„Nichts mit Gewalt verändern!“

Wenn Udo Jürgens singt „mit 66 Jahren“, so hält sich der neue Stadtmusik-Obmann Helmuth Gadner „Baujahr 1950“ eher zurück. Er startet mit Augenmaß in seine neue Funktion. RS-Foto: Parth

Helmuth Gadner firmiert künftig als Obmann der Stadtmusikkapelle Imst

Die Imster Stadtmusikkapelle ist auf der einen Seite mit vielen jungen Mitgliedern gesegnet. Ihr fehlt allerdings im Funktionärsbereich ein „starker Mittelbau“, bescheinigt der neue Obmann Helmuth Gadner seiner „Truppe“ im RUNDSCHAU-Interview. „Was es für die Führung braucht, ist jemand mit Zeit. Es ist verständlich, wenn man als Ehrenamtlicher nicht mehr für eine Funktion kandidiert oder wenn man als Mensch mitten im Berufsleben eine Funktion ablehnt“, zeigt Obm. Gadner Verständnis. Der pensionierte gelernte Industriekaufmann möchte seine Funktion ohne große Veränderungen in Angriff nehmen.

Von Thomas Parth

„Ich bin Baujahr 1950 und seit 20 Jahren bei der Stadtmusikkapelle“, gibt der designierte Imster Stadtmusik-Obmann, Helmuth Gadner, gerne zu Protokoll. Er war bereits mehrfach im Ausschuss als Schriftführer, Kassier oder als Vereinsadministrator und Bindeglied zum Landesverband tätig. „Ich kann eine super Mannschaft übernehmen“, freut sich Gadner über ein wohl bestelltes Haus: „Die Kassa stimmt. Einige Rücklagen sind gebildet. Jeder Musikant hat ein spielbares Instrument und ist gut gewandet.“

Selbst spielt Gadner Tenorhorn oder Bariton, was den meist dreistimmigen Arrangements durch Kapellmeister Hermann Delago entgegen kommt. „Eines vorweg: Ich werde mich nicht in die Belange der musikalischen Leitung einmischen, auch wenn der Obmann dies formell tun dürfte“, stellt Gadner klar: „Die Probenarbeit obliegt klar dem Hermann. Man wird sich mit Vernunft und Hausverstand, Akzeptanz und gegenseitigem Respekt alles ,ausdermachen‘.“ Generell pflege die Stadtmusikkapelle mit allen Imster Vereinen ein gutes Einvernehmen. Auch intern gebe es kein „Gstritt“.

Die Jugendarbeit ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil der Stadtmusik. „Die Jungen müssen sich ein paar Jahre durch die Musikschule durchbeißen. Dann kommt die erste Übertrittsprüfung. Nach dem Erwerb des Bronzenen Leistungsabzeichens und dem 13. Lebensjahr darf ein Junger bei uns mitproben. Dann erfolgt die Aufnahme in die Stadtmusikkapelle“, weiß Gadner zu berichten. Derzeit würde die Stadtmusik 24 MusikschülerInnen an die Musikschule entsenden. Seien es NachwuchsmusikantInnen oder diejenigen, die sich auf das Silberne oder Goldene Leistungsabzeichen vorbereiten. Man bespiele das Pavillon, verfüge über ein wetterfestes Zelt, ein Probelokal und fühle sich auch im Glenthof mit „iMstrumental“, dem Frühjahrskonzert, sehr wohl.

Das Musikantenleben, also das Leben im Verein, ist mit einigem Aufwand verbunden. „Im Normalfall finden zweimal pro Woche Vollproben statt. Hinzu kommen die Ausrückungen am Sonntag oder an Feiertagen. – Das waren im vergangenen Jahr 54 Proben und 25 Ausrückungen. Da kann es dann schon vorkommen, dass man jeden dritten, vierten Tag für die Musik am Weg ist“, zeigt der Neo-Obmann auf. Die Liebe zur Musik sowie die Erfolge, die man mit der Stadtmusik feiert wiegen die Anstrengungen aber allemal auf. „Klar muss die Familie im Hintergrund auch mitspielen. Es gehört die Freude zur Musik dazu. Das umfasst für mich genau so ein ordentliches Auftreten wie Engagement bei den Proben. Dafür hat man dann Platzkonzerte mit 800 bis 900 Leuten, was nicht zuletzt auf den Einfluss durch Hermann Delago zurückzuführen ist“, bestätigt Gadner, der sich erinnern kann „an Zeiten, wo wir vor fünf, sechs Leuten gespielt haben“. Der Erfolg mache jedenfalls einen Großteil der Motivation aus. „Das Konzert in Sumatra vor 7000 Leuten war ein Highlight, das so schnell nicht wieder kommen wird“, so Gadner, der „sicherlich nichts mit Gewalt verändern“ und den „Weg des Erfolges weiter beschreiten“ möchte.