Der Vater des Lechtals feierte Premiere
Geierwallybühne begeistert mit Falger-Uraufführung und regionalem Ensemble
8. Juli 2025 | von
Johannes Pirchner
Den Auftakt des Abends bildete der musikalische Einzug der Musikkapelle Elbigenalp, die mit schwungvollen Stücken für eine festliche Einstimmung sorgte. Schon hier wurde deutlich: Hier spielt nicht nur eine Bühne – hier spielt ganz Elbigenalp zusammen. Mit der Musikkapelle zogen auch Obmann Marc Baldauf, Elbigenalps Bürgermeister Markus Gerber und Nationalratsabgeordnete Margreth Falkner ein. Falkner dirigierte die Kapelle kurzerhand selbst – und beim anschließenden Begrüßungsschnaps war die gute Stimmung perfekt.
HERZLICHE WORTE ZUR PREMIERE. Der TVB Obmann des Lechtals und Bühnenobmann Marc Baldauf, Bürgermeister Markus Gerber und NR Margreth Falkner fanden in ihren Festansprachen klare Worte des Lobes für das, was die Geierwallybühne seit Jahren leistet. Baldauf betonte, dass dieses Theater weit mehr sei als eine Bühne: ein Begegnungsort, ein Brückenbauer zwischen Generationen, ein lebendiges Stück Identität für die Region. Bürgermeister Gerber hob die außergewöhnliche Dorfgemeinschaft hervor, die vom Bühnenbau bis zum Kioskverkauf, von der Feuerwehr, der Musikkapelle bis zum Sportverein zusammenwirkt. Falkner sprach von einer einzigartigen Liebeserklärung an das Lechtal, die weit über Tirol hinausstrahlt: „Ein Ort, an dem Menschen Geschichte erzählen, mit Herzblut gestalten und so etwas schaffen, das es kein zweites Mal gibt.“ Sie selbst sei seit vielen Jahren Stammgast – ein Versprechen, das für spontane Sympathie sorgte. Die Ansprachen blieben bewusst kurz, um – so die Redner augenzwinkernd – „nicht länger zu reden, als das Stück dauert“, was für erstes Schmunzeln im Publikum sorgte.
GRANDIOSES ENSEMBLE MIT TIEFGANG. Unter der Regie von Madeleine Weiler gelang dem gesamten Ensemble eine beeindruckende Leistung. Die Rolle des Anton Falger ist doppelt besetzt: Erwin Haider verkörpert den gealterten Falger, der in seinen letzten Tagen im Rückblick erzählt, was ihm in seinem bewegten Leben widerfahren ist. Bernhard Wolf spielt Falger in den prägenden Lebensphasen – mit spürbarer Energie und Tiefe. Simone Kammerlander verleiht der Figur der Therese, Falgers großer Liebe, emotionale Kraft und Würde. Leon Togan setzt als personifizierter Tod einen besonderen dramaturgischen Akzent und begleitet Falger als steter, lauernder Weggefährte, das dem Stück eine eigene Tiefe verleiht. Stark besetzt sind auch alle weiteren Rollen, etwa jene des Erfinders Alois Senefelder, den Peter Haider überzeugend darstellt. Für die stimmungsvolle musikalische Gestaltung sorgt einmal mehr Christof Kammerlander, der als Mitautor auch inhaltlich an den Wurzeln dieser Inszenierung mitwirkt. So entsteht ein kurzweiliger Theaterabend, der Historie spürbar macht, ohne zu viel zu verraten. Ein Besuch lohnt sich – für alle, die Geschichte mit allen Sinnen erleben wollen.
FALGER IST AKTUELLER DENN JE. Die Lebensgeschichte von Falger ist bis heute ein Abbild des Außerferns. Auch heute wandern viele junge Lechtaler und Außerferner über den Fernpass oder ins benachbarte Deutsche, um sich Bildung anzueignen. Doch entscheidend ist, ob es gelingt, Impulse zu setzen, die sie bewegen, mit ihrem Wissen wieder zurückzukehren und die Region zu stärken. Genau daran erinnert Falgers Weg, der zeigt, wie wichtig es ist, Fortschritt mit Heimatverbundenheit zu verbinden. Das Stück wirft zugleich einen differenzierten Blick auf das Tiroler Geschichtsbild: Die Napoleonischen Kriege und der Tiroler Freiheitskampf brachten nicht nur Heldenmut, sie forderten einen hohen Preis. Freundschaften zerbrachen, Familien wurden auseinandergerissen, auch die Frage, was ein erfülltes Leben abseits klassischer Familienbilder bedeuten kann, stellt sich damals wie heute.
BILDUNG & STARKE FRAUEN.Auffällig stark ist dabei die Rolle der Frauen: Falgers Frau Therese, seine Schwiegermutter, die Haushälterin und nicht zuletzt Bayerns Königin Marie Friederike prägten sein Leben entscheidend mit. Frauenbildung war in jener Zeit alles andere als selbstverständlich – doch Falger setzte mit seiner Zeichenschule ein klares Zeichen: Gratis Bildung für arme Kinder, egal ob „Knobe“ oder Mädchen. Anna Stainer-Knittel, die spätere Geierwally, wäre ohne Falgers Wirken nicht denkbar gewesen – doch das ist eine andere Geschichte. Nicht zuletzt ruft das Stück in Erinnerung, dass Wohlstand auch Verantwortung bedeutet. Wer mehr hat, gibt etwas zurück, so wie Falger oder Königin Marie Friederike, die dem Lechtal eng verbunden blieb. Diese Verantwortung kommt zurück: Sie schafft Gemeinschaft, Zusammenhalt und eine Region, die auch für die nächsten Generationen Heimat bleiben kann.
