„Peeple“ – das dritte Album der Außerferner Musikvirtuosen „2seedsleft“

Mimi Schmid, Lead-Sängerin ihrer Band “MIM“, lieh „Drehwerk“ ihre Stimme. RS-Fotos: Zeller
Alles andere als Schrott – Max Schrott an den Drums bei „Drehwerk“.

„Vor Kurzem war ich Eier kaufen. Meine Erkenntnis: Hühner sind Asis. Nach ihrem Debütalbum „One Day“ und ihrem zweiten Silberling „The Season Why“ veröffentlichten „2seedsleft“ pünktlich zum Jahresende ihre EP „Peeple“. Mit einer Mischung aus Pop, Jazz, Akustik, Gesellschaftskritik und Witz sind Sebi Schweiger und Andy Steiner bereits seit sechs Jahren ein unschlagbares Duo.

Von Jenni Zeller

Eierkauf und Hühnerbegegnung führten zum Geistesblitz: „Hühner sind Asis. Eigentlich wie wir. Peeple.“ Denn auch beim Federvieh gibt es den stolzen Hahn, den alle anhimmeln und die Außenseiter, auf denen rumgehackt wird. Aus den englischen Termini „peep“ (Hühnerherde) und „people“ (Menschen) schmiedeten „2seedsleft“ sinngemäß das Kunstwort „peeple“ und somit den Taufnamen ihrer dritten Scheibe, die es erstmals nicht nur als CD, sondern auch als Vinyl

Applaus für Christian Larese an Akkordeon und Wurstpapier!

gibt.

Musik lebt.

Gemeinsam mit ihren Bandkollegen Benjamin Lampert (Bass) und Jakob Köhle (Schlagzeug, Gesang) machten Sebastian Schweiger (Keyboard, Gesang) und Andreas Steiner (Gitarre, Gesang) Ende Dezember eine feierliche Release-Tour durch Tirol. Im Innsbrucker Treibhaus, einem Kultur- und Kaffeetscherltreffpunkt im Stadtzentrum, fand ihr letztes Konzert statt, das sie mit dem Innsbrucker Jazz-Trio „Drehwerk“ vor vollen Rängen spielten. „Drehwerk“ präsentierte facettenreiche Stücke mit Klavier, Bass und Schlagzeug, die vom träumerischen Gesang Mimi Schmids ergänzt wurden. Nach der akustischen Entdeckungsreise entführten „2seedsleft“ die Zuhörer auf eine Zeitreise: beginnend bei ihren musikalischen Anfängen im Jahr 2012 über ihre ersten beiden Alben „One Day“ (2014) und „The Season Why“ (2016) bis zu „Peeple“ (2018).

Sebi Schweiger haute mal entspannt, mal mit Pepp in die Tasten und harmonierte stimmlich gekonnt mit seinem Partner. RS-Fotos: Zeller
Applaus für Musik und Publikum.

Neben dem unorthodoxen Musikstil zeichnen sich „2seedsleft“ durch Intellekt, Selbstironie und Humor aus. Wie beispielsweise jeder weiß, ist EP ein Akronym; was auch immer (dieses) Akronym bedeuten mag. Mit Freund und Tontechniker Christian Larese weckte die Band selbst das musikalische Potenzial eines Wurstpapiers. Sebi und Andy bekannten sich außerdem zu ihrer Begeisterung für den voll biologischen YouTube-Kanal „Selbstversorger Rigotti“, dessen Soundtrack ihr Song „Hard Life“ ist. Ein anderer ihrer Songs trägt den Titel „Get a Job“ – denn selbst erfolgreiche Studierende finden sich stets vor der leidigen Frage „Wie lange studierst du eigentlich noch?“ wieder. Für „2seedsleft“, ihres Zeichens selbst Studierende in Innsbruck, ist Musik neben Leidenschaft und Beruf vor allem Ehrensache. Daher, Zitat: „Kauft bitte nur unsere Platte, wenn sie euch gefällt und nicht, wenn wir euch leidtun.“

Andy Steiner meisterte einen Drahtseilakt sowohl zwischen rauer und sanfter Stimme als auch zwischen ungeduldigen und ruhigen Saitenklängen.

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