Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Reutte | Chronik | 25. Juni 2019 | Bogdan Dujic

Kluge Köpfe – Innovative Projekte

Präsentation der Diplomarbeiten im Saal Fort Claudia/VZ Breitenwang.
RS-Fotos: Kofelenz
Bernhard Rieder und Dominik Presslaber mit ihrem Aceton-Verdampfer.
Markus Mages und Christian Schmeck präsentieren ihre Diplomarbeit.
Elias Stocker, Florian Unterweger und Alexander Steiner.
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3-D-Drucker Aceton-Verdampfer Alexander Steiner Ausgabe Reutte Bernhard Rieder Christian Schmeck Dominik Köck Dominik Presslaber E-Baby-Stroller elektrifizierte Glockensteuerung Elias Stocker Florian Unterweger Franz Pohler Gebäudeautomatisierung Grobblechwalzwerk Günther Hindelang Hydrokultur IKA Reutte (Ingenieur-Kolleg Automatisierungstechnik) KDG KNX-Anlage Marcel Werkmeister Marco Höck Markus Mages Michael Hummel Mihajlo Krcic Netzanalyse Paul Kramer Plansee SE Spritzgussanlage Turbolader
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Präsentation der Diplomarbeiten des IKA


Die Absolventen des Lehrgangs für Automatisierungstechnik des IKA Reutte (Ingenieur-Kolleg Automatisierungstechnik) zeigten in der Präsentation ihrer Diplomarbeiten, was im Bereich Automatisierung so alles möglich ist. Vom E-Baby-Stroller über einen Aceton-Verdampfer bis hin zur Gebäudeautomatisierung … das Spektrum der Präsentationen war breit gefächert. 

Von Sonja Kofelenz

Präsentiert wurden acht Diplomarbeiten (acht Teams, insgesamt 14 Absolventen). Die Arbeiten setzten sich aus einer Kombination von Planung, Konstruktion und Herstellung von Teilen, deren Implementierung und der Programmierung von elektronischen Komponenten zusammen. Wichtige Punkte – wie Sicherheit, aber auch der Kostenfaktor – wurden dabei berücksichtigt. Sämtliche Arbeiten sind funktionstüchtig und bereits großteils in Firmen (Plansee SE, KDG, im Hotelbereich) erfolgreich im Einsatz.
In seiner kurzen Ansprache stellte Direktor Mag. Franz Pohler fest, dass die Änderungen der Zeit, wie z. B. Digitalisierung, Automatisierung oder künstliche Intelligenz, es erfordern, dass Bildungseinrichtungen dementsprechend reagieren. Das IKA leiste hier als Ausbildungsstätte bereits einen guten Beitrag.
Kolleg und Aufbaulehrgang des IKA bieten die Möglichkeit, eine zukunftsweisende Technikausbildung im Bereich der Automatisierung zu erlangen und mit einer HTL-Reife- und Diplomprüfung abzuschließen.
Sämtliche Präsentationen wurden von den Teams der Absolventen mittels PP-Präsentation äußerst kompetent und anschaulich dargebracht. Die Lehrgangsteilnehmer hielten zudem einen Teil der fachlich fundierten Präsentationen in englischer Sprache.

Bernhard Rieder und Dominik Presslaber mit ihrem Aceton-Verdampfer.


Team 1, bestehend aus Bernhard Rieder und Dominik Presslaber, stellten ihren Aceton-Verdampfer vor. Das Gerät dient dazu, die Oberflächen und Kanten von Objekten, die mit einem 3-D-Drucker hergestellt wurden, zu glätten. Das Aceton wird verdampft, wirkt auf das Objekt ein und schließlich werden die Gase wieder abgesaugt. Es mussten spezielle Bauteile nach eigenen Konstruktionsplänen angefertigt und die Steuerung für das Gerät hergestellt und programmiert werden. Ein wichtiges Augenmerk war bei dieser Arbeit die Sicherheit.
Für Tiroler bestens geeignet – so preisen Marco Höck und Mihajlo Krcic ihren E-Baby-Stroller an. Dieser elektrisch angetriebene Kinderwagen hat einen Antrieb auf der Hinterachse und kann mittels einer App bzw. über ein Tablet gesteuert werden. Die konstruierten Bauteile dafür wurden bei der Fa. Plansee gefertigt. Auch hier lag der Sicherheitsaspekt im Vordergrund.

