Reglements, keine Verbote

Markus Moll, LA Andreas Leitgeb und Heinz Kotz sind sich einig: Ein Permit-System mit Kontingentierung ist die einzige Lösung für das Motorradlärmproblem. RS-Foto: Schretter

NEOS sehen Permit-System als einzige Lösung für Motorradlärmproblem

Es ist zu laut! Ein Aufschrei fordert Abhilfe und Lösungen für das Motorradlärmproblem. Eine jetzt präsentierte Motorradlärmstudie zeigt eine ernüchternde Bilanz. Den Außerfernern reicht es – es muss etwas geschehen!

Vor allem im Außerfern beklagen sich Anrainer, die im Bereich der beliebten Motorradstrecken – Tannheimer Tal, Hahntennjoch, Planseebundesstraße – wohnen, seit langem.
Die vom Land in Auftrag gegebene Lärmstudie zeigt mit mehr als 90 Prozent eine sehr hohe Rücklaufquote und gilt als sehr aussagekräftig. Neben Lärmmessungen und Verkehrszählungen wurde in mehr als 500 Einzelinterviews im Bezirk die Meinung der Bevölkerung erhoben.
Zwei Drittel aller Befragten gab an, dass sich der Motorradlärm stark auf ihre Gesundheit auswirke. Etwa ebenso viele Interviewte beklagten, dass neben der allgemeinen Verkehrsbelastung vor allem jene durch den Motorradlärm stark zugenommen habe und sie sich stark gestört und gefährdet fühlen. Vor allem Motorradgruppen werden als extrem störend empfunden.

Die pinke Sicht.

In einem Pressegespräch nahmen die NEOS Stellung. LA Andreas Leitgeb betonte, dass die NEOS einen Dringlichkeitsantrag gestellt hätten. Während der Motorradsaison 2019 (Mai bis Oktober) sollen Bestandserhebungen auf allen Motorradstrecken in ganz Tirol durchgeführt werden. Unter Berücksichtigung einiger Parameter – Wetter, Freizeitverkehr, Wochenendverkehr usw. – wird erhoben, wie viel Motorräder, wie schnell und wie laut auf den Strecken unterwegs sind und wo Handlungsbedarf besteht.
„Einige dringliche Maßnahmen, wie Lärmschutzwände und -fenster und verkehrsbeschränkende Auflagen wurden zwar umgesetzt. Sie lindern aber die Situation nur und lösen das Problem nicht“, so Leitgeb. Reglements statt Verbote – so lautet die Forderung der NEOS. Ein „Permit-System“, also eine Kontingentierung kann Abhilfe schaffen, davon sind nicht nicht nur Andreas Leitgeb, sondern auch die beiden NEOS-Bezirksverteter, Heinz Kotz und Markus Moll, überzeugt.
Eine Kontingentierung erlaubt nur zu bestimmten Zeiten, nur einer bestimmten Anzahl von Motorrädern, die beliebten Motorradstrecken zu benutzen. Um Ausweichverkehr verhindern zu können, soll die Kontingentierung landesweit, am besten an jedem Tag gelten. Eine Überwachung wird durch Überkopfwegweiser gewährleistet, Daten werden direkt an die Polizei übertragen. Die Anmeldung wird online getätigt. Von dieser Regelung sollen E-Motorräder, Berufspendler und Anrainer ausgenommen werden. Zusätzlich soll erhoben werden, ob Ortstafeln noch zeitgemäß sind oder versetzt werden müssen.
Markus Moll plädiert für zielgerichtete Schnellmaßnahmen: „Wer den Auspuff seines Motorrads tauscht und damit mehr als 100 Dezibel Lärm verursacht, muss belangt werden. Kontrollen sind wichtig, weil sie „Radaubrüder“ abhalten, auf kontrollierten Strecken zu fahren. Solche Maßnahmen haben Signalwirkung.“
Lärm ist gegenwärtig und laut WHO eine der größten Gesundheitsschädigungen. Umso wichtiger ist es, eine evidenzbasierte Erhebung zu machen und dann gezielt Maßnahmen zu setzen, so Leitgeb abschließend.