Noch eine „Polit-Watsche“ für die VP Telfs

Der neue Gemeinderat: Hinten v.l. GR Oliver Wille (WfT)

Cornelia Hagele (WfT) wurde zur 1. Vizebürgermeisterin bestellt, Christoph Walch (Grüne) ist 2. Bgm.-Stellvertreter

Von sieben auf drei Mandate stürzte die ÖVP Telfs bei den Gemeinderatswahlen Ende Feber ab. Ein historischer Tiefflug, der am Freitag bei der konstituierenden Gemeinderatssitzung seine Fortsetzung nahm. VP-Kandidatin Angelika Mader fiel nämlich bei der Vizebürgermeisterwahl durch. Zur 1. Vizebürgermeisterin wurde Cornelia Hagele (Wir für Telfs) bestellt, 2. Bürgermeisterstellvertreter wurde überraschend Christoph Walch (Grüne Telfs).

Die Liste „Wir für Telfs (WfT)“ von Bürgermeister Christian Härting hält mit elf Mandaten im Telfer Gemeinderat die absolute Mehrheit. In seiner Grundsatzrede erklärte der Marktgemeindechef bei der konstituierenden Sitzung, dass ihm bewusst sei, dass er und seine Gemeinderäte die kommenden sechs Jahre unter Beobachtung stehen werden. „Wir wollen für Telfs arbeiten und alle andere Gruppierungen in die Entscheidungen einbinden“, versprach Härting und er betonte zugleich, dass alle derzeit laufenden Projekte wie die Griesbachverbauung, das Kletterzentrum, das Kinderkompetenzzentrum und das Schwimmbad zu Ende gebracht und wichtige Projekte wie die „Park & Ride“-Anlage beim Bahnhof Telfs/Pfaffenhofen realisiert werden. „Aber auch punkto Belebung des Ortszentrums und in den Bereichen der Kultur und der Archäologie müssen in den kommenden Jahre Initiativen gesetzt werden“, so Härting.

LANGE GESICHTER. Dass die „WfT“-Listenzweite Cornelia Hagele zur 1. Vizebürgermeisterin gekrönt wird, stand bereits vor der konstituierenden Sitzung so gut wie fest. Die „Gretchenfrage“ war allerdings, wer in der Marktgemeinde der 2. „Vize“ wird. VP-Obmann Christoph Stock, der in den vergangenen sechs Jahren 1. Vizebürgermeister war, stellte sich nach der historischen Wahlniederlage keiner Kandidatur mehr und nahm auch sein Mandat als Gemeinderat nicht an. Stock übergab – obwohl der türkischstämmige Güven Tekcan bei den Gemeinderatswahlen mit 442 Vorzugsstimmen auf den ersten Listenplatz vorgestoßen ist und daher ebenso ein Anrecht auf die Fraktionsführung und auf eine Nominierung zur Vizebürgermeisterwahl gehabt hätte – den Fraktionsvorsitz Angelika Mader und schickte sie auch ins Rennen um den 2. „Vize“. Die weiteren Wahlvorschläge lauteten auf Cornelia Hagele (WfT), Christoph Walch (Grüne Telfs) und FPÖ-Spitzenkadidat Michael Ebenbichler. Lange Gesichter in den VP-Reihen, als das Wahlergebnis bekannt wurde. 8 Stimmen für Hagele, 6 Stimmen für Walch, 5 für Mader und 2 für Ebenbichler. “ Nach sechs Jahren Einzelkampf im Gemeinderat dieses Ergebnis. Ich bin überwältigt, das muss ich jetzt erst mal verdauen“, meinte Walch nach seiner Wahl zum 2. Vizebürgermeister. Dabei wäre er heuer fast gar nicht mehr in den Gemeinderat gekommen. Bei der Gemeinderatswahl stand er nämlich auf der Liste der „Grünen Telfs“ an dritter Stelle. Vor ihm Theresa Braun und Spitzenkandidat Hubert Weiler-Auer. Zwei Mandate wurden schließlich erzielt. Weiler-Auer verzichtete allerdings zugunsten Walch auf das Mandat. Wenigsten ein Sitz ist der ÖVP im Gemeindevorstand geblieben, je einer entfällt auch auf die Grünen und die FPÖ, fünf Gemeindevorstandsitze hält die Bürgermeisterliste „Wir für Telfs“.

„MIT ARGUSAUGEN WACHEN!“ Vizebürgermeister Cornelia Hagele in einem ersten Statement, dass sie sich nun auch als Vizebürgerbürgermeisterin voll auf die Arbeit zum Wohle der Marktgemeinde konzentrieren werde. VP-Fraktionsführerin Angelika Mader meinte: „Wir können nach der Wahl keine Lobeshymnen singen, werden aber als zweitstärkste Fraktion die nächsten sechs Jahre mitarbeiten und mit Argusaugen darüber wachen, dass abgesteckte Ziele abgearbeitet werden!“ „Es ist sympathisch von der Gruppe WfT, dass man alle einbinden will und mit allen Gespräche führt“, sagte ein glücklicher Vizebürgermeister Christoph Walch (Grüne). Seine Gruppe wolle „weiter konstruktiv sein und Telfs weiterentwickeln. Gemeinsam packen wir es an!“ GV Michael Ebenbichler (FPÖ) hofft auf eine gute und produktive Zusammenarbeit mit allen für Telfs: „Unsere Fraktion wurde letztes Jahr im Mai neu aufgestellt. Mit zwei Mandaten haben wir unser Ziel erreicht und wir wollen die nächsten sechs Jahre gute Arbeit für Telfs leisten!“ GR Norbert Tanzer (PZT/SPÖ) hätte gerne gesehen, dass andere Fraktionen auf einzelne Ausschüsse verzichten und den Ein-Mann-Fraktionen ihr Stimmrecht überlassen. Das sei gesetzlich leider nicht erlaubt, stellte Bürgermeister Härting klar: „Aber wir wollen auch die Einzelmandatare mit beratender Stimme in die Ausschüsse einbinden!“ GR Herbert Klieber (Bürgerliste) erklärte: „Wir haben in den vergangenen sechs Jahren trotz einiger inhaltlicher Differenzen gut zusammen gearbeitet, so soll es auch bleiben!“ GR Sepp Köll (Telfs Neu): „Zusammenarbeit ist wichtig. Wir waren immer konstruktiv und haben gute Ideen eingebracht und umgesetzt.“