – aber wir müssen schauen, dass es nicht zu viel ausartet.“

SV VÖLS – SPG TERNA MÖTZ/SILZ, 2:2 (0:0). Tore für Mötz/Silz: Oleg Weber (83.), Stefan Bratusek (91.). „Das ist historisch für unseren Verein! Wir haben es aus eigener Kraft geschafft und sind nun im fünften Jahr in der Tirol Liga“, jubelt Aleks Matic nach dem geschafften Klassenerhalt. „Ich gratuliere und bedanke mich bei unseren Spielern, aber auch beim Verein, dem alten und neuen Vorstand sowie Max Heinz (SV Silz-Präsident, Anm.) und Herbert Staudacher (bisheriger SPG-Co-Trainer) – und schlussendlich bei unseren Fans, die unglaublich sind“, so der SPG-Trainer, der anfügt: „Ich bin stolz, dass ich bei Mötz/Silz Trainer bin!“ Überglücklich sei er nun – und dann ging es ab in den wohlverdienten Urlaub – u.a. in sein Heimatland Kroatien. Das Spiel seiner Mannschaft gegen Völs war indessen einmal mehr geprägt von Nervosität, aber dank der hervorragenden Einsatzbereitschaft des Teams stand am Ende des Tages noch ein Remis zu Buche. Bemerkenswert dabei: Stefan „Jack“ Bratusek erzielte in seinem letzten Spiel für die Spielgemeinschaft den Ausgleich in der Schlussminute. Kann es einen schöneren Abschied geben? „Das war einfach super! Er ist nach dem Treffer gleich zu mir gelaufen und wir haben uns gemeinsam mit allen Spielern über dieses Tor und diesen Moment gefreut!“ Mit dabei in Kematen seien rund 200 SPG-Anhänger gewesen – und diese wurden von ihrem Team nicht enttäuscht.

FG ULMER HÜTTE SCHÖNWIES/MILS – SV MATREI, 0:1 (0:1). Nach einem Jahr in der Tiroler Liga ist dieses Fußball-Abenteuer zu Ende, geht es für die Kregar-Truppe wieder zurück in die Landesliga West. „Kein Beinbruch“, so FG-Obmann Christian Matt. „Ich denke, wir haben eine gute Figur abgegeben. Es hat halt nicht gereicht.“ Schon die äußeren Bedingungen waren nicht die besten an diesem Freitagabend am Schönwieser Sportplatz. Ein kräftiger Platzregen kurz vor Anpfiff schaffte tiefe, rutschige Bodenverhältnisse: Ausgerutscht dabei – die FG-Kicker! Ein Tor des Matreiers Unterwurzacher aus der 27. Minute entschied diese Partie. „Das Match war nicht gerade ein Hingucker, stand auf mäßigem Niveau“, gestand FG-Obmann Christian Matt. „Wieder einmal war das Chancenplus auf unserer Seite, wir konnten aber keine einzige nutzen.“ Es sei schon vor dem Anpfiff gegen die Matreier (der Vorletzte holte 18 Punkte aus neun Runden) klar gewesen, dass der Klassenerhalt nur mehr auf dem Papier stand. „Aber am Ende ist das für uns kein Beinbruch. Es war eine tolle Erfahrung und ich denke, wir haben durchaus eine gute Figur abgegeben. In dieser Liga werden Fehler beinhart bestraft. Es hat Spiele gegeben, wo wir an unserer Chancenverwertung gescheitert sind. Aber das hängt auch mit einer gewissen Routine zusammen, die uns sicherlich gefehlt hat“, so der Obmann. 31 Punkte erspielte sich die Kregar-Truppe aus acht Siegen, sieben Remis, bei 15 Niederlagen. „Jetzt freuen wir uns auf die Landesliga mit super Derbys“, ist Matt gedanklich schon bei den Duellen mit Zams, Prutz oder Pitztal in der neuen Saison.

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.