Nicht nur für Kinder

Gleich nach der Eröffnung wurde der neue Spielplatz von den Gräner Kindern begeistert in Beschlag genommen. RS-Foto: Gerrmann

In Grän wurde ein neuer Spielplatz eingeweiht

Die Gemeinde Grän hat ein neues Schmuckstück: Am Freitag wurde der Spielplatz auf der Farrenwiese seiner Bestimmung übergeben. Spielen dürfen dort aber nicht nur Kinder.

270 000 Euro hat das Paradies zum Toben und Entspannen gekostet (so Bürgermeister Martin Schädle bei der Einweihungs-Zeremonie). 80 000 Euro davon steuerten Regionalentwicklung Außerfern (REA) und Tourismusverband Tannheimertal an Zuschüssen dazu bei. Den Grund und Boden stellte die Agrargemeinschaft Grän zur Verfügung – wie zuvor schon 35 Jahre lang für die Vorgängereinrichtung.
Die freilich war gewaltig in die Jahre gekommen. Und so fiel dem Gemeinderat im vergangenen Jahr der Entschluss nicht schwer, auf eine Renovierung, die im Grunde doch nur eine halbe Sache geworden wäre, zu verzichten und statt dessen auf einen kompletten Neubau zu setzen. Auch wenn 190 000 Euro Nettokosten für die Gemeinde bei einem Drei-Millionen-Etat im Jahr auch nicht gerade eine Kleinigkeit sind.

Gräner Kinder als Planungsberater. Das Konzept dazu erarbeiteten Petra und Leo Meier vom Planungsbüro Spiel-Raum-Creativ in Neuhofen in Oberösterreich. Doch die hatten wichtige und wertvolle Berater: die Gräner Vorschulkinder. Die machten sich Gedanken darüber, was sie wirklich brauchen und artikulierten ihre Wünsche. Auf beeindruckende Art und Weise: „Kinder sind viel realistischer, als wir Erwachsene oft denken“, lobte Schädle die jüngsten Gräner Bürger.
Und die präsentierten im fröhlichen Rahmenprogramm (das sie gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Angelika Ulsess-Fasser und Julia Gutheinz sowie den Kindergartenkindern und deren Erzieherinnen Petra Schuster und Zsofia Gergelics gestalteten) mit einem Gedicht all das, was sie sich da so ausgedacht hatten: Wippe und Schaukel, Bagger und Rutsche, Klettergerüst und Wasserpumpe mit „Matschgelegenheit“, Sandkasten und Seilbahn – und nicht zu vergessen: die beiden Baumhäuser (eins für die Mädchen, eins für die Buben).

Spiel und Spaß für alle. Das Besondere an diesem Spielplatz. Er ist generationenübergreifend.  Am Rundweg entlang finden auch ältere Zeitgenossen etwas für sich – sei es die Slackline zum Balancieren oder die Hängematte zum Relaxen.
Zur Zielgruppe gehören Einheimische wie Touristen. „Wir sind eine familienfreundliche Urlaubsregion. Es ist toll, wenn so tolle Spielplätze wie hier in Grän entstehen“, freut sich Michael Keller, Geschäftsführer des Tourismusverbandes: „Man hat schon am ersten Tag gemerkt, dass das ein richtiger Magnet geworden ist.“ Von Jungholz bis Nesselwängle sei man nun im Tannheimertal bestens aufgestellt.
Wie glücklich die Gräner Kinder über buchstäblich „ihren“ Spielplatz sind, das zeigte sich sowohl bei der Segnung durch Pfarrer Boguslaw Duda, der die Buben und Mädchen mit auf die „Weihwasser-Runde“ nahm, als auch am Ende der Feier, als es endlich hieß: „Spielen frei!“ Das begeisterte Herumtoben, das freudige Lachen – das war einfach eine herrliche „Auftaktmelodie“.

Von Jürgen Gerrmann

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