Resolution zum Schutz des Tschirgantwassers

Das Tschirgantmassiv bietet der Gemeinde Haiming für Zeiten der Not wertvolle Wasserreserven. RS-Fotos: Dorn

Gemeinderat Haiming verabschiedet neuerlichen Beschluss gegen Tunnelbau

Der geplante und von einigen Gemeinden im Bezirk präferierte Bau des Tschirganttunnels stößt bekanntermaßen in der Gemeinde Haiming auf kein Wohlgefallen. Neben der Befürchtung, dass durch den Tunnelbau der Verkehr auf Gemeindegebiet massiv verstärkt werden könnte, gibt es auch ein generelles Bedenken gegen die Untertunnelung des Bergmassivs. Nun fasste der Gemeinderat einen Beschluss, in der der Schutz des riesigen Wasserreservoirs im Tschirgant gefordert wird.

Von Agnes Dorn

Der Tschirgant ist ein Bergmassiv mit sehr durchlässigem Kalkgestein, das wie ein Schwamm Wasser aufsaugt und speichert. So gibt es auch kaum Quellen, vielmehr steht das Wasser überall. Schon vor 15 Jahren habe man festgestellt, dass man das Wasser ablassen müsste, wenn man einen Tunnel bauen wollte, erklärt Gemeinderätin Alexandra Harrasser. Um die riesigen Trinkwasserreserven, die im Inneren des Berges ruhen, nachhaltig zu schützen, hat der Gemeinderat nun einen Beschluss zur Sicherstellung des Trinkwasserschutzes im Tschirgant gefasst. Die Resolution, die sich generell gegen „sämtliche Eingriffe in die strategischen Tschirgant-Trinkwasserreserven“ ausspricht, ist von einem Konsortium entwickelt worden, zu dem neben Bürgermeister Josef Leitner unter anderen auch der ehemalige Amtsleiter Anton Raffl sowie die Gemeinderäte Claudia Melmer und Alexandra Harrasser gehören. Sprecher der Arbeitsgruppe ist Hubert Wammes, Mitbegründer der Haiminger Markttage.

Schützenswert.

Auch wenn die Gemeinde Haiming das meiste Trinkwasser aus dem Ötztal bezieht, liegen doch wesentliche Reserven des lebenswichtigen Guts im nahen Tschirgant verborgen. Und bereits jetzt wird das Wasser des Kalkmassivs für die Obstanlagen der Haiminger Bauern sowie als Notreserve für wasserarme Zeiten genutzt. Dass das Wasser als kostbares Gut besonders schützenswert ist, wird auch in der nun verabschiedeten Resolution betont: „Auch und weil die Bedeutung durch das reichliche und ,gewohnte‘ Vorhandensein unseres hervorragenden Trinkwassers als selbstverständlich gilt, muss es Aufgabe für eine weit vorausschauende Politik sein, mit dem ,Gut Wasser‘, welches in vielen Regionen der Welt nicht vorhanden ist, sehr sorgsam umzugehen und es zu schützen. Deshalb sind sämtliche Eingriffe in die strategische Wasserreserve des Tschirgantmassivs abzulehnen und stehen im Widerspruch zu einer verantwortungsvollen ,Trinkwasser-Vorsorge-Politik im öffentlichen Interesse‘“. Der nun vom Gemeinderat gefasste Beschluss steht in einer Reihe von Maßnahmen, die Haiming bereits gegen den Bau des Tschirganttunnels gesetzt hat: Im Jahr 2004 sprach sich die Mehrheit der Bevölkerung bei einer Befragung gegen die Röhre aus, ein darauffolgender Gemeinderatsbeschluss setzte fest, dass keine gemeindeeigenen Gründe für den Bau zur Verfügung gestellt werden und die von über 90 Prozent der Bürgermeister der Bezirke Imst, Landeck und Reutte unterstützte Petition zur Realisierung des Vorhabens wurde von Bürgermeister Josef Leitner ebenfalls nicht unterschrieben.

Bürgermeister Josef Leitner ist wie die Mehrheit der Haiminger ein bekennender Gegner des Tschirganttunnels.

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