Öffentliche Bücherei Lermoos feierte fünfjähriges Bestehen…

Den Kindern wurde im Wald das Märchen „Moosle im Zaubewald“ nach der Vorlage von Rumpelstilzchen vorgelesen. Fotos: Mitterbauer

…mit zwei Veranstaltungen rund ums Lesen und Vorlesen

Das Programm war vielfältig und für alle Lesestufen geeignet. Für Kindergarten- und Schulkinder gab es gemeinsam mit dem Büchereiteam eine Märchenwanderung entlang des Zauberwaldes in Lermoos.

Da wurde kurzerhand aus dem Rumpelstilzchen der „Moosle“ und den Kindern vorgelesen. Beim Raterad mussten Fragen zu Märchen erraten werden, später gab es noch eine „stille Post“ mit Begriffen aus der Märchenwelt. Ein Highlight war das Mooslelied, das mit Begeisterung gesungen und getanzt wurde. Entlang der Zauberwaldsymbole gab es am Ende des Weges noch das Märchen von den drei Federn als Fortsetzungsgeschichte zu hören und am Schluss wurde bei der Hexenschaukel noch passend zum Thema ein Frosch gebastelt. Kindern und Erwachsenen machte es gleichermaßen Spaß und die drei Stunden vergingen wie im Flug. Für die Veranstalter war es schön zu sehen, dass eine Veranstaltung ohne Technik, nur mit Geschichten zum Vorlesen und Zuhören, einer Gitarre, Papier zum Basteln, Wörtern, die ins Ohr geflüstert werden, Himbeersaft und Äpfeln bei Kindern so gut ankam.

Von Gesetzen, Olchis und Großen Dichtern.  Am 6. Oktober wurde dann ins Kulturzentrum Lermoos in die Bücherei geladen. Auch dieser Abend stand unter dem Motto Lesen und Vorlesen. So wurden von Lermoosern in einer vollen Aula verschiedene Texte vorgelesen. Ein verschachtelter Gesetzestext, vorgelesen von Bgm.  Stefan Lagg, wurde von Lermooser Schülern in einen Sketch eingebaut, denn sie meinten, da würden sie schon lieber die Olchis lesen. Es folgten zwei kurze moderne Sagen, vorgetragen von Vbgm. Thomas Koch, bei denen man genau hinhören musste, um die versteckten Botschaften zu verstehen. Ein Text zum Thema Glück, vorgelesen von der Lermooser Ärztin Dr. Iris Steiner, regte zum Nachdenken an. „Wir bemerken natürlich die positiven Dinge, die uns glücklicherweise passieren; die, die uns zum Glück erspart bleiben, die nehmen wir nie oder nur selten wahr, obwohl sie uns glücklicher machen könnten“, war die Botschaft. Der letzte Vorlesetext passte zum Thema des Abends, er handelte von der Bedeutung des Vorlesens. Die Logopädin Andrea Pinggera las aus dem Buch „Das unsichtbare Band des Lesens“ und endete mit der Aussage einer der vorkommenden Personen, die durch ein Verbrechen ihre Fähigkeit zu lesen verloren hat. „Ich glaube sogar, dass sich die Wirkung von Literatur durch das Vorlesen unglaublich steigern lässt. Einfach gesagt – Texte, die ich früher selbst gelesen habe, kommen nun bei mir besser an als früher, sie kommen in mir an. Wenn Heinrich mir vorliest, legt er mir die Texte ins Herz und in die Seele.“ Diese Aussage traf  genau der Schwerpunkt des Abends. Die Bedeutung des Vorlesens – vor allem für Kinder – sollte betont werden.  Denn es zeigt sich, dass Kinder, denen vorgelesen wird, sehr motiviert sind, selbst Lesen zu lernen und einen Vorsprung in Bezug auf Fantasie, Kreativität, Konzentration, Wortschatz und weiteren Kompetenzen haben.

Kennt jemand Schiller? Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Wiederaufführung des selbstgeschriebenen Theaterstücks „Und wer war bitte Schiller?“ von 30 Schülern der NMS-Ehrwald.  Passend zum Thema des Abends war nach der Vorlage der Buchreihe „Das magische Baumhaus“ und der berühmten Ballade Friedrich Schillers „Die Bürgschaft“ dieses Stück verfasst worden.

Es g’heart uafach viel mehr vorg’lese. Zum Schluss gab es noch einen Appell an alle. Kinder brauchen Geschichten, und sie brauchen Eltern, Großeltern, Kindergartenpädagogen und Lehrpersonen, die sie ihnen vorlesen und erzählen.