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Reutte | Chronik | 26. Juli 2021 | Jenni Zeller

Pläne für Gasthaus am Vilsalpsee sorgen für Furore

Pläne für Gasthaus am Vilsalpsee sorgen für Furore
Preisjury und Architekt Mario Gasser (Mitte) präsentierten das Modell des Siegerprojektes im April. Geplant ist ein Holzbau mit großem Gastraum, Seeblick, Kiosk und mehr. RS-Foto: Zeller
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Zwischen Natur-Idyll und Bauprojekt-Kontroverse

Seit April beschäftigt das Tannheimer Tal ein Diskussionsthema: die Pläne für das neue Gasthaus am Vilsalpsee. Die Debatten drehen sich um den Auswahlprozess des Architekturprojekts, die Ästhetik des Hauses, das Landschaftsbild und um Kommunalpolitik. Am Sonntag, dem 1. August, wird es besonders spannend, wenn eine Volksbefragung zum Bauvorhaben abgehalten wird.
Von Jenni Zeller.
Aber zurück zum Anfang: Was war die Ausgangslage und worum genau geht es aktuell?

CHRONOLOGIE: EIN NEUES GASTHAUS AM VILSALPSEE.
Herbst 2020: Sanierungen am alten Gasthaus am Ufer des Vilsalpsees sind nicht mehr sinnvoll; ein Neubau soll her. Wie es mittlerweile Standardprozedere ist, schreibt die Gemeinde Tannheim einen Architekturwettbewerb aus.
Februar 2021: Die 33 Einreichungen werden eingehend von einer Fachjury, Gemeindevertretern und auch den Pächtern des Gasthauses diskutiert. Bedacht werden u. a. der Landschaftsraum, der baukünstlerische Ansatz und Funktionalität.
April 2021: Das Siegerprojekt des Innsbrucker Architekten Mario Gasser, der unter den Fittichen der Stararchitektin Zaha Hadid tätig war, wird in Felixé Minas Haus im Rahmen einer Ausstellung mit den anderen Projektideen präsentiert.

UNMUT MACHT SICH BREIT.
Während die Gemeinde die nächsten Schritte zur Umsetzung einleitete, entbrannten im Tannheimer Tal nach der Projektvorstellung hitzige Diskussionen. Diese reichten von Unterhaltungen über dem Gartenzaun bis in die sozialen Medien, wo sich mitunter Kommentare finden, wie: „Einen solchen Schandfleck an einem so schönen Fleckchen Erde“, „Bahnhofshalle im Naturschutzgebiet“ oder „Das ist ein Riesenfehler. Neu ist nicht immer besser!“ Es passe ein Gebäude im traditionellen ländlichen Tiroler Stil an den See, nicht aber das ausgewählte Projekt. Neben ästhetisch-landschaftlicher Bedenken sowie Sorge hinsichtlich der Baukosten – gerade im Kontext der Coronakrise – wurde auch Kritik an der Vorgehensweise der Gemeinde Tannheim laut. Die Bevölkerung sei übergangen worden und hätte ihre Wünsche nicht äußern können. Schlussendlich starteten die vier Tannheimer Thomas Gropp, Reinhold Pichler, Michael Waibel und Sigrid Langhans eine Unterschriftensammlung, basierend auf der nun eine Volksbefragung in die Wege geleitet wurde. Beantwortet werden soll die Frage: „Soll das geplante Gasthaus am Vilsalpsee für Baukosten von 3.750.000 Euro zuzüglich der Folgekosten gemäß dem prämierten Entwurf aus dem Architektenwettbewerb errichtet werden?“ Rechtlich bindend ist das Befragungsergebnis jedoch nicht.

TANNHEIMER BÜRGERMEISTER ZUM STATUS QUO.
Es war Bürgermeister Markus Eberle bewusst, dass moderne Architektur ein Wagnis sein würde. Laut ihm sei vor allem ärgerlich, dass Kritik am Bauvorhaben geübt werde, die nicht auf Fakten basiere: „Das neue Gasthaus wird kein 'Betonklotzen'. Im Gegenteil, wir erhalten dafür sogar spezielle Holzbauförderungen. Das zeigt auch, dass wir uns sehr wohl Gedanken über die Finanzierung gemacht haben. Es ist einfach wichtig, dass die Leute sich informieren, bevor sie aufschreien.“ Eberle verneint zudem vehement die Unterstellungen, er wolle sich zum Abschluss seiner knapp drei Jahrzehnte langen Bürgermeister-Laufbahn „ein Denkmal setzen“. In puncto Volksbefragung zeigt er sich gespannt: „Ich kann nicht einschätzen, wie das Ergebnis aussehen wird und auch nicht, wie hoch die Beteiligung sein wird.“ Rund 900 Tannheimer sind derzeit wahlberechtigt. Je nach Beteiligung und Stimmenverteilung wäre das Ergebnis mehr oder minder aussagekräftig. BM Eberle appelliert jedenfalls an Befürworter und Gegner des Projekts, ihre Stimme abzugeben. Das Tannheimer Tal darf also gespannt sein auf den 1. August.
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