Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Reutte | Galerie | 14. September 2020 | Magdalena Winkler

„S’Annale ausm Duarf“ und die „Geierwally“

Guido Degasperi, Daniela Wasle und Peter Friedle (v.l.) führten durch den Abend.
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Feierliche Eröffnung des Geierwally-Zimmers in der Elbigenalper Wunderkammer

Die 1841 geborene Malerin Anna Stainer-Knittel zählt wohl zu den berühmtesten Persönlichkeiten in der Geschichte Elbigenalps. Wie das „Annale ausm Duarf“ lebte und welche Rolle es als „Geierwally“ für Elbigenalp heute noch spielt, wird in einem neuen Ausstellungsraum in der Elbigenalper Wunderkammer beleuchtet. Am vergangenen Donnerstagabend wurde das Geierwally-Zimmer feierlich eröffnet.
Von Magdalena Winkler.
„Ihr werdet euch wundern, was es hier alles gibt“, meinte Peter Friedle bei der Vernissage. Gemeinsam mit Daniela Wasle und Guido Degasperi gab er einen Einblick in Konzeption und Inhalt der neuen Schau in der Wunderkammer. Diese betrachtet die „Geierwally“ aus unterschiedlichen Perspektiven: Gelungen werden die historische Person Anna Stainer-Knittel und die ihr nachempfundene Romanfigur der „Geierwally“ gegenübergestellt. Erwähnung findet auch die Geschichte der Geierwally-Bühne in Elbigenalp.

Biografie.
Anna Knittel wurde am 28. Juli 1841 in Elbigenalp geboren. Schon früh zeigte sich ihr künstlerisches Talent. Sie erhielt Unterricht in der Mal- und Zeichenschule des berühmten Lithografen Johann Anton Falger. Als ihr Mentor setzte Falger auch alle Hebel in Bewegung, um Anna ein Studium an der Kunstakademie in München zu ermöglichen. Damit setzte sie ein emanzipatorisches Statement – war sie doch die einzige Frau, die zu diesem Zeitpunkt die Akademie besuchte. Ein Statement setzte sie auch mit ihrer Heirat: Gegen den Willen ihrer Eltern ehelichte sie 1867 den Gipsformatoren Engelbert Stainer. Bereits vier Jahre zuvor war sie nach Innsbruck übersiedelt, wo sie sich bald als Portraitmalerin etablierte. Anna Stainer-Knittel verstarb am 12. Februar 1915 in Wattens. Bisher nicht gezeigte Bilder und weitere spannende Exponate zeugen in der Wunderkammer vom Leben der Lechtaler Künstlerin.

Mythologie.
Berühmtheit erlangte Stainer-Knittel jedoch weniger aufgrund ihres herausragenden künstlerischen Talents. Vielmehr war es jenes waghalsige Unterfangen, das ihr den Beinamen „die Geierwally“ einbrachte: Zweimal seilte sie sich die steile Saxerwand im Madautal bei Bach hinab, um einen Adlerhorst auszuheben. Der Mut der selbstbewussten jungen Frau inspirierte Wilhelmine von Hillern 1875 schließlich zu ihrem Roman „Die Geierwally“. Auf der Grundlage dieses Romans kam es in den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten zu einer Vielzahl weiterer literarischer, dramaturgischer und filmischer Interpretationen. Die Künstlerin Hella Bachnetzer, die an der Fachschule für Kunsthandwerk und Design unterrichtet, hat gemeinsam mit ihrer Schülerin Laura Wolf eine großartige Skulptur und somit eine weitere Interpretation für den neuen Ausstellungsraum geschaffen, die eine Anna oder Wally von heute zeigt.

Dramaturgie.
Der Mythos der „Geierwally“ hat in Elbigenalp Spuren hinterlassen. Allen voran ist hier an die Geierwally-Bühne zu denken, die mit ihren grandiosen Theater-Aufführungen zu einer nicht mehr wegzudenkenden Kultureinrichtung des Ortes gehört. Grund genug, um auch der Geschichte der Bühne mit einem Fotoband einen Platz im neuen Ausstellungsraum zu geben.
 
„S’Annale ausm Duarf“ und die „Geierwally“
17. Das neue Geierwally-Zimmer hat eine Vielzahl von spannenden Exponaten zu bieten. RS-Fotos: Winkler
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