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Reutte | Chronik | 21. September 2021 | Von Jenni Zeller

Jung, kreativ und talentiert ... und alles außer fern
Inspektorin Grün ist Nachhaltigkeitsversprechen auf der Spur

Jung, kreativ und talentiert ... und alles außer fern<br />
Inspektorin Grün ist Nachhaltigkeitsversprechen auf der Spur
Das Recherchekollektiv hinter Inspektorin Grün ist Greenwashing auf der Spur. Mit dabei: Die Wänglerin Maria Retter (dritte v.r.). Foto: Klemens Lobnig
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Junges Recherchekollektiv nimmt Greenwashing unter die Lupe

Im Außerfern gibt es viele junge Talente und Virtuosen – die RUNDSCHAU stellt sie nun in der neuen Reihe "Jung, kreativ, talentiert – und alles außer fern" vor: Die Wänglerin Maria Retter war schon immer eine Naturliebhaberin und fasziniert von der Welt des Journalismus. Als Initiatorin und Mitgründerin des journalistischen Recherchekollektivs Inspektorin Grün lebt sie diese Passion nun aus – mit großem Erfolg.
Von Jenni Zeller

RUNDSCHAU: Für alle, die dich nicht kennen: Wer ist Maria Retter?

Maria Retter: Ich komme aus Wängle und lebe seit 2012 in Innsbruck, wo ich Internationale Wirtschaftswissenschaften und Politikwissenschaft studiert habe. Ich war schon immer medienaffin und genieße es, Projekte aufzubauen, in denen Leute zusammenfinden. Nach einigen Praktika und Ausbildungen – unter anderem an der Journalismusakademie – bin ich nun bei der Austria Presseagentur (APA) als freie Redakteurin tätig.

RS: Wer ist diese Inspektorin Grün und was hat es mit ihr auf sich?
Maria Retter: Inspektorin Grün ist eine Persona, hinter der aktuell sieben junge Journalisten aus ganz Österreich und verschiedenen Disziplinen stecken. Uns allen liegt das Thema Nachhaltigkeit am Herzen, das aber gerade in der Wirtschaft nicht einfach ist. Zwar möchten Konsumenten mittlerweile bewusster einkaufen, doch gibt es eine Kluft zwischen dieser Willigkeit und der Informiertheit der Menschen. Jeder 4. Österreicher etwa fühlt sich zu wenig zum Thema Nachhaltigkeit informiert. Greenwashing ist dabei ein großes Problem.

RS: Was ist Greenwashing?
Maria Retter: Zu Deutsch wäre es das Reinwaschen von Produkten oder Diensten in Bezug auf Nachhaltigkeit und Ökologie. Das heißt für uns also, dass Unternehmen bewusst und in erster Linie mit Nachhaltigkeit werben, obwohl sie das eigentlich gar nicht sind. Inspektorin Grün möchte diese Falschinformationen und Täuschungsabsichten offenlegen. Das Ziel ist also, dass Konsumenten informierter konsumieren. Dabei konzentrieren wir uns aktuell auf österreichische Unternehmen, später vielleicht auch auf den gesamten deutschsprachigen Raum.

RS: Wie kommt Inspektorin Grün Greenwashing auf die Schliche?
Maria Retter: Wir untersuchen also Unternehmen, deren Hauptbotschaft lautet: Wir sind nachhaltig. Dafür wählen wir drei ihrer zentralen, grünen Werbebotschaften aus. Dann setzen wir uns mit Experten aus dem Gebiet sowie mit den Unternehmen selbst in Kontakt und stellen Recherchen an, um herauszufinden, ob die Behauptungen auf Fakten basieren oder nicht. Ist das Unternehmen tatsächlich grün, stufen wir es als "sauberen Überflieger" ein. Die nächste Stufe ist "Nachhaltigkeits-Wannabe". Unternehmen, die mit Täuschungsabsicht Greenwashing betreiben und eigentlich gar nicht grün sind, sind "grüne Blender". Inspektorin Grün macht ihre Ermittlungsergebnisse dann öffentlich zugänglich. Wichtig ist uns dabei, dass wir nicht nur kritisch berichten, sondern auch konstruktiv arbeiten und mögliche Lösungen aufzeigen.

RS: Welche Arbeit hat Inspektorin Grün bisher geleistet und was ist geplant?
Maria Retter: Wir sind seit Juni 2021 online und hatten einen gelungenen Start mit positivem Feedback und Anfragen von Greenpeace, Politikern und anderen Medien. Unsere erste sogenannte Akte war der österreichische Eisteehersteller Hakuma. Jetzt arbeiten wir an einer Akte zu einem österreichischen Textilhersteller, danach wollen wir uns mit nachhaltigem Tourismus auseinandersetzen. Im Oktober sind wir an der Nachhaltigkeitsmesse WeFair in Linz vertreten und wir wirken an einer Dokumentation des ORF mit.

RS: Wo findet man denn eure Ergebnisse? Und kann man sich bei Inspektorin Grün einbringen?
Maria Retter: Zu finden sind wir und unsere Ermittlungsergebnisse auf Instagram (@inspektoringruen) und unter www.inspektorin-gruen.at. Auf unserer Webseite können Feedback und Indizien, also Vorschläge für neue Akten, eingereicht werden. Außerdem sind wir auf der Suche nach Verstärkung für unser Team und unsere freien Autoren. Dafür bin ich gerne auch persönlich unter maria@inspektoringruen.at erreichbar. Das große Ziel ist, zur verlässlichen Stimme in Sachen Nachhaltigkeit für ein möglichst breites und vor allem junges Publikum zu werden.

RS: Dabei wünschen wir euch von Journalisten zu Journalisten ganz viel Erfolg.
Maria Retter:Dankeschön!
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Inspektorin Grün ist Nachhaltigkeitsversprechen auf der Spur
Kritisch, konstruktiv, niederschwellig und faktenbasiert – so nimmt Inspektorin Grün Nachhaltigkeitsversprechen unter die Lupe. Foto: Rosa Mestian
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