Murenabgang in Strengen

Beim Murenabgang wurden mehrere Häuser beschädigt. RS-Foto: Wechner

Bundesstraße bis zu drei Meter hoch verschüttet

Am Samstagabend, dem 31. August, ging in Strengen eine gewaltige Mure ab. Drei Wohnhäuser wurden beschädigt, eine Tischlerei gänzlich zerstört. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Zudem kam es auch in anderen Gemeinden zu Murenabgängen.

 

Von Markus Wechner

 

Nach starken Regenfällen am Samstag kam es in Strengen im Ortsteil Klaus zu einem riesigen Murenabgang. Durch das Dawintobel und dem darin eingebetteten Dawinbach wurden enorme Massen an Gestein und Schlamm ins Tal befördert, darunter teilweise auch große Felsbrocken. Die Mure verschüttete die B171 auf einer Breite von 70 Metern rund zwei bis drei Meter hoch. Drei Wohnhäuser in unmittelbarer Nähe des Baches wurden dabei beschädigt. Während bei einem Haus Garagentore eingedrückt wurden, wurde bei einem anderen Haus das Nebengebäude beschädigt. Ein drittes Haus wurde von herabfallenden Teilen von der Straße am Dach getroffen. Zudem wurde ein seit mehreren Jahren stillgelegtes Tischlereigebäude, welches bereits seit über hundert Jahren bestand, gänzlich zerstört, was das Ausmaß des Muren-ereignisses treffend nachzeichnet.

 

Personen evakuiert. Nach anhaltenden Regenfällen am Samstagnachmittag kam es um kurz nach 18 Uhr zum Murenabgang, der die B171 unter sich begrub. Diese war zu jenem Zeitpunkt nicht gesperrt, da man nicht mit einer Naturkatastrophe diesen Ausmaßes rechnete. Gleich nach dem Unglück wollte man sich mittels eines Erkundungsfluges über die Zustände und somit auch über eventuell weitere bevorstehende Gefahren am oberen Teil des Tobels informieren. Da das Wetter dies nicht zuließ, wurden zwölf Personen vorsorglich evakuiert und bei Verwandten oder in einem Hotel untergebracht. Der Verkehr wurde über die Arlberg Schnellstraße umgeleitet. Glücklicherweise kam es zu keinem Personenschaden.

 

Aufräumarbeiten. Der ausstehende Erkundungsflug wurde Sonntagfrüh mit dem in Innsbruck stationierten Landeshubschrauber unternommen. Mit dabei waren Bürgermeister Harald Sieß und ein Experte der Wildbach- und Lawinenverbauung. Danach konnte vorerst Entwarnung gegeben und die Evakuierung aufgehoben werden. Mit den aufwändigen Aufräumarbeiten wurde bereits am Sonntag, in Absprache mit der Wildbach- und Lawinenverbauung, begonnen. So waren am Sonntag drei Bagger, zwei Radlader und sechs Lkws im Dauereinsatz. Auf die Frage der RUNDSCHAU, ob mit Blick auf die nächs-ten Tage und eventuellen weiteren Regen- und Gewitterschauern Angst bezüglich eines neuerlichen Murenabganges herrsche, äußerte sich Bürgermeister Sieß am Sonntag dahingehend, dass natürlich noch eine gewisse Angst vorhanden sei, da man nicht hundertprozentig Entwarnung geben könne. So müsse man hoffen, dass es nicht hageln und sich die Situation beruhigen werde. Dennoch blicke er positiv auf die kommenden Tage.

 

Muren auch in anderen Gemeinden. Eine weitere Mure ging etwa zur selben Zeit im Gemeindegebiet von Grins aus Richtung Parseier über den Grinner Mühlbach ab. Das neu errichtete Auffangbecken im Bereich Gurnau wurde ca. bis zur Hälfte gefüllt. Die B171 wurde vorsorglich gesperrt. Hier musste weder ein Sach- noch ein Personenschaden verzeichnet werden. Auch im Gemeindegebiet von Schönwies kam es am Sonntag zu einem Murenabgang. Aufgrund der starken Regenfälle wurde Gesteinsmaterial gelöst, welches als Mure über die Gemeindestraße abging. Hierbei wurden ebenfalls keine Personen verletzt, an der Gemeindestraße und an einem landwirtschaftlichen Gebäude entstand jedoch geringer Sachschaden.

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