Play-Off-Bärte sind in Zirl außer Mode

Hans-Peter Kraxner (links) entschied das Duell gegen Dominic Piffer für sich. Die „Gunners“ besiegten Erzrivalen Silz mit 8:5. Foto: Alex Dosch

Trotz des jüngsten Derbysieges über Silz ist für die „Gunners“ die Saison fünf Runden vor Schluss wohl gelaufen 

Die Hohenemser „Steinböcke“ sind mit größter Wahrscheinlichkeit dabei. Wohl auch die „Krokodile“ aus Kundl und die „Drachen“ aus Kufstein. Stellt sich nur noch die Frage: an wen geht das vierte Play-Off-Ticket? An die „Pinguine“ aus Wattens oder an die Silzer „Bullen“? Fakt ist: das Play-Off wird tierisch gut. Und für die als Jäger in die Saison gestarteten „Kanoniere“ aus Zirl bleibt wohl wieder einmal nur die Rolle des Zuschauers. Daran ändert auch der jüngste Derbysieg über Silz nichts.     

Dabei waren die Erwartungen zu Saisonbeginn ganz andere. Mit Kanonenkugeln wollte man zwar nicht auf Spatzen, aber auf alle anderen tierischen Elite-Liga-Gegner schießen. Lediglich die Krokodile aus Kundl und die Silzer Bullen konnten einmal bzw. zweimal erlegt werden. Ansonsten agierten die „Gunners“ zu oft mit Platzpatronen. Dabei begann die Woche der Wahrheit mit dem Gastspiel in Kufstein durchaus vielversprechend. Bis sieben Minuten vor dem Ende in Führung gelegen, mussten sich Payne & Co. am Ende mit 5:6 geschlagen geben. Das darauffolgende Heimspiel gegen Hohenems war dagegen schon nach acht Minuten und einem 0:4-Rückstand entschieden.

Weitaus ausgeglichener und spannender gestaltete sich vergangenen Freitag das im Kampf um die Play-Offs so wichtige, direkte Duell gegen Wattens. Binnen zehn Minuten verwandelten die Walpoth-Schützlinge einen 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung. Von der moralischen und kämpferischen Top-Leistung der „Gunners“ unbeeindruckt, stellten die Pinguine zu Beginn des Schlussdrittels den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her, um 30 Sekunden vor Schluss – Philipp Simperl traf zum 5:5 – den abermaligen Ausgleich zu kassieren. In der dritten Minute der „Overtime“ letztlich das Knock-Out für alle Zirler Play-Off-Hoffnungen. Daniel Frischmann traf zum entscheidenden 6:5 für die Gastgeber.

NUMMER EINS IM OBERLAND. Nur zwei Tage später kam es in der Zirler Eis-Arena zum prestigeträchtigen Derby gegen Silz. Während es für die „Bullen“ im Fernduell mit Wattens um wichtige Punkte in Sachen Play-Off ging, war es für die Gastgeber mehr eine „Frage der Ehre“. Und die beantwortete die Truppe rund um Dreifachtorschützen Martin Sturm eindrucksvoll. Nach einem lauen ersten, einem furiosen zweiten und einem torreichen dritten Drittel stand am Ende ein wenn auch glückliches, aber nicht unverdientes 8:5. „Zu Beginn haben wir uns in der Verteidigung sehr schwer getan. Hatten enorme Probleme beim Herausspielen“, sah Headcoach Georg Walpoth in einer Umstellung Mitte des zweiten Drittels einen Schlüssel zum Erfolg. Ganz zufrieden war er dennoch nicht. „Im Vergleich zu den letzten Spielen, vor allem zu dem in Wattens, war das heute spielerisch um einiges schlechter. Nur hat halt diesmal das Ergebnis gepasst.“ Was die Chancen auf das Play-Off betrifft – der Rückstand auf Rang vier beträgt fünf Runden vor Schluss fünf Zähler – zeigt sich Walpoth realistisch. „Um es doch noch zu packen, haben wir auswärts zu viel liegen gelassen. Jedenfalls müssen aus den nächsten zwei Spielen (am Freitag um 19.30 zuhause gegen Wattens, eine Woche später in Silz, Anmerk.) sechs Punkte her. Und selbst dann braucht es noch den einen oder anderen Zähler.“ Aber wie sagte einst schon Marcus Tullius Cicero: „Solange ich atme, hoffe ich.“

Von Alex Dosch

Ausgeknockt! Zirl und Florian Graf versetzten Silz einen herben Rückschlag in Sachen Play-Off. Foto: Alex Dosch
Mächtig viel Betrieb herrschte vor dem Tor von Silz „Hexer“ Marco Repitsch. Am Ende waren die „Bullen“ am Boden, die „Gunners“ obenauf. Foto: Alex Dosch
Da sah die Zirler Eishockeywelt noch alles andere als rosig aus. Goalie Manuel Draxl ist geschlagen, Dominic Simperl kommt zu spät. Silz führte nach 234 Sek. mit 1:0. Foto: Alex Dosch

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