Naturpark Ötztal stärkt seine Wurzeln

Susanne Aigner während der Begehung mit der Agrargemeinschaft Windachalm in Sölden. Foto: Naturpark Ötztal

Spatenstich für Naturparkhaus, Bildungsangebot und Alm-Revitalisierung am Programmzettel

Thomas Schmarda, Geschäftsführer und Schutzgebietsbetreuer Naturpark Ötztal, gibt sich erleichtert und zieht eine erfolgreiche 2017-Bilanz, jedoch nicht ohne voll Tatendrang ins Jahr 2018 gestartet zu sein. Das langersehnte „Naturpark-Haus“ in Längenfeld wird Schmardas künftiger Arbeitsplatz und auch sonst setzt der Naturpark-Macher hemdsärmelig den Spaten an.

Von Thomas Parth

Geschäftsführer Thomas Schmarda legt sich weiterhin voll Elan für den Naturpark Ötztal ins Zeug. Foto: Naturpark Ötztal

„Das Naturpark-Haus in Längenfeld ist längst nicht alles, um das es sich im Ötztaler Naturpark drehen wird“, verspricht Geschäftsführer Thomas Schmarda einen „heißen Sommer“. Talweit gibt es 45 touristische Naturpark-Partnerbetriebe, welche ihren Gästen Wanderungen im Sommer oder Schneeschuhwanderungen im Winter anbieten. „Auch die Direktvermarktung ist nach wie vor Thema. Über ein Gutscheinheft können Produkte vergünstigt erworben werden. Durch diese Marketing-Aktion sowie die Präsenz via Homepage oder das Eppas-Guats-Heft wird versucht, mehr Umsatz zu generieren“, schildert Schmarda.

Frischer Wind auf Almen.

Bereits 2016 liefen die Vorbereitungen, um fünf Almen des Ötztals zu einer Kooperation zu bewegen. „Wir wollen die Almen revitalisieren, wieder bestoßen und beim Mähen und bei etlichen weiteren Arbeiten unterstützend begleiten“, informiert Schmarda. Konkret konnten die Windachalm in Sölden, die Ramolalm bei Vent, die Hemerachalm in Längenfeld, die Horlachalm bei Umhausen sowie die Lenzenalm oberhalb von Zwieselstein als die fünf Partner gewonnen werden. Mit Hilfe der Umweltabteilung des Landes wurden die Almen 2017 aufgenommen und es wurde ein für sie maßgeschneiderter Naturschutzplan erstellt. Dabei geholfen hat ein Umweltbüro aus Klagenfurt, welches sich genau auf derartige Revitalisierungen von Almflächen spezialisiert hat und nun den Prozess fachlich begleitet. „Wir treten als unterstützender Berater und Begleiter auf. Ziel ist es, einige Leuchtturmprojekte mit Vorbildwirkung zu schaffen, die dazu anregen, die botanische wie zoologische Vielfalt auf den gemähten Hängen und Almwiesen zu erhalten. Abgestimmt ist dieses Projekt mit den anderen vier Tiroler Naturparks und wird binnen drei Jahren umgesetzt und ko-finanziert“, weiß Schmarda zu berichten.

Tschirgant Bergsturz.

Das Naturschutzgebiet „Tschirgant Bergsturz“ soll künftig Teil des Naturparks Ötztal werden. „Dazu wurden bereits erste Gespräche mit den Gemeinden Sautens, Haiming und Roppen geführt“, erklärt Schmarda, wobei die Situation in Roppen mit 40, 50 Waldbesitzern am komplexesten erscheint. „Wir sind kräftig dran, dass hier etwas weitergeht“, verspricht der Naturparkgeschäftsführer. Weiterhin auf der „To-do-Liste“ zu finden sind die beiden Naturparkschulen in Längenfeld. Diese werden künftig eng mit dem dort entstehenden Naturpark-Haus kooperieren. „Die Zusammenarbeit mit den Schulen funktioniert perfekt. Egal ob es um Inhalte, fächerübergreifende Projekte oder reine Präsenzen in Schulen geht. Wir haben immerhin zu 950 Schülern aus dem Tal pro Jahr Kontakt!“, freut sich Schmarda über diese beeindruckende Statistik. Um das Prädikat Naturpark-Schule nicht überzustrapazieren und um die Einzigartigkeit zu erhalten, werden in diesem Bereich keine massiven Expansionswünsche verfolgt: „Einen Naturpark-Kindergarten gibt es allerdings noch nicht.“