Raus & Rein

Liebe Freunde dichter Grenzen!

Vor lauter Maßnahmen, unser Land vor Zuzug zu schützen, vergaßen unsere Gottoberen offensichtlich, dass es da doch den einen oder die andere gäbe, die wir nicht ungern zu den Unsrigen zählen möchten. Früher waren das Sportler wie Austrokanadier, die uns im Eishockey erfolgsdienlich sein sollten. Oder Austrochinesen – zur Erlangung des Europameistertitels im Tischtennis-Teambewerb. Heute gibt es da scheinbar noch andere Begehrlichkeiten. Irgendwelche Wirtschaftsbosse, die weltweit ihre Kohle verdienen, privat aber gerne ihren Wohlstand als österreichische Staatsbürger genießen möchten. So las ich jüngst im Teletext, dass unser Innenministerium bei der Vergabe von Promi-Staatsbürgerschaften durchaus zur Milde neigen würde. Mehr noch. Solcherart ins Land gebrachte Leute sollten den strengen Vorschriften des Datenschutzes zufolge quasi geheim, anonym und möglichst unerkannt einreisen. Die Gefahr, dabei irgendwelche Menschen der Schlepperei verdächtig machen zu müssen, besteht nicht. Schließlich handelt es sich hierbei ja um höchstes Staatsinteresse. Vergleichbar mit der Außerlandesbringung des weißen Edelrosses, das jüngst anlässlich eines Staatsbesuches einem Scheich als Gastgeschenk dargebracht wurde.Umgekehrt gibt es nun Menschen – die Rechten werden sie Linke schimpfen – die meinen, dass das Hereinlassen Prominenter eben schon öffentlich gemacht werden sollte. Wenn schon staatliches Interesse, dann eben Mitteilung an alle, also auch das Wahlvolk. Hat ja auch was, die viel zitierte Bürgerbeteiligung samt Transparenz. Insgesamt muss ich persönlich ja ohnehin beim momentanen Schließen fast aller Routen nach Österreich intellektuell passen. Zum einen sollen so wenig Menschen wie möglich rein. Zum anderen tragen wir den Südtirolern jetzt sogar die Staatsbürgerschaft nach. Ohne zu wissen, ob die das überhaupt wollen. Grenzüberschreitend Ausländer zu Inländern machen – das verwirrt!

Meinhard Eiter

 

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