HERZLICHE WORTE ZUR PREMIERE. Der TVB Obmann des Lechtals und Bühnenobmann Marc Baldauf, Bürgermeister Markus Gerber und NR Margreth Falkner fanden in ihren Festansprachen klare Worte des Lobes für das, was die Geierwallybühne seit Jahren leistet. Baldauf betonte, dass dieses Theater weit mehr sei als eine Bühne: ein Begegnungsort, ein Brückenbauer zwischen Generationen, ein lebendiges Stück Identität für die Region. Bürgermeister Gerber hob die außergewöhnliche Dorfgemeinschaft hervor, die vom Bühnenbau bis zum Kioskverkauf, von der Feuerwehr, der Musikkapelle bis zum Sportverein zusammenwirkt. Falkner sprach von einer einzigartigen Liebeserklärung an das Lechtal, die weit über Tirol hinausstrahlt: „Ein Ort, an dem Menschen Geschichte erzählen, mit Herzblut gestalten und so etwas schaffen, das es kein zweites Mal gibt.“ Sie selbst sei seit vielen Jahren Stammgast – ein Versprechen, das für spontane Sympathie sorgte. Die Ansprachen blieben bewusst kurz, um – so die Redner augenzwinkernd – „nicht länger zu reden, als das Stück dauert“, was für erstes Schmunzeln im Publikum sorgte.
GRANDIOSES ENSEMBLE MIT TIEFGANG. Unter der Regie von Madeleine Weiler gelang dem gesamten Ensemble eine beeindruckende Leistung. Die Rolle des Anton Falger ist doppelt besetzt: Erwin Haider verkörpert den gealterten Falger, der in seinen letzten Tagen im Rückblick erzählt, was ihm in seinem bewegten Leben widerfahren ist. Bernhard Wolf spielt Falger in den prägenden Lebensphasen – mit spürbarer Energie und Tiefe. Simone Kammerlander verleiht der Figur der Therese, Falgers großer Liebe, emotionale Kraft und Würde. Leon Togan setzt als personifizierter Tod einen besonderen dramaturgischen Akzent und begleitet Falger als steter, lauernder Weggefährte, das dem Stück eine eigene Tiefe verleiht. Stark besetzt sind auch alle weiteren Rollen, etwa jene des Erfinders Alois Senefelder, den Peter Haider überzeugend darstellt. Für die stimmungsvolle musikalische Gestaltung sorgt einmal mehr Christof Kammerlander, der als Mitautor auch inhaltlich an den Wurzeln dieser Inszenierung mitwirkt. So entsteht ein kurzweiliger Theaterabend, der Historie spürbar macht, ohne zu viel zu verraten. Ein Besuch lohnt sich – für alle, die Geschichte mit allen Sinnen erleben wollen.
FALGER IST AKTUELLER DENN JE. Die Lebensgeschichte von Falger ist bis heute ein Abbild des Außerferns. Auch heute wandern viele junge Lechtaler und Außerferner über den Fernpass oder ins benachbarte Deutsche, um sich Bildung anzueignen. Doch entscheidend ist, ob es gelingt, Impulse zu setzen, die sie bewegen, mit ihrem Wissen wieder zurückzukehren und die Region zu stärken. Genau daran erinnert Falgers Weg, der zeigt, wie wichtig es ist, Fortschritt mit Heimatverbundenheit zu verbinden. Das Stück wirft zugleich einen differenzierten Blick auf das Tiroler Geschichtsbild: Die Napoleonischen Kriege und der Tiroler Freiheitskampf brachten nicht nur Heldenmut, sie forderten einen hohen Preis. Freundschaften zerbrachen, Familien wurden auseinandergerissen, auch die Frage, was ein erfülltes Leben abseits klassischer Familienbilder bedeuten kann, stellt sich damals wie heute.
BILDUNG & STARKE FRAUEN.Auffällig stark ist dabei die Rolle der Frauen: Falgers Frau Therese, seine Schwiegermutter, die Haushälterin und nicht zuletzt Bayerns Königin Marie Friederike prägten sein Leben entscheidend mit. Frauenbildung war in jener Zeit alles andere als selbstverständlich – doch Falger setzte mit seiner Zeichenschule ein klares Zeichen: Gratis Bildung für arme Kinder, egal ob „Knobe“ oder Mädchen. Anna Stainer-Knittel, die spätere Geierwally, wäre ohne Falgers Wirken nicht denkbar gewesen – doch das ist eine andere Geschichte. Nicht zuletzt ruft das Stück in Erinnerung, dass Wohlstand auch Verantwortung bedeutet. Wer mehr hat, gibt etwas zurück, so wie Falger oder Königin Marie Friederike, die dem Lechtal eng verbunden blieb. Diese Verantwortung kommt zurück: Sie schafft Gemeinschaft, Zusammenhalt und eine Region, die auch für die nächsten Generationen Heimat bleiben kann.













