Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
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20 Jahre im Dienste des Menschen

ARA Flugrettungsstation Reutte feierte Jubiläum

Mit einem Tag der offenen Tür samt Festakt beging die ARA Flug-rettungsstation Reutte am vergangenen Samstag ihr 20-jähriges Bestehen. Gemeinsam mit Vertretern von Freiwilligen- und Blaulichtorganisationen sowie Politikern blickten die Einsatzkräfte auf zwei Jahrzehnte im Dienste des Menschen zurück.
12. September 2022 | von Magdalena Winkler
Applaus für 20 Jahre Einsatzbereitschaft. RS-Fotos: Winkler
Von Magdalena Winkler.
Die Gründung der Station der ARA-Flugrettung gemeinnützige GmbH im März 2002 ist Stationsleiter Michael Schweiger noch in besonderer Erinnerung. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Station noch am Flugplatz in Höfen. Mit der Hochwasserkatastrophe im Sommer 2005 sah sich das Team der Flugrettung jedoch dazu gezwungen, auf das Gelände des Krankenhauses und Pflegeheims Reutte-Ehenbichl zu übersiedeln. Drei Jahre darauf konnte schließlich der Bau des neuen Hubschrauber-Hangars fertiggestellt werden. Eben dort hatten sich am Samstag zahlreiche Interessierte, Weggefährten und Mitstreiter zu einem gemeinsamen Fest eingefunden. „Da waren schon viele Emotionen dabei, in diesen 20 Jahren“, meinte Schweiger bei der Eröffnung der Jubiläumsfeierlichkeiten, die er auch als Gelegenheit sehe, sein großartiges Team vor den Vorhang zu holen. Dieses umfasst heute 37 Personen, bestehend aus kompetenten und erfahrenen Piloten, Notärzten, Winch Operatoren („Windenführern“), Notfallsanitätern und Flugrettern, die zu rund 1.000 Einsätzen im Jahr gerufen werden.

FEIERN.
Das Jubiläum wurde als Anlass für einen Tag der offenen Tür genutzt. Die Besucher hatten dabei die Möglichkeit, einen Einblick in den vielfältigen Wirkungsbereich der Flugrettung zu erhalten: So konnte etwa der Notarzthubschrauber RK-2, der am Vormittag noch zu einem Einsatz unterwegs war, besichtigt werden. Ebenso stattete der Polizeihubschrauber Libelle dem Reuttener Stützpunkt einen Besuch ab. In Ausstellungen informierten Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Berg- und Wasserrettung über Einsätze und Ausrüstung. Mit den Auftritten der MK Ehenbichl, den Alpengrageelern und der Band RIN-Code kamen die Besucher im beheizten Festzelt auch musikalisch auf ihre Kosten.

ZURÜCKBLICKEN.
Bei der Eröffnung begab sich Speakerin Carina Frei jedoch zunächst einmal auf eine ganz besondere Zeitreise: Mit Gesprächspartnern aus verschiedenen Bereichen ging sie der Geschichte der ARA Flugrettung in Reutte auf den Grund, wobei sich diese als echte Erfolgsgeschichte entpuppte. So gaben ARA-Geschäftsführer Thomas Jank und Stellvertreter Andreas Grießer Einblick in die technische Weiterentwicklung der Flugrettung, die seit der Gründung „Lichtjahre“ zurückgelegt habe. Die Geschäftsführung sei dabei stets darum bemüht, für ihre hochqualifzierten Mitarbeiter „die Rahmenbedingungen zu schaffen, die diese verdienen“, betont Jank. Ebenso blickt der Vorstand der DRF Luftrettung Dr. Peter Huber zufrieden auf die vergangenen beiden Jahrzehnte zurück und zeigt sich erfreut über die Zusammenarbeit am Standort. Hanspeter Wagner, Obmann des Krankenhausverbandes Reutte, hebt indes die herausragende Bedeutung der ARA Flugrettung für die medizinische Versorgung im Bezirk hervor: „Auf dieses Team kann man sich zu 100 % verlassen.“

VORAUSSCHAUEN.
In dieselbe Kerbe schlägt Reuttes Vizebürgermeister Klaus Schimana: Angesichts der geografischen Besonderheiten des Außerferns mit teils schwierig zu erreichenden Gemeinden und Weilern komme der Flugrettung eine ganz besondere Bedeutung zu. Tatsächlich reicht sie auch über die Bezirks- und Landesgrenzen hinaus: Als erster Luft-
rettungsorganisation in Österreich und Deutschland ist es der ARA Flug-rettung nämlich seit Kurzem auch möglich, Nachtwindenbergungen durchzuzuführen. Der Crew spricht daher auch Ehenbichls Bürgermeis-ter seinen tiefsten Respekt für ihre Einsatzbereitschaft aus. Es sei jedoch nicht immer einfach, die Anforderungen einer modernen Einsatzzentrale mit den Bedürfnissen der Anwohner in Einklang zu bringen. Winkler habe angesichts erhöhter Lärmbelastung Verständnis für die Vorbehalte der Anrainer, betonte aber auch, dass ein Weg gefunden werden müsse, um letzten Endes die medizinische Versorgung der Region zu garantieren. Man sei im Austausch mit Experten, der Evaluierungsprozess um eine mögliche Standortverlegung laufe. Erste Ergebnisse seien voraussichtlich im Herbst zu erwarten. Ein klares Bekenntnis, sich auch künftig für die Belange der Flugrettung im Bezirk einsetzen zu wollen, gab daraufhin die Präsidentin des Tiroler Landtages, Sonja Ledl-Rossmann. Es berühre sie, so vielen Menschen gegenüberzustehen, „die sich tagtäglich in den Dienst von Menschen stellen“.  Dabei erinnerte sich Ledl-Rossmann auch an die Anfangszeit der Flugrettung, zu einer Zeit, als sie noch die Heimleitung des Hauses Ehrenberg innehatte. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr das Jahr 2005, als Teile des alten Pflegeheims aufgrund des Hochwassers kurzerhand für die Flugrettung umfunktioniert werden mussten.
Die abschließenden Grußworte kamen von der Bezirksleitung des Feuerwehrverbandes Reutte, die mitunter bei den vergangenen Waldbränden eng mit der ARA zusammenarbeitete. „Wir hoffen, dass das Rattern der Rotoren noch lange ertönt“, so Bezirksfeuerwehrkommandant Dietmar Berktold in seiner Ansprache. „Denn der Lärm, wenn dieses Rattern verschwindet“, so Berktold weiter, „wäre wohl noch lauter.“

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