PIN, BIC & IBAN

Liebe Freunde der sicheren Intimsphäre durch Codes und Nummern!

Jüngst, als ich meinen 60er halbwegs gesund überstand, zog ich ein wenig Bilanz. Mit dem Ziel, für die Zukunft gewappnet zu sein. Ich stieß auf eine eigenwillige Diskrepanz. Das Leben mit den Buchstaben bringt mir Sinnstiftung und macht mir Freude. Schwerer tue ich mich mit Zahlen. Eben diese verfolgen mich regelrecht. Bis hin zu schlaflosen Nächten. Mit einer Art Nummern-Rätsel-Fata-Morgana. Schweißgebadet wache ich auf und befürchte aufkeimende Demenz. Wie war jetzt verdammt nochmal mein PIN-Code für das Handy? Und das Passwort für meinen Computer, dass ich laut Vorschlag unserer EDV-Gurus wieder einmal ändern musste. Aus Sicherheitsgründen. In meiner Panik tröstet mich die Tatsache, dass ich meine Kreditkarten-Nummer tatsächlich noch weiß. Die gestrige Abhebung am Bankomaten hat jedenfalls funktioniert. Leicht ist das mit der Chip-Karte beim Tanken. Das sind gerade mal vier Ziffern meiner einstigen Festnetznummer. Und so etwas hat man sich früher ja gemerkt. Mit Banküberweisungen habe ich gottlob nichts zu tun. Die macht meine Frau. Als sie mir dereinst unseren BIC und unseren IBAN aufschrieb, bekam ich die Krise. Gleich zwei Nummern mit unzählig vielen Ziffern – wer soll sich so etwas merken? Ich bin ja schon überfordert, wenn mir das Handy abstürzt und ich den Code eingeben muss. Was da der aktuelle Stand ist, habe ich delegiert. An Gattin und Sohnemann. Nur: Wenn es gerade mal nicht funktioniert, kann ich beide nicht einmal anrufen. Und ihre Handynummer weiß ich auch nicht. Gut, dass ich im Büro eine Schublade habe. Dort sind auf versteckten Zetteln meine wesentlichen Codes aufgeschrieben. Natürlich verschlüsselt. Damit mir meine Datenräuber nichts anhaben können. Die Nummer der Schublade, in der das alles fein säuberlich notiert ist, bleibt mein Geheimnis. Bei persönlichen Identifikationsnummern (PINs) kenne ich keinen Spaß!

Meinhard Eiter