Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Reutte | Chronik | 26. Mai 2020 | von Sabine Schretter

Ehrenberg-Saisonstart mit burgenkundlicher Sensation

Bei Grabungsarbeiten für das Fundament der Unterfangungsmauer wurde Lockermaterial mit Ziegeleinschlüsse sichtbar (schwarze Markierung). Foto: Burgenwelt Ehrenberg
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Reutte  von Sabine Schretter
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Burgenwelt Ehrenberg Ausgabe Reutte Armin Walch Bernhard Retter Wehrmauer Felsgang Dürnitz Bundesdenkmalamt Dr. Joachim Zeune DI Mag. Alexander Oberlechner Werner Entstrasser Murad Dalgatov Edmond Kle Boua Ruine Ehrenberg Landesgedächtnisstiftung Marktgemeinde Reutte TVB Reutte Reuttener Bergherbst Ritter Rüdiger Familientage Kulturtage auf Ehrenberg Erlebnismuseum „Dem Ritter auf der Spur“ Naturausstellung „Der letzte Wilde“ „20 Jahre Ehrenberg“ „Kaiser Max – dem letzten Ritter auf der Spur“ Dauerausstellung „Angriff und Verteidigung“ Hornwerk Fußgängerhängebrücke highline 179 Schrägaufzug Ehrenberg Liner
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Grabungsarbeiten brachten zufällig über 500 Jahre alten Felsgang auf der Burgruine Ehrenberg zutage

Mit dem 29. Mai ist es endlich so weit: Die Burgenwelt Ehrenberg mit all ihren Attraktionen und Angeboten öffnet nach der Coronapause wieder ihre Tore – und wartet zum Saisonstart gleich mit einer Sensation auf!
von Sabine Schretter

Bei Grabungsarbeiten für das Fundament der absturzgefährdeten Wehrmauer fanden Baggerfahrer Bernhard Retter und der GF der Burgenwelt Ehrenberg, Arch. DI Armin Walch, durch Zufall den Ausgang eines spektakulären Felsganges. Erste burgenkundliche Untersuchungen weisen auf einen Ausfall- oder Fluchtstollen hin. Der Felsgang muss aber Teil des Verteidigungskonzeptes der frühen Burgenanlage (vor 1550) gewesen sein, da er sehr aufwendig in den Naturfelsen getrieben wurde. Die Stufen des steilen Felsganges sind aus dem gewachsenen Felsen herausgearbeitet. Sowohl für das Bundesdenkmalamt (DI Mag. Alexander Oberlechner) als auch für den Burgenforscher Dr. Joachim Zeune stellt dieser Zufallsfund eine burgenkundliche Besonderheit dar. Baudaten des Felsganges: schräge Länge ca. 15 m, Breite 1,2 bis 1,5 m,   Höhe mindestens 2,3 m, überwundene Höhe ca. 7 m.

FREIGELEGT. Das Hausmeisterteam mit Werner Entstrasser, Murad Dalgatov und Edmond Kle Boua grub mit großer Anstrengung den komplett verschütteten Felsgang aus, der nun im vollen Umfang begehbar ist. Allerdings müssen noch Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden, bevor der Felsgang als weitere Attraktion von den Besuchern der Ruine Ehrenberg beschritten werden kann. Da diese Sicherungsmaßnahmen aufwendig und von denkmalpflegerischen Kenntnissen begleitet sein müssen,  hat GF Armin Walch ein eigenes Projekt „Sicherung, Sanierung und Rekonstruktion des historischen Felsganges bei der Ruine Ehrenberg“ erarbeitet und bei den Förderstellen des Landes Tirol eingereicht. Alle Maßnahmen sind mit den Grundeigentümerfamilien Tschurtschenthaler/Fürmann abgestimmt. Ohne die Grabungsarbeiten für das Freilegen des Felsganges (diese wurden als Eigenleistung des Vereins Burgenwelt Ehrenberg durchgeführt) betragen die Kosten für die Sicherungsmaßnahmen 102.000 Euro netto. Dabei wurden 56.000 Euro (aufgeteilt zwischen der Kulturabteilung und der Landesgedächtnisstiftung) angefragt, das Bundesdenkmalamt beteiligt sich mit 9.000 Euro, die Marktgemeinde Reutte, der TVB Reutte und der Verein Burgenwelt Ehrenberg haben je 10.000 Euro zugesagt, und die highline179 fördert dieses Projekt mit 7.000 Euro.