Elias Stocker, Florian Unterweger und Alexander Steiner.


Die Kirche in Huben in Osttirol hat seit kurzem eine elektrifizierte Glockensteuerung. Das ehemals mechanisch betriebene Geläute (5 Glocken) wurde vom Team Elias Stocker und Florian Unterweger automatisiert. Glocken läuten stets zu bestimmten Zeiten, aber manchmal sollen sie nach Bedarf (Feierlichkeiten, Messen) oder auch gar nicht läuten. Hier war eine Programmierung gefragt und die passende elektrische Konstruktion.
Dominik Köck befasste sich mit der Automatisierung einer Netzanalyse im elektrischen Netz des Grobblechwalzwerkes der Fa. Plansee SE. Die Analyse dient dazu, Fehler zu finden, zu protokollieren und diese zu untersuchen. Dominik Köck hat diesen Vorgang mit Hilfe von Messgeräten automatisiert. Diese Automatisierung ist bereits erfolgreich in Anwendung.

Markus Mages und Christian Schmeck präsentieren ihre Diplomarbeit.


Von der Industrie in den heimischen Garten – Team 5 (Markus Mages und Christian Schmeck) errichteten ein Gewächshaus in Hydrokultur. Ziel ihrer Automatisierung: die Minimierung des Arbeitsaufwands an Bewässerung, Nähstoffzufuhr, Beschattung und Belüftung. Dies gelang ihnen mit einer Kombination aus einem Tank-Becken-System mit Pumpe, elektrifizierter Beschattung und Fensterhebern. Hier waren elektronische Schaltpläne und speziell angefertigte Bauteile vonnöten.
Günther Hindelang und Michael Hummel (KDG) verwirklichten die Automatisierung einer Spritzgussanlage in ihrer Firma. Ziel war es, die Kosten für die Herstellung der Spritzgussteile zu reduzieren. Dazu bauten sie einen bestehenden Linear-Roboter um. Mit einem Video zeigten sie den Zusehern, wie problemlos nun die Werkstücke aus der Form getrennt und in passende Behältnisse abgelegt werden.
Ein altes Auto und moderne Technik? Dieser Herausforderung stellte sich Marcel Werkmeister, indem er einen Turbolader aus einem modernen Auto für einen alten Bus adaptierte. Die dafür erforderlichen Bauteile konstruierte er mit einem 3-D-Drucker. Um die Funktionstüchtigkeit dieses Konstrukts gewährleisten zu können, mussten hierfür verschiedene Tests durchgeführt werden.
Als letztes Team präsentierten Paul Kramer und Alexander Steiner ihre Gebäudeautomatisierung. Ausgangslage war eine KNX-Anlage in einem Hotel in Ehrwald; sie hattte schon öfter Probleme verursacht. Eine KNX-Anlage ist für die elektrische Steuerung (Licht, Strom …) in Großanlagen zuständig. Es galt hier, den Ist-Zustand zu analysieren und neu einzurichten. Die beiden bauten ein neues System auf und nahmen es erfolgreich in Betrieb. Vorteil ihrer Automatisierung: Sie ist erweiterbar.
Von der Problemlösung bis zur Konstruktion von Neuem – sämtliche präsentierten Projekte sind praxisnahe. Am IKA wird eine technische Grundlagen-Ausbildung angeboten. Stets der Zeit entsprechend, setzt man auf neue Themenfelder und sorgt zudem auch für die Vermittlung von sozialen Kompetenzen. Der Austausch von Wissen und das gemeinsame Arbeiten im Team an Projekten bilden die Basis für eine erfolgreiche Zukunft der Lehrgangsteilnehmer – nach dem Motto:  IKA – Wo Technik Menschen verbindet.
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