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Reutte | Chronik | 3. September 2019 | Klara Fritz

Eisenzeitliche Gruppe wandert ...

„Moderne Kelten“ auf der römischen Originalroute am Weißensee. So könnten auch schon die historischen Vorbilder den Pass überquert haben. Fotos: Via Claudia Augusta
Mit authentischer Ausrüstung wanderte die Gruppe auf der Via Claudia Augusta.
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von Lermoos nach Meran auf der Via Claudia Augusta


Vom 24. August bis 5. September wandert eine deutsche Gruppe mit Kleidung und Ausrüstung wie zur Eisenzeit (800 v. Chr. bis Christi Geburt) von Lermoos in dreizehn Etappen bis nach Meran.

Von Michaela Weber

Die Wandergruppe zeigt damit, dass es auch schon vor den Römern Wege über den Fernpass und den Reschenpass gab. Ob dadurch die Etrusker, Veneter, Räter und Kelten wohl miteinander in Beziehung standen?
Am 24. August wanderte die Gruppe über den Fernpass-Bergsturz, der sich den Reisenden vor rund 4100 Jahren in den Weg legte, also nur rund 1300 Jahren vor „ihrer“ Zeit, der Eisenzeit.
Authentisch.

Mit authentischer Ausrüstung wanderte die Gruppe auf der Via Claudia Augusta.


Die Keltengruppen aus Deutschland versuchen, historische Zeiten möglichst authentisch zu leben und experimentell nachzuempfinden. Sie arbeiten dabei eng mit Forschern und Museen zusammen und tragen durch den Nachbau und die praktische Erprobung von Ausrüstung und Material auch zur Forschung bei. Auch die Keltengruppe, die derzeit auf der Via Claudia Augusta wandert, erprobt ihre originalgetreu nachgebaute Ausrüstung. Sie sind natürlich besonders an den historischen und noch erhaltenen Wegabschnitten und Straßenbereichen entlang der Via Claudia Augusta interessiert und beschäftigen sich nicht nur mit deren Geschichte, sondern auch mit den damit verknüpften Geschichten.
Hier bietet der Fernpass ein ganz besonders vielfältiges Terrain. So ist der Weißensee Fundort von Eisenbarren aus der Eisenzeit, die belegen, dass schon damals reger Handel über die Alpen bestand. Entlang des Weißensees führt die Rad- und Wanderroute „Via Claudia Augusta“ direkt auf der Trasse der Römerstraße. Weiter verläuft die Wanderroute dann bis zum Fernpass – auch immer wieder über die römische Originalroute, die bis zum Fernpass ohne Kehren verläuft und weitgehend ident mit der Trasse der Stark-Strom-Leitung ist.
Vom Fernpass aus kann man den Verlauf aller historischen Straßen überblicken: Die urgeschichtlichen Wege, die Römerstraße, die frühneuzeitliche Straße – die erstmals über den neuen Fernpass und durch das Schloss Fernstein verlief – und die heutige Bundesstraße, die im 19. Jahrhundert von Carl Ritter von Ghega geplant und erbaut wurde.
Römerspuren.

Zwischen „Alter Fernpasshöhe“ (oberhalb der engen Kehre der Bundesstraße) und heutiger Bundesstraße gibt es ein längeres Stück der originalen Römerstraße mit römischen Wagenspuren im Fels. Dieses Wegstück zu begehen, ließen sich die „modernen Kelten“ nicht entgehen. Auch die frühneuzeitliche Straße vom neuen Fernpass über die Fels-Abbruchs-Nische Afrigall zum Schloss Fernstein war für die Gruppe ein Muss.
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