Pollings Bürgermeister verteidigt Großbetrieb

Kontroversen um den Personalshop-Gebäudekomplex, der derzeit im Pollinger Gewerbegebiet errichtet wird. Anrainer fühlen sich um ihre Lebensqualität betrogen, Pollings Bürgermeister Gottlieb Jäger beruhigt. RS-Foto: Schnöll

Gottlieb Jäger sieht keine Beeinträchtigung der Lebensqualität für Anrainer des „Personalshop“-Gebäudekomplexes

Sieben Familien, die in Flaurling-Bahnhof am Auweg wohnen, äußerten in der vorhergegangenen Ausgabe der RUNDSCHAU Telfs (KW 22, Seite 21) in einem Leserbrief ihre Bedenken gegen einen Großbetrieb, der derzeit in unmittelbarer Nähe der  Auweg-Siedlung errichtet wird. Dabei handelt es sich um ein Büro- und Lagergebäude der derzeit noch im Gewerbepark Gärberbach bei Mutters ansässigen „Personalshop-Servus Handels- u Verlags-GmbH“. Der Pollinger Bürgermeister Gottlieb Jäger hat zu dem Leserbrief nun schriftlich Stellung bezogen. 

Die Bewohner der Auweg-Siedlung sprechen von einem Monsterbau, der ihnen die Lebensqualität nehmen wird. 34,5 Meter hoch, höher als der Pollinger Kirchturm, soll nämlich ein Hochregallager werden, Manhatten liege bald direkt vor ihren Augen. Pollings Bürgermeister Gottlieb Jäger erklärt in der schriflichen Stellungnahme unter anderem: „Eingangs möchte ich festhalten, dass für die Fehlentwicklungen der Raumordnung der Gemeinde Flaurling in diesem Bereich die alleinige Verantwortung die Gemeinde Flaurling trägt. Aber auch den dort angesiedelten Bewohnern war sicherlich bewusst, dass sie sich mitten in einem Gewerbegebiet zweier Gemeinden ansiedeln. Viele werden sich noch an das einstmalige Areal der Ziegelerzeugung von der Firma Fuchs erinnern können. Im Zuge der Ziegelherstellung mittels einer Rüttelmaschine konnte man sogar in ganz Polling den dadurch entstehenden Lärm wahrnehmen. Das war aber für die damalige Flaurlinger Gemeindeführung überhaupt kein Hindernis im angrenzenden Bereich der Firma Fuchs eine Wohnsiedlung entstehen zu lassen!“ Und Jäger weiter: „Neben dem Grundstück, auf dem das Gebäude errichtet wird, befinden sich weitere ca. 8.000 Quadratmeter Freiland-Grund, der sich im Besitz der Firma SFS befindet. Auch da besteht überhaupt keine Gefahr, dass die Auweg-Siedlung in irgendeiner Richtung mit einer Beeinträchtigung ihrer Wohnqualität rechnen muss. Diesbezüglich möchte ich auch anführen, dass nicht eine einzige Firma vom Gewerbegebiet Polling eine Beeinträchtigung für diesen Wohnbereich, weder durch Lärm noch durch Verkehr, darstellt!“

GÜLTIGE BESCHLÜSSE.  Dasselbe gelte laut Bürgermeister Gottlieb Jäger auch für den 200 Meter entfernten Betrieb Personalshop. „Dieser ist ein reiner Handelsbetrieb, zu dem lediglich Waren angeliefert und in späterer Folge von dort wieder versandt werden.  Es könnten auf dem Areal, das als reines Gewerbegebiet ausgewiesen ist, auch 20 Klein- oder Mittelbetriebe ihre Betriebsstätten errichten. Das würde durch Lärm und Verkehr eine wesentliche Verschlechterung in diesem Bereich aufweisen. Dass ein Hochregallager schon allein aus wirtschaftlicher Sicht eine gewisse Höhe beansprucht, versteht sich von selbst. Der größte Teil dieses Gebäudes weist jedoch Höhen von 24 Metern sowie in einem weiteren Teil eine Höhe von 12 Meter auf. So viel zu der Entwicklung des Gewerbegebietes von Polling. Und noch ein paar Zeilen zu den anderen Vorwürfen. Still und leise wurde überhaupt nichts gemacht. Aufbauend auf das vorhin angesprochene  Raumordnungskonzept wurden die dafür vorgesehenen Widmungen beschlossen. Mit sämtlichen dafür notwendigen Gemeinderatsbeschlüssen sowie der aufsichtsbehördlichen Genehmigungen von Seiten der Abteilung Raumordnung des Landes. Des Weiteren war für die Bebauung des Areals von der Firma Personalshop ein Bebauungsplan notwendig. Auch dieser wurde vom Gemeinderat beschlossen und wiederum von der Raumordungsbehörde aufsichtsbehördlich genehmigt. Sämtliche Beschlüsse und Verfahr……… wurden gesetzeskonform angeschlagen.  Auch die Nachbargemeinden wurden diesbezüglich zu Stellungnahmen eingeladen. Allein diese Verfahren dauerten ein gutes halbes Jahr. Da kann wohl von ‚Stillschweigend‘ keine Rede sein. Also nicht nur die dortigen Häuslbauer haben sich an die Tiroler Bauordnung gehalten sondern auch die Gemeinde Polling!“

POSITIVE ASPEKTE. Über diese gesetzlichen Bestimmungen hinaus habe sich Jäger mit den Bürgermeistern der Salzstraße-Gemeinden in Verbindung gesetzt und sie von vorne herein in die Ansiedelung von „Personalshop“ eingebunden. „Es wurden stets die Karten auf den Tisch gelegt, man hat sich auch bei Personalshop in Gärberbach getroffen, damit sich meine Amtskollegen selber ein Bild von dieser Firma machen können. Des Weiteren hat man sich auch im Planungsverband getroffen, um zu besprechen, wie weit ein überörtliches Verkehrskonzept erarbeitet werden könnte. Was in diesem Brief nicht erwähnt ist, sind die positiven Seiten dieser Ansiedelung. So wie schon bis jetzt in den Betrieben im Gewerbegebiet Polling viele Mitarbeiter aus der Region, dabei speziell aus Polling und Flaurling, einen Arbeitsplatz gefunden haben, wird auch dieser Betrieb vielen Arbeitsuchenden einen fairen Arbeitsplatz bieten können!“