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Reutte | Chronik | 7. September 2020 | Sabine Schretter

Steine des Anstoßes?

Steine des Anstoßes?
Im Eingangsbereich des TVB-Gebäudes wurde ein viermal ein Meter großes Stück für die Katzenkopfpflasterung herausgenommen. RS-Foto: Reiter
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Reutte  Sabine Schretter
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Der Via-Claudia-Platz im Untermarkt nimmt Gestalt an

Die Römer waren nicht nur geniale Strategen, sondern ebenso geniale Baumeister. Die Via Claudia Augusta ist ein eindrucksvolles Zeugnis römischer Straßenbaukunst. Beim neuen Via-Claudia-Platz vor dem TVB Gebäude im Reuttener Untermarkt wurde als Reminiszenz an die Römerstraße ein schmaler Streifen aus Katzenkopfsteinen verlegt.
Von Sabine Schretter
Bei der Neu- und Umgestaltung des Parks im Reuttener Untermarkt wurde Bedacht auf Barrierefreiheit genommen. Es sollte verhindert werden, dass, wie im Reuttener Obermarkt, Katzenkopfpflaster verlegt werden, die dieses Kriterium nicht erfüllen. Bernhard Gruber, allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger im Fachbereich Architektur und Hochbau/barrierefreies Planen und Bauen, erstellte ein Gutachten für den Siegfried-Singer-Platz beim Gemeindeamt. Aufgrund dessen wurde am Via-Claudia-Platz barrierefreies Kopfsteinpflaster verlegt. Gruber war bei der Gestaltung des Untermarktes mit involviert, hat die Ausschreibung für die Parkgestaltung und den Via-Claudia-Platz gemacht. Besagter Weg zum Brunnen wurde von ihm mit Kopfsteinpflaster aus Granit im Wiener Format ausgeschrieben. Hatte er zuletzt noch befürchtet, die Gestaltung könnte der Barrierefreiheit des Via-Claudia-Platzes widersprechen, zeigte sich Bernhard Gruber am Freitag im Gespräch mit der RUNDSCHAU zufrieden mit der Ausführung. „Mir geht es um Barrierefreiheit und die ist zu 100 Prozent umgesetzt. Es ist alles bes-tens“, erklärte Gruber.
Arch. Dipl.-Ing. Alexander Wasle vom Büro Architektur Walch und Partner erklärte im Gespräch mit der RUNDSCHAU: „Der schmale Streifen, der am Via-Claudia-Platz mit geschnittenem und barrierefreiem  Katzenkopfpflaster ausgelegt ist, symbolisiert die alte Römerstraße. Die Steine wurden ähnlich dem antiken Vorbild verlegt und führen zum Via-Claudia-Brunnen. Dieser Brunnen steht für einen römischen Wagen, der seinen Weg über die Via Claudia Augusta genommen hat und früher am Isserplatz im Obermarkt stand. Weil er aber am neuen Via-Claudia-Platz besser passt, wurde der Brunnen verlegt.“ Um den schmalen Streifen herum sind barrierefreie Platten verlegt. Zudem wurde im Eingangsbereich zum TVB-Büro ein vier Meter breiter und ein Meter tiefer Bereich ausgenommen und ebenfalls  barrierefrei gestaltet.
Park und Via-Claudia-Platz sind Teil des Konzeptes Reuttener Untermarkt. Der Spielplatz im Park ist bereits fertiggestellt und wird bestens angenommen. Jetzt kommt der Via-Claudia-Platz mit Rad-Servicestelle dazu. Ein beeindruckendes Beispiel, wie Neu- und Umgestaltung zum Wohle aller umgesetzt werden kann, zeigt sich hier. Bald beginnen dann auch die Arbeiten an der Straße durch den Untermarkt, wo eine Begegnungszone geschaffen wird. In Begegnungszonen sind alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt. Dass die Gestaltung barrierefrei erfolgt, steht außer Frage.

 
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