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Reutte | Chronik | 23. November 2020 | Von Magdalena Winkler

Schule im Lockdown 2

Schule im Lockdown 2
Unterricht zu Hause: An den Schulen gilt derzeit wieder Distance-Learning. RS-Foto: Winkler
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Umstellung auf Distance-Learning als neuerliche Belastungsprobe für Schüler, Lehrer und Eltern

Seit Dienstag letzter Woche gilt an allen Schulen, abgesehen von Sonderschulen, wieder Distance-Learning. Für Betreung und Lernbegleitung in kleinen Gruppen bleiben sie aber weiterhin offen. Mit dem Ende des sogenannten „harten Lockdwons“ am 7. Dezember soll der Präsenzunterricht dann wieder aufgenommen werden. Auch wenn die Umstellung auf Distance-Learning dieses Mal runder verlief als noch im Frühjahr, so sind bis zur Rückkehr an die Schulen wieder einige Herausforderungen zu bewältigen.
Von Magdalena Winkler

Wie mit den Schulen im Falle einer Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen verfahren werden sollte, war bis zur Verkündung des neuerlichen „harten Lockdowns“ Gegenstand heftiger Diskussionen. „Offene Schulen waren unser Ziel, wir müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass in der prekären Situation die Gesundheit Priorität besitzt“, meinte ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann nach Bekanntwerden der neuen Maßnahmen. Schulen seien zwar keine Treiber der Infektion, seien jedoch auch nicht frei davon. In Bezug auf die vorausgegangene Debatte über mögliche Schulschließungen mahnte Faßmann zu einem „kühlen Kopf“.

BETREUT. Gänzlich geschlossen wurden die Schulen tatsächlich nicht, kann doch von allen Schülerinnen und Schülern eine Betreuung an der Schule in Anspruch genommen werden. Vor allem jene Kinder, denen zu Hause nicht die nötige Infrastruktur und Unterstützung zur Verfügung steht, sollten laut Bildungsminister Faßmann an die Schule kommen. Am ersten Tag des Lockdowns waren es an den Tiroler Volksschulen rund 23 Prozent, an den Mittelschulen acht und an den AHS drei Prozent der Schüler – das entspricht 15 Prozent aller Schüler.

UNTERRICHTET. Die Zeit des Distance-Learnings soll in allen Fächern und Schulstufen grundsätzlich dazu genutzt werden, bisher Gelerntes zu festigen. Nach Ermessen der jeweiligen Lehrperson kann aber auch „neuer Stoff in Maßen“ vermittelt werden. Tests und Schularbeiten werden bis zur Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts verschoben. Wenn terminlich nicht anders machbar und eine Beurteilung auch ohne diese möglich ist, dürfen sie auch entfallen.

VORBEREITET. Anders als beim ersten Lockdown im Frühjahr, haben die Schulen dieses Mal ein Konzept für den Unterricht im Distance-Learning parat. Bereits seit Ende des vergangenen Schuljahres wurden an den Schulstandorten entsprechende Vorbereitungen getroffen: Es wurden Lernplattformen geschaffen, entsprechende Software eingekauft, Lehrer und Schüler eingeschult. Oft ist es dem unermüdlichen Einsatz der IT-Beauftragten an den Schulen zu verdanken, dass die bestmöglichen Rahmenbedingungen für den Distanzunterricht geschaffen wurden. Um den Zugang aller Schülerinnen und Schüler zum digitalen Lernen zu ermöglichen, wurden laut ORF rund 11.000 Laptops und Tablets durch das Bildungsministerium ausgegeben. In Tirol fördert das Land Tirol in Kooperation mit der AK Tirol mit dem sogenannten Tiroler Digi-Scheck zudem die Anschaffung mobiler Endgeräte. Bis zum 31. Dezember kann unter Berücksichtigung bestimmter Gerätespezifikationen ein Antrag auf einen Zuschuss beim Kauf von Laptops oder Tablets gestellt werden.

AUF DIE PROBE GESTELLT. Nichtsdestotrotz bleibt die aktuelle Situation eine Belastungsprobe für Schüler, Lehrer und Eltern. Wenngleich der Einsatz entsprechender Software den Schulalltag im Lockdown 2 enorm erleichtert, verlangt das Distance-Learning den Schülerinnen und Schülern einiges ab. Abgesehen von etwaigen technischen Schwierigkeiten, fällt es diesen oft nicht leicht, den Unterrichtsstunden vor dem Bildschirm mit der nötigen Aufmerksamkeit zu folgen. Darüber hinaus erfordert der Unterricht zu Hause auch ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit und technischem Know-how. Es gilt, Aufgaben fristgerecht zu erledigen und in entsprechender Form abzugeben. Dabei sind die Schüler oft auf Hilfe angewiesen, die zu Hause aber nicht immer geleistet werden kann. Den Kindern fehlt zudem die Abwechslung, die ein „normaler“ Schultag für sie bereithält: die Unterhaltung mit Klassenkameraden, der Wechsel in andere Klassenräume, verschiedene Unterrichtsmethoden. Auch Lehrpersonen sind derzeit wieder besonders gefordert: Für diese gilt es erneut, ihren Unterricht entsprechend anzupassen, was vielfach bedeutet, bei der Vermittlung von Lerninhalten völlig neue – vor allem technische – Wege zu gehen. Um möglichst alle Schülerinnen und Schüler zu erreichen und diesen einen bestmöglichen Unterricht zu gewährleisten, bedarf es hier Flexibilität und vielfach kreativer Lösungen.Diese sind häufig auch vonseiten der Eltern gefragt, die ihren Kindern derzeit als Lernbegleiter und nicht selten auch als Motivator zur Seite stehen. Speziell für berufstätige Eltern und Familien mit mehreren schulpflichtigen Kindern ist dies ein echter Kraftakt.

GERÜSTET. Der aktuelle Lockdown endet am 7. Dezember. Überlegungen, wie es danach mit den Schulen weitergehen soll, gibt es inzwischen einige. Bundesweite Anweisungen wurden zwar noch keine verlautbart, in den Ländern werden jedoch schon Vorbereitungen getroffen. So plant man etwa in Vorarlberg, den Unterricht nach Ende des Lockdowns zu staffeln. Wie das Bildungsministerium die Schulen für die Zeit danach rüsten will, bleibt abzuwarten.
 
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