Nebelbrücke

Manfred Bomm ist nicht nur ein begnadeter Autor, er ist auch ein hervorragender Erzähler. RS-Foto: Schretter

Manfred Bomm präsentiert seinen neuen Krimi am Originalschauplatz

Krimiautor Manfred Bomm wurde 1951 in Geislingen an der Steige geboren. Während seiner beruflichen Tätigkeit als Journalist  berichtete er über Polizeiliches und Gerichtsverhandlungen. Bekannt sind vor allem seine Kriminalromane mit dem Protagonisten, Hauptkommissar August Häberle. 

Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, ein bisschen mit dem Autor zu plaudern und sich ihr Buch signieren zu lassen. RS-Foto: Schretter

Manfred Bomm ist für die Außerferner Krimifreunde kein Unbekannter. Er hat bereits in den Büchereien von Reutte und Vils Lesungen gehalten und die Zuhörer mit seiner humorvollen Art begeistert. Für seine Romane wählt Manfred Bomm immer Schauplätze, die nicht unbekannt sind, in der Nähe seiner Heimat liegen oder die, die er selbst schon besucht hat.
Museumsvereinsobmann Ernst Hornstein, selbst auch Gast einer „Bomm-Veranstaltung“, hatte bei dieser einen spontanen Einfall. Mit dem laut gesprochenen Gedanken: „Wir haben ja unsere beeindruckende Hängebrücke highline 179 – ein idealer Schauplatz für einen Bomm-Krimi“, den er gezielt in Richtung Manfred Bomm lenkte, war der Samen gesät. Im Kopf des Autors begannen sich die Räder bereits zu drehen und die Idee, den nächsten Fall für August Häberle im Areal der Burgenwelt Ehrenberg zu inszenieren, war geboren.
Bei seiner Begrüßung zum Krimiabend, der – könnte es einen besseren Vorleseort geben? – in der Bretterkapelle der Ehrenberger Klause stattfand, stellte Ernst Hornstein fest: „Mit meinem Anstoß war der Weg für den 18. Bomm-Krimi geebnet. Bedingung war, dass sich in der Geschichte niemand von der Brücke stürzen und die Brücke auf keinen Fall zerstört werden darf.”

Es wäre nicht Manfred Bomm, wenn …

Eingefleischten Fans bot der Autor an, ihn vor Beginn der Lesung zum Lokalaugeschein bei einer Wanderung rauf zur Hängebrücke zu begleiten. So machte sich eine kleine Gruppe auf den Weg…
Dass es kein gewöhnlicher Krimiabend werden würde, war den Besuchern schon nach den ersten Sätzen des Autors klar.
Manfred Bomm begann nicht einfach nur vorzulesen, er erzählte. Geschickt entwickelte er seine Geschichte, baute einen Spannungsbogen auf, den er genau zu den passenden Momenten mit heiteren „Gedankeneinstreuern“ unterbrach. So sinnierte er etwa über die Twitternachrichten des mächtigsten Mannes der Welt, die „auch mit der Google-Übersetzung nichts wirklich Wertvolles beinhalten“ oder den „Eierschalensollbruchstellenverursacher“ – ein Gerät, das beim Öffnen eines Frühstückseis hilfreich sein soll.

Nebelbrücke.

Was passiert nun auf der Nebelbrücke? Ein Unternehmer aus Ulm erhält dubiose E-Mails, deren Absender behauptet, vor 49 Jahren ermordet worden zu sein. Hatte er etwa eine Botschaft aus dem Jenseits erhalten? Die Details, die er dazu offenbart, scheint außer den Betroffenen niemand zu kennen. Als sich zudem immer mehr Merkwürdiges und Mysteriöses ereignet, geht der Unternehmer auf den Vorschlag des anonymen E-Mail-Schreibers ein. Ein gefährliches Vorhaben, das ihn bis nach Reutte in Tirol führt.
Mehr zum Inhalt verriet der Autor nicht, schließlich sei ja alles im Buch nachzulesen.
Weil Manfred Bomm von Armin Walch, dem Geschäftsführer der Burgenwelt Ehrenberg, ein wunderbares Foto mit der highline 179 im Nebel erhalten hat, versetzte er seine Geschichte in den Spätherbst und wies dem mystischen Nebel eine nicht unwesentliche Rolle zu.
Viele der Besucher nutzten die Gelegenheit, ein Buch zu kaufen und vom Autor persönlich signieren zu lassen.
Schnell war die Zeit verflogen, die Lust auf Krimi geweckt. Bleibt zu hoffen, dass Manfred Bomm und August Häberle als Team weiter so gut zusammenarbeiten.