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Reutte | Kultur | 30. Mai 2022 | Marlen Perl

Dadaismus in Pfafflar

Der Umzug im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung führte – in Begleitung der MK Elmen – vom Kanzertaltunnel in das Zentrum von Bschlabs.
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Am 25. Mai 2022 fand die Eröffnungsveranstaltung der medienfrische in Bschlabs statt

Wie bereits schon mehrfach in den letzten Ausgaben der RUNDSCHAU berichtet, findet vom 25. Mai bis 26. Juni 2022 die medienfrische – ein Kunstfestival, das sich Neuen Medien und experimenteller Kunst widmet – im Bschlabertal statt. Am vergangenen Mittwochabend luden die Veranstalter zum Auftakt dieses einzigartigen Events ein.
Von Marlen Perl.
DER ABLAUF DER ERÖFFNUNGSVERANSTALTUNG.
Wie auf Bestellung klarte das Wetter zu Beginn der Veranstaltung um 18.30 Uhr auf und ermöglicht so den geplanten Umzug durch den Ort Bschlabs. Ausgehend vom Kanzertaltunnel marschierten etwa sechzig Künstler und Besucher gemeinsam Richtung Dorfplatz. Bei diesem Festzug wurde dem Publikum allerhand Unterhaltung geboten: Nicht nur Performer der Akademie der Bildenden Künste Wien und Studierende der Universität Pris-tina sorgten mit ihren ausgefallenen Kostümen und unkonventionellen Darbietungen für ein ansehnliches Schauspiel, auch die vertraut traditionellen Klänge der Blasmusikkapelle Elmen umrahmten das Event feierlich. Beim alten Sägewerk in Bschlabs, neben der Wallfahrtskirche „Maria Schnee“, fanden die Eröffnungsreden von Daniel Dlouhy, dem Leiter des Festivals sowie der Bürgermeisterin der Gemeinde Pfafflar, Petra Krabacher, statt. Im weiteren Verlauf des Abends wurden die Besucher der Veranstaltung von der Mundart-Blues Band „JESSE“ aus Telfs sowie der DJane „Sandy im Getriebe“ musikalisch verwöhnt. Eine Gaumenfreude bereiteten die Tiroler Bäuerinnen/Bezirk Reutte sowie die Mitglieder der Landjugend Pfafflar mit Raclettebrot-Stand und Getränkebar.

ERSTES RESÜMEE.
Bei einem Gespräch mit der RUNDSCHAU zeigte sich Alina Murauer, die Verantwortliche für Öffentlichkeits- und Pressearbeit vor Ort, hinsichtlich des Ablaufs der medienfrische-Eröffnungsveranstaltung sehr zufrieden. Die Resonanz der einheimischen Bevölkerung sei – wie erhofft – positiv ausgefallen. „Es entstanden im Laufe des Abends viele spannende Gespräche zwischen unserem Team bzw. den Künstlern und den Einheimischen. Dabei gab es sicher auch Diskussionen, aber genau das ist es, was wir mit solchen Veranstaltungen erreichen wollen. Menschen aus unterschiedlichen Welten treffen aufein-ander, tauschen sich aus und inspirieren sich gegenseitig“, so Murauer.

DIE HINTERGRÜNDE DES FESTIVALS.
In den nächsten fünf Wochen werden etwa 120 Künstler aus unterschiedlichen Bereichen das Bschlabertal besuchen, um dort, inspiriert von der idyllischen Umgebung des Auszeitdorfes, unter dem Motto „Neue Medien, neue Kunst“ kreativ tätig zu sein. Auch dem Dadaismus kommt hierbei ein zentraler Stellenwert zu. Es soll allerdings weniger um die historische Aufarbeitung dieser kulturkritischen Kunstströmung, die sich vor allem durch Proteste gegen vorherrschende Konventionen auszeichnete, gehen. Vielmehr steht die Frage danach, wie jene Denkmuster – die den Dadaismus um 1916 prägten – heute aufgegriffen werden können, im Mittelpunkt. Die Idee, den Dadaismus als inhaltlichen Fokus zu verwenden, liegt in der Tatsache begründet, dass Tirol – allen voran die Gemeinde Tarrenz – in den Sommermonaten 1921/22, also vor einhundert Jahren, mehr oder weniger zufällig zu einem Austragungsort der Dada-Bewegung avancierte. Die Auseinandersetzung, mit der die Künstler umgebenden Natur, floss in die Werke der damaligen Dadaisten ein und sorgte für neue künstlerische Ausdrucksformen.

DAS PROGRAMM DER MEDIENFRISCHE.
In den folgenden Wochen wird in der Gemeinde Pfafflar ein vielfältiges Programm geboten und dafür diverse Gebäude und Räumlichkeiten zweckentfremdet. So wurde beispielsweise die alte Säge in Bschlabs kurzerhand in ein Kino umfunktioniert und bietet nun Raum für die Vorstellung von über einem Dutzend Filmen. Auch Musikliebhaber kommen im „Auszeittal“ auf ihre Kosten, etwa durch verschiedene Open-Air-Konzerte oder klangvolle Darbietungen in den Kirchen von Bschlabs und Boden. Kunstausstellungen verschiedener Art sind im Widum in Bschlabs sowie im Schul- und Feuerwehrgebäude in Boden zu finden. Darüber hinaus sollen mehrere (Autoren-)Lesungen, in regelmäßigen Abständen, den Rahmen für einen regen Austausch bieten.
Entgegen der Meinung so mancher Auswärtigen – für die das ländlich Abgeschiedene gleichbedeutend mit konservativer Denkweise ist – sind die Einwohner des Bschlabertales offen für Neues, was diese außergewöhnliche Veranstaltung einmal mehr beweist. Trotzdem haben das Eröffnungsevent und vor allem manche dort gebotene Darstellung sicherlich für Schmunzeln und Kopfschütteln bei der Bevölkerung gesorgt. Dessen ungeachtet wird das Team der medienfrische vonseiten der Gemeinde sowie einer Vielzahl von Ortsansässigen tatkräftig unterstützt, um Interessierten Einblicke in eine etwas andere Welt zu eröffnen.
Dadaismus in Pfafflar
Die Eröffnungsfeier bei der alten Säge in Bschlabs bot Künstlern und Besuchern Gelegenheit, sich kennenzulernen. RS-Fotos: Perl
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