Reif für die Insel?

Christa Horst, theol. Referentin des Geistlichen Zentrums Hensoltshöhe in Franken, begeisterte die Zuhörerinnen. RS-Foto: Chauvin

Großer Frühstückstreff im Veranstaltungszentrum

Aus einer Vision wurde vor über fünf Jahren Wirklichkeit. „Wir wollten auch im Außerfern ein Treffen für Frauen im Rahmen der Ökumene ins Leben rufen und mit Vorträgen wichtige Hilfen geben“, so die Organisatorin Anne Stieger.

Von Claudia Chauvin

Nun endlich haben sie sich einen Namen gegeben, die fünf Musikerinnen. Die ÖFF-Combo umrahmte den Morgen (Ökomenische Frauen-Frühstücks-Combo!). RS-Foto: Chauvin

Sie sprach verschiedene Frauen in den Kirchengemeinden an und fand sofort Mitstreiterinnen.
Überrascht waren sie jedoch, dass die Beliebtheit der Frauenfrühstücks-Runde von Mal zu Mal größer wurde. Beim letzten Treffen waren 121 Anmeldungen eingegangen.
Mit einem Augenzwinkern meinte Brigitte Moritz, die durch das Programm führte jedoch, dass die Kapazität des Saals bei weitem noch nicht erreicht sei. Es können noch viele interessierte Frauen dazukommen.

Inseln im Alltag.

Mit Christa Horst, aus dem Geistlichen Zentrum Hensoltshöhe in Gunzenhausen in Franken, war diesmal eine theologische Referentin eingeladen worden, die aus der Frauen- und Familien-Seelsorge kommt. Quirlig und lebendig, nahe am Menschen und seinen Problemen, so wirkte und sprach sie zu den Besucherinnen. „Sind wir richtig, dort wo wir stehen, oder macht uns der Stress, das eigene Anspruchsdenken oder das der anderen an uns krank? Sind wir reif für die Insel?“ und das waren nur drei von vielen Fragen und Situationen, die sie in den Raum stellte. Im Alltag gäbe es immer wieder Situationen, da wünschen wir uns ganz weit weg – am liebsten auf eine einsame Insel.
Stress – es gibt kein Leben ohne Stress – ein besonderes Essen, ein wichtiges Gespräch, Prüfungen oder Urlaubsvorbereitungen. Manchmal  machen wir uns auch selbst Stress, gerade wir Frauen mit unserer offenen, hilfsbereiten Art. Wir sehen die Bedürfnisse der anderen, wollen diese auch befriedigen, vergessen dabei unsere eigenen Erfordernisse und irgendwann ist es dann eben soweit. Aber auch schlechter Umgang mit unserem Körper, zu wenig Schlaf, zu viel Kaffee tun das ihre, oder Beschwerden werden nicht ernst genommen. „Wer ständig mit  unerfüllten Wünschen lebt, ist immer unzufrieden“, so Horst. Auch Gott habe einen Ruhetag eingelegt und Jesus hat seinen Jüngern empfohlen, „geht an eine einsame Stelle und ruht ein wenig.“ Gott misst nicht nach Leistung – wir müssen nicht perfekt sein. Wie können nun die Inseln, die Oasen im Alltag aussehen? Über das WIE kann man streiten, jeder darf anders entspannen. Klare Ziele setzen, Entscheidungen treffen und durchziehen sind ein Weg, um den Stress zu minimieren. Musik in jeglicher Form ist eine Oase der Entspannung. Lernen, durch Nichtstun zu entspannen, wieder neu lernen zu genießen, das Schöne um uns wahrzunehmen. Auch Tagebuch schreiben sei eine gute Methode der Ordnung, und um Dinge für sich zu klären. Es seien die kleinen Freuden, die das Leben bereichern. Denn, so meinte die Referentin: Wer nicht genießt, wird ungenießbar.
Übrigens: Auch auf einer einsamen Insel gibt es nicht nur Sonne und Sandstrand, sondern auch Stürme und Steine. In jeder Situation sind Aufgaben zu bewältigen.

Termin.

Es steht der Termin fürs nächste Frauenfrühstück fest: Am 17. 11. 2018 im VZ. Jede Frau ist herzlich willkommen.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.