„Optimistisch bleiben“ und „Durchhalten“

Nicht nur der Fußball steht im Tiroler Oberland – die Sportvereine darben. RS-Foto: Unterpirker

ASKÖ-Vizepräsident Herbert Frank und ASVÖ-Bezirksobmann Max Heinz im Gespräch

Die vorgegebenen Maßnahmen der Regierung zur Corona-Krise treffen nicht nur Wirtschaftsbetriebe wie Unternehmen, Klein- und Mittelbetriebe oder Einpersonen-Unternehmen sehr hart, sondern auch die Sportvereine im Tiroler Oberland. Die RUNDSCHAU sprach mit Herbert Frank (Zams), ASKÖ-Vizepräsident Oberland, und Max Heinz, Imster ASVÖ-Bezirksobmann (Silz), über die aktuelle Lage und die Stimmung bei den Vereinen.

Von Albert Unterpirker

RUNDSCHAU: Wie sieht man beim ASKÖ und ASVÖ die aktuelle Krisenlage?

Herbert Frank: Problematisch ist die Lage natürlich für die Vereine, die etwa Einnahmen über die Klublokale haben, diese fallen für sie jetzt leider weg. Noch problematischer könnte es werden, wenn sich die ganze Krise, so wie sie sich jetzt zeigt, bis zum Sommer hindurch durchzieht. Wichtig ist jetzt besonders, sich an die ausgegebenen Maßnahmen zu halten.

Max Heinz: Wir müssen uns dem Ganzen stellen und das Ganze durchstehen – das wird wohl sicher noch eine längere Zeit dauern. Ich kann nur an alle appellieren, sich an die Vorschriften zu halten. Es bringt nichts, wenn manche meinen, sie müssten jetzt eigenmächtig und im Geheimen trainieren.

RS: Gibt es spezielle Unterstützungen seitens der Verbände für die Oberländer Vereine beziehungsweise sind schon Vereine vorstellig geworden?

Frank: Bisher ist noch niemand vorstellig geworden, aber ich bin sicher, dass der eine oder andere noch kommen wird. Bezüglich speziellen Unterstützungen haben wir derzeit noch nichts konkret ins Auge gefasst, man ist ja auch darauf angewiesen, was über die Bundessportorganisation für Vorgaben kommen. Aber man wird natürlich schauen, speziell hinsichtlich kleinerer Vereine, dass man da vielleicht das eine oder andere doch noch machen kann.

Heinz: Noch sind keine Vereine vorstellig geworden. Die Unterstützung der Vereine seitens des ASVÖ sind beziehungsweise waren für den normalen Spielbetrieb geplant, das ist für das heurige Jahresbudget schon beschlossen worden. Bei Härtefällen muss man schauen.

RS: Welche Hilfestellungen leisten die Verbände in Zeiten wie diesen für die Vereine?

Frank: Wer sich informieren möchte, kann sich sehr gerne an das Büro der Landesgeschäftsführung wenden – aber natürlich auch an uns als Vizepräsidenten.

Heinz: Wir appellieren momentan an alle, sich an die vorgegebenen Richtlinien zu halten, und stehen selbstverständlich gerne auch für Fragen zur Verfügung.

Max Heinz: „Wir appellieren an alle, die Richtlinien einzuhalten!“ RS-Foto: Unterpirker

RS: Wie schaut es beim SV Zams beziehungsweise beim SV Silz aus (beides zwei der größten Vereine in den Bezirken Landeck und Imst)? Die Stimmung dürfte da dementsprechend sein, oder?

Frank: Es ist momentan natürlich schwierig. Man trifft sich ja nicht mehr, man sieht sich nicht mehr. Natürlich gibt es jetzt Probleme, nicht nur bezüglich der Kampfmannschaft. Das Problem wird wohl immer mehr Richtung Nachwuchs, Richtung Kinder gehen. Ende März, Anfang April wäre man nun intensiver in die gesamte Trainingsphase und das Outdoor-Training reingekommen und das fällt momentan alles flach. Dennoch muss man immer wieder betonen: Die derzeitige Situation ist eine schwierige, aber sie wird vorbeigehen – dann werden wir wieder durchstarten. Ganz wichtig ist jetzt auch, Optimismus zu verbreiten.

Heinz: Wir haben seitens der Gemeinde und vom Verein die Devise ausgegeben, sämtliche Aktivitäten einzustellen, und das wird zu meinem Dafürhalten zu 100 Prozent eingehalten. Die Stimmung ist natürlich bei allen eingebremst, aber es sind alle momentan noch der guten Hoffnung, dass es in absehbarer Zeit wieder zu einem Normalbetrieb kommt. Es nutzt uns nur etwas, wenn sich alle daran halten, und nicht, wenn einige ihr eigenes Süppchen kochen.

RS: Wie geht’s Ihnen persönlich in diesen Zeiten?

Frank: Mir persönlich geht’s gesundheitlich gut, auch in meinem näheren Umfeld gibt es keine Probleme. Ungewohnt sind logischerweise die Einschränkungen, beispielsweise nicht mehr so Einkaufen gehen, wie man es gewohnt ist. Was extrem schwierig für einen Menschen wie mich ist, dass man die sozialen Kontakte extrem zurückfahren muss, und vieles nur mehr über Handy und Internet geht. Gott sei Dank kann die Technik viel. Jedenfalls ist es eine Situation, aus der man das Beste machen muss und lernen muss, damit umzugehen. Und nochmal: Optimistisch bleiben!

Heinz: Ich bin in einem Alter, von dem es heißt, wir sind Risikogruppen, meine Frau und ich. Wir hocken jetzt halt daheim und lassen uns von den Eltern und den Kindern das Essen beziehungsweise den Einkauf vor die Tür bringen. Und wir halten uns strikt an die Vorgaben.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.