Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Reutte | Chronik | 12. Oktober 2020 | Sabine Schretter

Einer, der mit dem Herzen dabei ist – Stevy Wilhelm

Einer, der mit dem Herzen dabei ist – Stevy Wilhelm
Er tourte und spielte mit den Schürzenjägern. Jetzt ist STEVY, Stefan Wilhelm, solo unterwegs. Foto: Monja Lettenbichler
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Stevy Wilhelm Schürzenjäger Interview
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Stevy war Sänger und Gitarrist bei den Schürzenjägern. Jetzt widmet er sich seinem Solo-Projekt „STEVY“

Manchmal muss man im Leben Entscheidungen treffen, die schwerfallen und für Außenstehende kaum nachvollziehbar sind. Man selber weiß aber: „Ich muss das tun!“ So erging es vor Kurzem dem Außerferner Vollblutmusiker Stefan „Stevy“ Wilhelm. Stevy ist jetzt Solokünstler. Der RUNDSCHAU erzählte er, wie es dazu kam.
Von Sabine Schretter.
Sein musikalisches Talent bekam Stefan Wilhelm, der im Lechtal aufgewachsen ist, in die Wiege gelegt. Schon in ganz jungen Jahren musizierte Stevy mit seinem Vater, spielte Keyboard und kam mit zwölf Jahren zur Musikkapelle Holzgau. Eine TV-Serie – „Frankie“ – weckte in Stevy den Wunsch, ähnlich dem Serienprotagonisten Frankie, Musiker und Gitarrist zu werden. Von nun an übte er täglich mehrere Stunden auf Vaters E-Gitarre und spielte lange Zeit bei der Coverband „R.P.M.“ mit. Seinen erlernten Beruf „Maschinenschlosser“ übte Stevy gerade einmal zwei Jahre aus. Schließlich siegte die Leidenschaft für die Musik: Stevy gab den Job auf und gründete mit einer Freundin das Duo „Inflagranti“ – unplugged music mit zwei Stimmen und zwei Gitarren. Gemeinsam mit einem Kollegen brachte er ein zweites Duo „Landjäger“ erfolgreich an den Start. Und jetzt ging’s richtig ab: Zeltfeste, Partys, Hochzeiten, Après Ski – Stevy war mitten drin in der Szene.

Schürzenjäger.
Und dann kamen die Schürzenjäger! Schon beim ersten Kontakt im Zillertal stimmte die Chemie. 2008 startete Stevy als Sänger und Gitarrist mit den Schürzenjägern durch. Jetzt konnte er seine Leidenschaft in großer Bandbreite – Rock, Pop, Country, Folk uvm. – voll ausleben. Spannende zwölf Jahre auf vielen Bühnen vor tausenden Fans folgten, die Stevy niemals missen möchte. Aber sein Weg ging weiter: Seit 2016 tritt er als „STEVY“ unplugged auch solo auf, performt Kultsongs und Chart-hits – unverfälscht mit Akkustikgitarre und Mikro. Im Frühling 2020 gelang „STEVY“ mit „Auf Amol“ ein grandioser viraler Hit, in dem er sich mit der Corona-Krise beschäftigte. Innerhalb eines Tages wurde der  Titel über 14.000 Mal geteilt und rund 260.000 Mal angehört (Quelle: unsertirol24).  Dann entschloss sich der Musiker zu einem weiteren wichtigen Karriereschritt – und hörte bei den Schürzenjägern auf.  Wenn man spürt, dass etwas nicht mehr gegeben ist, dann ist es Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen. Die Zeit mit den Schürzenjägern war aufregend, Musik ist sein Leben und jetzt konzentriert  sich der Musiker auf sein Solo-Projekt „Stevy“. „Was ich mit den Schürzenjägern erlebt habe, bleibt für immer in meinem Herzen!“ Seit 9. Oktober gibt es Stevys neue Single „Du und I“ – ein Song, der mit Stevys Vater und einem ganz besonderen Vater-Sohn-Gespräch zu tun hat. Als Corona das Leben vieler aus der gewohnten Bahn in eine ganz andere katapultierte, wurden bei Stevy die Erinnerungen an dieses Gespräch freigespült – daraus ist eine berührende Ballade mit beeindruckenden Gitarrenparts entstanden. „Es hat mir einfach seelisch gutgetan, den Song zu schreiben und aufzunehmen“, sagt Stevy.

