Prof. Tilly will Statue als letzte Ruhestätte

Prof. Heinrich Tilly hat seine eigenen Vorstellungen von seiner Beerdigung. Er will das „1. Fåsnåchtsbegräbnis“ in Telfs. RS-Foto: Schnöll

„Telfer Original“ wünscht sich eine „Fåsnåchtsbestattung“ beim „Bronze-Schaman“ vor dem Sportzentrum

Sein Leben gilt der „Telfer Fåsnåcht“ und auch im Tod will er mit ihr vereint sein: Gemeint ist Professor Heinrich Tilly. Der Telfer Mythologe, Autor und Künstler hat unlängst bei der Marktgemeinde Telfs ein Ansuchen auf eine „Fåsnåchtsbestattung“ gestellt. Seine Urne soll nicht im Friedhof, sondern in der „Schamanen-Statue“ vor dem Sportzentrum Telfs beigesetzt werden. Der  Gemeinderat hat dem Ansuchen bereits zugestimmt, eine von der BH Innsbruck notwendige Genehmigung steht noch aus. 

„Ich bin jetzt 86 und muss schön langsam an´s Zusammenpacken denken“, schmunzelt Prof. Heinrich Tilly, als er von seinem ungewöhnlichen Wunsch einer „Fåsnåchtsbestattung“ erzählt. In einem Grab beigesetzt werden will er allerdings nicht. „Meine zwei Töchter und die drei Enkelinnen, zu denen ich übrigens sehr gute Kontakte pflege, leben in Wien. Es wäre also niemand in der Nähe, der mein Grab pflegen würde“, sagt Tilly und er nennt den Ort, der einmal seine letzte Ruhestätte sein soll. „Die Schamanen-Statue vor dem Sportzentrum. Es ist das größte Kunstwerk, das ich für die Marktgemeinde je geschaffen habe. Mein Abschied soll eine Art Fåsnåchtsbestattung werden. So ganz ohne Kranz und Kult, einfach still. Die Urne mit meiner Asche, die mit der Zeit sowieso zu Staub wird, soll man in die Bronzefigur hineinstellen. Um die Statue hochzuheben, wird es halt einen Autokran brauchen, irgendwie wird sich das schon machen lassen“, meint der Professor.

GEHEIMNIS. Den Antrag auf die „1. Fåsnåchtsbestattung“ hat Heinrich Tilly vor einiger Zeit im Marktgemeindeamt eingebracht. „Der Gemeinderat hat dem bereits positiv zugestimmt. Jetzt bedarf es noch einer Genehmigung durch die Bezirkshauptmannschaft. Höchstwahrscheinlich wird auch diese Behörde ihre Zustimmung erteilen“, berichtet der Telfer Bürgermeister Christian Härting. Prof. Heinrich Tilly kann sich vorstellen, dass es nach seinem irdischen Abschied in der „Schleicherlaufen“-Gemeinde noch mehrere „Fåsnåchtsbestattungen“ geben könnte. „Alle Fåsnåchter sollten ihre Urne unter einer Stufe der Zugangstreppe zur Pfarrkirche beisetzen lassen. Die Fåsnåchtsmitglieder sollten den Verstorbenen auf seinem letzten Weg begleiten, aber nur der Laternenträger sollte kostümiert sein“, so Tilly. Und er äußert beim RUNDSCHAU-Gespräch gleich noch einen großen Wunsch. „Die Volksschauspiele in der Form, wie sie derzeit stattfinden, sollen abgeschafftt werden. Jedes Jahr im Sommer sollte so wie der ‚Jedermann‘ in Salzburg bei uns in Telfs ‚Der Mohr von Hörtenberg‘ gespielt werden. Gregor Bloeb könnte als ‚Panzenaff‘ glänzen und Tobias Moretti würde mir als ‚Graf Heinrich von Eschenlohe‘ gefallen!“ Ein großes Geheimnis von Prof. Heinrich Tilly darf erst nach seinem Tod gelüftet werden. „Da werden einige Volkskundler noch staunen. Die Fåsnåchten haben nämlich mit Volkskunde und Brauchtum überhaupt nichts zu tun. Die Fåsnåcht ist ein Nachspiel himmlischer Geschehnisse zur babylonischen Zeit. Das habe ich alles mythologisch erforscht und niedergeschrieben. Veröffentlichen darf ich das aber noch nicht. Aber eines kann ich zu Lebzeiten sagen: Die Telfer Fåsnåcht ist das kostbarste Kulturgut, das es in Österreich gibt!“

In dieser „Schamanen-Statue“ soll Tillys Urne einst beigesetzt werden. RS-Foto: Schnöll