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Reutte | Chronik | 5. Juli 2021 | Sabine Schretter

„Glück ab, gut land!“

Aufmerksam verfolgen die Schüler der Abschlussklasse der MS Vils die Ausführungen der Experten des Segelflugvereins Ausserfern. Später wollen sie schließlich alle noch in die Luft gehen. RS-Fotos: Schretter
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Abschlussklasse der Mittelschule Vils ging in die Luft

Die beiden Lehrerinnen der MS Vils, Nicole Spielmann und Christine Zitt, hatten sich etwas ganz Besonderes für die diesjährige Abschlussklasse 4a ausgedacht. Die Schüler sollten einmal so richtig abheben dürfen. Und – wie geht das elegant? In einem Segelflugzeug!
Von Sabine Schretter.
So starteten die Vilser Schüler mit ihrem Klassenvorstandsteam  am Donnerstag, dem 1. Juli, zu ihrem großen Flugabenteuer mit dem Segelflugverein Ausserfern. Am Fluggelände in Höfen erhielten die Schulabsolventen zunächst eine informative theoretische Einweisung durch den Schriftführer des Vereins, Philip Preindl. Philip Preindl hat bereits mit vierzehn Jahren mit dem Segelfliegen begonnen und machte den Schülern eindrucksvoll Lust auf „das Kreisen in den Lüften“. Segelfliegen sei ein Hobby, das sich jeder leisten kann, ein Abenteuer, das man am liebsten jeden Tag neu erleben möchte. „Die Ausbildung zum Segelflugpiloten kostet weniger als ein Auto-Führerschein“, so Preindl. Bis man allerdings ins Cockpit klettern und wirklich abheben kann, ist einiges an praktischer und theoretischer Ausbildung zu absolvieren. So muss man zwischen 50 und 60 begleitete und etwa 30 solo Windenstarts vorweisen und drei Prüfungsflüge bestehen. Im theoretischen Unterricht geht es um Inhalte wie Flugphysik, Meteorologie, Instrumentenkunde, Flugzeugbau uvm. Zudem ist eine schriftliche Abschlussprüfung abzulegen. Diese umfassende Ausbildung bietet der Segelflugverein Ausserfern in vollem Umfang in Höfen an. Warum ein Segelflieger fliegt, erklärte Fluglehrer Simon Bastiani kurz und knapp: „Das hat mit Unterdruck und Überdruck zu tun. Der Flügel schneidet die Luft und der Segeler fliegt.“ Es ist schon etwas Besonderes, wenn man mit der Seilwinde startet  und dann ganz ohne Motor fliegt – mit diesem Feeling werden die Flugschüler von Beginn an durch einen Fluglehrer vertraut gemacht. Auch die richtige Einschätzung der thermischen Bedingungen und die sichere Landung werden so lange geübt, bis der Flugschüler Sitationen richtig und sicher einschätzen kann. Fluglehrer und Flugschüler bilden ein enges Team, stehen in intensivem persönlichen Kontakt. Wenn die Ausbildung abgeschlossen und die Prüfungen absolviert sind, folgt die Belohnung für alle Bemühungen – der erste Alleinflug.

In die Lüfte.
Der Schnuppertag für die Vilser Schüler sollte mit einem Start für jeden Einzelnen gekrönt werden. Zuvor hieß es jedoch, geduldig sein und die Wetterentwicklung genau im Auge behalten. Zeit genug, um sich nach dem theoretischen Vortrag von Philip Preindl im Hangar bei den Flugzeugen umzusehen. „Learning by doing!“, sagte Vereinsobmann Chris-tian Senn und führte die Klasse samt Lehrerinnen in die Flugzeughalle, wo die acht verfügbaren Flieger geparkt sind. Besonders stolz ist man im Verein auf die „Orchidee“. „Sie ist unser wertvollstes Stück, der modernste Flieger der Welt. Dieser Flieger ist 285.000 Euro wert“, erklärt Christian Senn mit Stolz. Das Cockpit der „Orchidee“ besteht komplett aus Carbon. Für die Sicherheit der Piloten sorgen: ein sogenannter Mückenputzer – mit ihm können während des Flugs tote Insekten von den Tragflächen entfernt werden, eine automatische Sauerstoffzufuhr und ein Fallschirm, der in jedem Flieger Standard ist. „Der Fallschirm dient auch dem bequemeren Sitzen“, erklärt Christian Senn dazu. Im Hangar in Höfen stehen zudem ein Windenfahrzeug und zwei Seilaufzugfahrzeuge.

An die Arbeit.
Interaktives Mitarbeiten war das Gebot der Stunde. „Fangen wir mit dem Ausräumen an, dann folgen die Vorbereitungen  für den Start. Bis wir damit fertig sind, hoffen wir, dass sich das Wetter so weit gebessert hat und wir die Starts mit euch durchführen können“, holt der Vereinsobmann die Schüler von Anfang an mit ins Boot.
Philip Preindl ließ einen Schüler in das Cockpit eines Schulflugzeugs aus dem Jahr 1968 klettern – zum Vorfühlen auf das, was noch folgen sollte. Immer wieder wanderten die Blicke zum großen Tor und Richtung Himmel. Ein kurzer Check der Wetterdaten: „Es sieht ganz gut aus. Wir lassen heute keinen Schüler ohne Start nach Hause gehen“, zeigte sich Christian Senn zuversichtlich. Er sollte Recht behalten. Und tatsächlich kam jeder Schüler in den Genuss eines Starts mit einem Segelflugzeug. Einen cooleren Schulabschluss kann man sich kaum vorstellen – da waren sich wohl alle einig.

Informationen und Kontakt.
Wer sich für den Segelflugsport interessiert, wendet sich zur Kontaktaufnahme an den Segelflugverein Ausserfern. Sämtliche Kontakte und weitere Informationen sind auf der Homepage des Segelflugvereins Ausserfern unter www.segelflugvereinausserfern.at zu finden.
„Glück ab, gut land!“
Lukas Rauter macht im Hangar schon einmal Cockpit-Erfahrung.
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