Neos ohne Altlasten

Markus Moll (Zweiter auf der Neos-Bezirksliste Reutte), Neos-Landessprecher Dominik Oberhofer und Bezirkslisten-Führer Heinz Kotz (v.l.) fordern Reformen und sind überzeugt, diese auch durchsetzen zu können. RS-Foto: Schretter

Pinke gehen im Bezirk Reutte mit zwei Paradeunternehmern ins Landtagswahl-Rennen

Dass die Neos als einzige – ohne Unterstützung durch Abgeordnete des Tiroler Landtages – alle nötigen  Unterschriften sammeln konnten, freut besonders Spitzenkandidat Dominik Oberhofer. Er stellte die beiden Listenführer des Bezirkes Reutte für die kommende Landtagswahl vor. 

„Wir wollten niemandem – außer den Tirolern – verpflichtet sein und werden im gesamten Bundesland auf dem Stimmzettel stehen“, so Oberhofer. Bei einem Pressegespräch in Ehrwald stellte er die beiden Listenvertreter des Bezirkes Reutte – Heinz Kotz und Markus Moll – vor. „Für uns gehen zwei Außerferner Paradeunternehmer ins Rennen. Darauf bin ich sehr stolz und überzeugt, auf die richtigen Zugpferde zu setzen“, gibt sich Dominik Oberhofer optimistisch.

Bezirksliste. Angeführt wird die Liste von Heinz Kotz, der seit 40 Jahren ein Hotel in Ehrwald führt. Bürokratische Hürden sind ihm nicht fremd, dennoch, so betont er, sei er Unternehmer und Hotelier aus Leidenschaft. Um touristisch bei besten Bedingungen arbeiten zu können, braucht es die Bauern, ist Heinz Kotz überzeugt. „Sie pflegen unsere Landschaft, sie versorgen uns mit regionalen Produkten – das müssen wir als Touristiker schätzen und unterstützen“, gibt der Hotelier eine seiner Devisen aus.
Ins selbe Horn stößt auch Dominik Oberhofer: „Wir Neos setzen uns für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus ein. Wir wünschen uns eine Zusammenführung der Ministerien für Landwirtschaft und Tourismus. Auch unser Nationalratsabgeordneter Sepp Schellhorn fordert seit geraumer Zeit, dass zwischen Tourismus und Landwirtschaft bessser zusammengearbeitet werden muss.”
Auch das Verkehrsthema liegt Heinz Kotz am Herzen. „In diesem Bereich wird zwar viel geredet, aber getan hat sich in den letzten 30 Jahren kaum etwas.  Vielleicht hängt das damit zusammen, dass bei uns im Außerfern nur vier Prozent der Tiroler Bevölkerung leben. Dass etwas geschehen muss, liegt aber klar auf der Hand.“ Dominik Oberhofer merkt an, dass der Verkehr in Zukunft sauberer, leiser und vor allem autonom werden muss. Die Hebel müssen daher an den richtigen Stellen angesetzt werden, um nachhaltig etwas zu bewirken. „Es bringt nichts, Unsummen in den öffentlichen Verkehr zu stecken, wenn man weiß, dass die Öffis zu den Stoßzeiten überfüllt, den Rest des Tages aber fast leer sind.“ Es mache vielmehr Sinn, die Straße entsprechend auszubauen und eine große, mehrspurige Tunnellösung im Bezirk zu unterstützen.
Auf dem zweiten Listenplatz des Bezirkes reiht sich Markus Moll ein. Er ist Geschäftsführer einer global tätigen Wirtschafts-Beratungsfirma in der Stahlindustrie und weltweit in vielen Ländern unterwegs. So sieht er einiges, das schlechter als in Tirol funktioniert, aber auch einiges, das wesentlich besser läuft. „Wir sind in vielen Bereichen nur Mittelmaß und schöpfen unser Potential bei weitem nicht aus“, so Molls Resümée. Als Beispiele nennt er die unzumutbaren Lohnnebenkosten – „es steht dem Staat nicht zu, den Arbeitnehmern so viel wegzunehmen“ –  und das Bildungssystem. „Wir brauchen Kreativität, eine solide Basisausbildung und Freude an der Leistung, wenn wir im globalen Wettbewerb bestehen wollen.“ Auch müsse bereits in der Schule der Mut und die Bereitschaft zur Selbstständigkeit geweckt werden. „Es gibt einige hoffnungsvolle Beispiele – innovative und mutige Unternehmer – im Bezirk, aber da geht noch viel mehr“, ist Markus Moll überzeugt.
Ein Dorn im Auge ist ihm auch der „undurchsichtige Förderwahnsinn“ in Tirol, der zu etlichen unglücklichen Abhängigkeiten geführt habe. „Wir Neos haben keine Altlasten zu tragen, befinden uns in keinerlei  Abhängigkeiten und können daher Reformvorhaben einbringen.“ Als einen Reformansatz nennt er gestaffelte Mehrwertsteuersätze, die heimische Unternehmen gegenüber Großketten und dem Onlinehandel unterstützen sollen. „Würde etwa Amazon mit 30%, Ketten mit Geschäftslokal im Ort wie bisher mit 20% und ein inhabergeführtes Geschäft mit 10% besteuert werden,  könnte wieder etwas ‚Waffengleichheit‘ erreicht werden.” Für Markus Moll sind die Neos in der Lage, diese Forderungen vorzubringen und auch durchzusetzen.
Klarheit. Dominik Oberhofer stimmt dem zu, holt noch etwas weiter aus und ortet eine weitere Erleichterung in der Abschaffung der Kammerumlage 1 und 2. „Es gibt in Tirol eine Reihe von Unternehmen, die nicht im Ansatz vom Tourismus profitieren, aber dennoch den Fremdenverkehrförderungsbeitrag bezahlen, das ist weder fair noch zeitgemäß”, gibt der Tiroler Spitzenkandidat zu bedenken.  Die Themen der Neos für die Landtagswahl im Februar seien klar formuliert, Budget und Spenden offengelegt. Transparenz und Regionalität stehen im Fokus. „Wir wollen raus aus der Mittelmäßigkeit und wir sind überzeugt, dass wir das mit der Unterstützung der Wähler schaffen können“, blickt der Spitzenkandidat der Landtagswahl optimistisch entgegen.