 
Ehrenberg-Saisonstart mit burgenkundlicher Sensation<br />
GF Armin Walch zeigt den bereits freigelegten Eingang zum Felstunnel.
RS-Foto: Schretter
RUNDUM WEHRFÄHIG. Im Herbst ist die Eröffnung des Felsganges im Rahmen des Reuttener Bergherbstes für das Publikum ge-plant und auf der Burgruine Ehrenberg gibt es eine neue touristische Attraktion. Sowohl geschichtlich als burgenkundlich – aber auch kulturtouristisch – stellt der Felsgang ein weiteres Highlight in der Burgenwelt Ehrenberg dar.
Der neue Felsgang wird mit der Aussichtsplattform am Dürnitz, der Rekonstruktion des Wehrganges im Vorhof der Ruine und dem Falkenturm einen Rundweg an spektakulären Besichtigungspunkten bilden und den Besucher durch die Burg-ruine Ehrenberg führen. Elemente der Wissensvermittlung zur Verteidigungskonzeption der Burg Ehrenberg werden dem Besucher „nebenbei und selbsterklärend“ einen kulturellen Mehrwert beim Besuch der Ruine mitgeben.

 
Ehrenberg-Saisonstart mit burgenkundlicher Sensation<br />
Waltraud Heinrich erklimmt die steilen Stufen durch den Felsgang ins Innere der Burgruine Ehrenberg. RS-Foto: Schretter
AUF IN DIE BURGENWELT EHRENBERG. Nicht nur in den Fels gehauen bietet die Burgenwelt Ehrenberg Spektakuläres für Groß und Klein. Für den Saisonstart hat sich das Team rund um GF Armin Walch etwas ganz Besonderes einfallen lasssen: „Wir wollen ein Signal an die Bevölkerung und die Region senden, dass die Burgenwelt Ehrenberg als Freizeiteinrichtung wieder für jedermann zu besuchen ist. Kinder, Familien und Erwachsene waren viele Wochen in ihren Aktivitäten eingeschränkt. Jetzt dürfen alle endlich wieder raus und da bieten wir mit unserer breiten Attraktionenpalette viel Raum für Spiel, Spaß, Fantasie und Bewegung. Wir haben zum Saisonstart ein tolles Paket geschnürt“, weckt GF Armin Walch die Vorfreude. Am Freitag, dem 29. Mai, geht es los. Die Angebote des Saisonstarts gelten dann bis 28. Juni. Während dieser Zeit erhalten alle Kinder bis zwölf Jahre im Rahmen der „Ritter Rüdiger Familientage“ ein kostenloses Schatzsucheheftchen samt einer geheimnisvollen Belohnung. Dazu gibt es für alle kleinen Leckermäulchen einen gratis Ritter Rüdiger Eisbecher im Restaurant Salzstadel. Weitere Familienattraktionen sind das Sagenverlies mit Familientheater und der Ritter Rüdiger Themenspielplatz. Die „Kulturtage auf Ehrenberg“ richten sich an Familien und Erwachsene. Sie erhalten die Eintritte zum Erlebnismuseum „Dem Ritter auf der Spur“ und zur Naturausstellung „Der letzte Wilde“ jeweils um 50 Prozent ermäßigt. Auch die Ausstellungen „20 Jahre Ehrenberg“, „Kaiser Max – dem letzten Ritter auf der Spur“ und die Dauerausstellung „Angriff und Verteidigung“ im Hornwerk sind einen Besuch wert. Ab 29. Mai sind auch die Fußgängerhängebrücke highline 179 und der Schrägaufzug Ehrenberg Liner wieder für die Besucher geöffnet.

INFO. Ab Freitag, dem 29. Mai, ist das Besucherzentrum der Burgenwelt Ehrenberg bei jeder Witterung von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Montag und Dienstag sind Ruhetage (ausgenommen Feiertage). Bei allen Anlagen und Attraktionen in der Burgenwelt Ehrenberg gelten die aktuellen Corona-Verordnungen. Alle weiteren Informationen sind auf der Homepage der der Burgenwelt Ehrenberg www.ehrenberg.at zu finden.
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