Kontakt.
Wer mehr über „STEVY“ und seine Musik erfahren möchte, neugierig geworden ist und/oder Stevy buchen möchte, findet alle Informationen auf der Homepage www.stevy.at

Stevy persönlich.
Die Reise geht also weiter. Die RUNDSCHAU fragte bei STEVY nach:

RUNDSCHAU: Wie geht es dir als Künstler zur Zeit? Hut ab vor dem Mut, gerade jetzt etwas Neues zu beginnen!
STEVY/Stefan Wilhelm: Natürlich ist das für uns Künstler eine extrem harte Zeit. Seit Mitte März quasi Stillstand. Fast alle Konzerte wurden in diesem Jahr abgesagt. Einkommen von heut auf morgen bei null. Ich habe aber trotzdem versucht, immer kreativ zu sein. Mit „Auf Amol“ ist mir auch gleich im März ein viraler Hit gelungen. Auch wenn man dieser Pandemie nur schwer was Postives abgewinnen kann, Zeit zum Nachdenken hatte ich genug. Mir ist vieles bewusst geworden. Wer bin ich, wo stehe ich, was will ich? Wenn man immer im „Alltagstrott“ dahinvegetiert, bemerkt man oft gar nicht, dass man irgendwann auf seiner Reise durchs Leben die eine oder andere Abzweigung versäumt hat. Ich schlage jetzt einen neuen Weg ein. Meinen ganz eigenen!

RS: Warum hast du bei den Schürzenjägern aufgehört?
STEVY: Manchmal muss man im Leben Entscheidungen treffen, die wirklich schwerfallen – die für andere nicht nachvollziehbar, für einen selber aber unumgänglich sind. Es fiel mir nicht leicht, trotzdem hab ich mich dazu entschlossen, die Schürzenjäger zu verlassen. Es gab mehrere Beweggründe, diesen Schritt zu tun. Meine Devise war und ist: wenn man etwas macht, soll man mit ganzem Herzen dabei sein und sich voll und ganz einer Sache hingeben. Wenn dies aber irgendwann nicht mehr der Fall ist, muss man sich überlegen, ob es dann noch das Richtige ist. Für mich war es aber eine der besten und aufregendsten Zeiten, die ich in meinem bisherigen „Musiker-Leben“ machen durfte. Ich habe viel gelernt, gesehen und erlebt und all das möchte ich keine Sekunde missen und wird mir auf meinen neuen Wegen helfen.

RS: Es gibt eine neue Single von dir – „Du und I“ – zum Downloaden. Erzähl bitte ein bisschen darüber!
STEVY: Es geht in diesem Song um die Beziehung und die Liebe zu meinem Vater! Eigentlich ein sehr intimes Thema, das aber irgendwie aus mir raus musste! Als mein Vater vor vier Jahren verstarb, bemerkte ich, dass ich gewisse Sätze lieber öfters ausgesprochen hätte, meinen Gefühlen öfters freien Lauf hätte lassen sollen. So einfache Sätze, wie „Ich hab dich lieb“ können aber gerade in einer Vater-Sohn-Beziehung sehr schwer über die Lippen gehen. Geliebt hat er mich von ganzem Herzen, das habe ich immer gespürt. Ja, es ist ein Song, mit dem sich wahrscheinlich viele identifizieren können. Wie so oft kommt man halt erst im Nachhinein drauf, was man hätte besser machen können. In diesem Song „Du und I“ hab ich diese Gefühle verarbeitet. Die Single gibt es bei allen gängigen Streaming und Download-Diensten!

RS: Was sind deine weiteren Pläne?
STEVY: Ich werde natürlich weiter Songs schreiben, mich auf meine Solo-Karriere konzentrieren und einmal schauen, wie sich alles entwickelt. Da ich jetzt „solo“ unterwegs bin, hab ich doch den ein oder anderen Auftritt (im kleinen Kreise), die mich in der Krise über Wasser halten. Alles andere lasse ich auf mich zukommen. Momentan kann man ohnehin nichts voraussagen. Es kommt, wie es kommt – und dann werde ich versuchen, das Beste daraus zu machen.

RS: Die berühmte Frage mit der Fee, die dir einen Wunsch erfüllt: Welches wäre dein Wunsch?
STEVY: Dass dieser „Corona-Wahn“ so schnell als möglich ein Ende findet!

RS: Vielen Dank für das Gespräch Stevy  und weiterhin viel Erfolg für deine Karriere als Musiker.
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