Nix mehr mit lügen oder fluchen

Beim Filzer Wirt gehts immer hoch her. Ein Aushilfskellner spielt Schicksal und straft Lügen mit göttlichem Geläute. RS-Foto: Chauvin

Von übersinnlichen Strömen und einem raffinierten Lausbua

Im nächsten Jahr kann bei der Dorfbühne Höfen ein „rundes“ Jubiläum gefeiert werden. Jetzt, im 29. Theater-Jahr, haben sich neun der 14 Mitglieder der Truppe mit dem Stück „Die Lügenglocke“ des Münchner Autors Fred Bosch beschäftigt und  es schon zwei Mal aufgeführt.

Von Claudia Chauvin

Was hat es wohl mit diesem hoch erhobenen Zeigefinger und den ungläubigen Gesichtern auf sich? RS-Foto: Chauvin

Und was erwartet die Theaterbesucher bei den kommenden acht Abenden:  beim Filzer Wirt, der auch der Bürgermeister vom Ort ist (Michael Schütz), arbeitet ein  Aushilfskellner (Wolfgang Knapp). Er macht zwei Entdeckungen, die ihn fast zwingen zu handeln. Einmal, dass die Reichen plötzlich die Ärmsten sind, wenn sie für die neue Kirchenglocke, die abgestürzt und in tausend Scherben zerbrochen ist, spenden sollen. Zum Zweiten, dass man eine Glocke auch läuten lassen kann, wenn sie gar nicht mehr existiert. Geschickt fädelt er alles ein und lässt bei jeder Lüge, die im Wirtshaus ausgesprochen wird, die „göttliche“ Glocke läuten. Um sich nicht weiter zu blamieren, öffnet so mancher halt dann doch seine prall gefüllte Brieftasche. Hilfe bekommt er von der alten Walli, die als Wahrsagerin (Maria Priemer) bekannt ist, und natürlich ist auch Hochwürden (Fridl Feneberg) mit eingeweiht, denn ihn betrifft es ja direkt. Mit einem osteuropäischen Akzent hatte er die Lacher auf seiner Seite, als er zum Beispiel von so viel Lügen sprach, die „nix Platz auf Haut von Kuh“ haben, und viele weitere witzige Aussprüche erzeugten Erheiterung. Die Gemeinderäte Bauer Geißlechner (Ferdl Singer), Elektriker Hirnblaser (Johannes Storf) und der Zimmerer Flohbeisser (Günter Vögele) werden wohl auch lernen müssen, dass Ehrlichkeit besser ist und „Lügen doch kurze Beine haben.“ Sogar bei Filzers Frau (Petra Storf) und seiner Tochter (Silvia Gundolf) läutete die Glocke einige Male, was sie doch ziemlich erschrecken ließ. Weitere Einzelheiten zu diesem Stück müssen sich Interessierte dann selbst anschauen. Dazu Gelegenheit gibt es am 9. und 25. Mai, an allen Freitagen im Juni sowie am Samstag, 30. Juni, Beginn um 20.30 Uhr im Turnsaal der Volksschule Höfen.

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