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Reutte | Kultur | 11. Juli 2022 | Von Marlen Perl

Eine besondere Frau mit großem Herzen

Edmund Schueller (Bernhard Wolf) und Elisabeth Maldoner (Simone Kammerlander) in der Uraufführung des Stücks „Die Reiche Lisabeth – Die Geldverleiherin aus dem Lechtal.“ RS-Fotos: Perl
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Reutte  Von Marlen Perl
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Beginn des Theatersommers auf der Geierwally Freilichtbühne in Elbigenalp

Am vergangenen Samstag, dem 9. Juli 2022, fand auf der „Duarfer“ Geierwally Freilichtbühne die Uraufführung des Stücks „Die Reiche Lisabeth – Die Geldverleiherin aus dem Lechtal“ statt. Ein weiteres Mal wird Theaterbegeisterten damit ein Stück Lechtaler Geschichte auf unterhaltsame Art und Weise nähergebracht.
Von Marlen Perl

Die Präsentation der Geschichte der für das Lechtal – insbesondere für die Gemeinde Holzgau – bedeutenden Geschäftsfrau war ursprünglich bereits für den Theatersommer 2021 angedacht. Aufgrund der Corona-Maßnahmen, die vor rund einem Jahr noch für erhebliche Einschränkungen bei den Proben sorgten, entschieden sich die Verantwortlichen, die Aufführung des Stücks auf das Jahr 2022 zu verschieben.

DIE ENTSTEHUNG. Bei den Recherchearbeiten zu einigen älteren Werken, wie etwa „Todtentanz“ (2015) oder „Lechufer, anno 1800“ (2018),  stießen der Schauspieler und künstlerische Leiter der Geierwally Freilichtbühne, Bernhard Wolf, und der Musiker Christof Kammerlander auf die Holzgauerin Elisabeth Maldoner (1800 bis 1878), im Volksmund die reiche Lisabeth genannt. Sie war in der Umgebung als äußerst vermögende und überaus großzügige Wohltäterin bekannt. Speziell die mystischen Erzählungen um ihre Figur haben es den beiden Autoren angetan, wobei sich – bedingt durch den Mangel an Quellen hinsichtlich ihres (Privat-)Lebens – auch einige offene Fragen ergaben: Wie kam sie zu ihrem Vermögen? Warum blieb sie Zeit ihres Lebens alleinstehend und kinderlos? Warum hatte sie Angst vor dem Sterben?

EINBLICKE IN DIE GESCHICHTE. Wie bereits in den vergangenen Jahren steht die Wunderkammer in Elbigenalp in engem Kontakt mit der Geierwally Freilichtbühne und liefert auch in diesem Sommer, im Rahmen einer eigenen Sonderausstellung, den historischen Hintergrund zum Theaterstück.  Schriftliche Quellen, Schmuck, Kleidungsstücke und sonstige Habseligkeiten ermöglichen Interessierten als Exponate einen Einblick in das Leben von Elisabeth Maldoner im 19. Jahrhundert.

DIE URAUFFÜHRUNG. Der Theaterabend wurde feierlich durch die Musikkapelle Elbigenalp eröffnet, bevor sich der Obmann der Geierwally Freilichtbühne, Marc Baldauf, mit einigen grüßenden Worten an das zahlreich erschienene Publikum wandte. Neben anerkennendem Lob für die unermüdliche Arbeit der insgesamt fünfzig Vereinsmitglieder, gab er Einblicke in die durchgeführten Umbaumaßnahmen im Jahr 2020, die das Bühnenerlebnis – vor der einzigartigen Kulisse in der Bernhardstalschlucht – nun noch außergewöhnlicher gestalten sollen. Dabei wurden keine Kosten und Mühen gescheut und knapp 820.000 Euro unter anderem in die Unterkellerung der Bühne, den Ausbau des Bühnenstegs, eine neu geschaffene, ganzjährig geöffnete Besucherplattform sowie modernste Ton- und Lichttechnik investiert. Die Geierwally Freilichtbühne möchte Kunst- und Kulturbegeisterten damit künftig als vielseitiges Veranstaltungszentrum dienen, was im vergangenen Kultursommer 2021, mit Konzerten und Vorstellungen unterschiedlicher Künstler, bereits deutlich wurde. Auch Bürgermeister Markus Gerber begrüßte die Ehrengäste und richtete Dankesworte an Unterstützer und langjährige Förderer. Die zwanzig Schauspielerinnen und Schauspieler, darunter sechs Kinder, sorgten bei ihrer gelungenen Erstaufführung, unter der Regie von Markus Oberrauch, für Applaus und Standing Ovations. Das durchdachte Bühnenbild sowie die aufwändig gestalteten Trachten der Hauptprotagonistin Lisabeth – gespielt von Simone Kammerlander – ermöglichten die Darstellung der Entwicklung von der 19-jährigen Erbin bis hin zu ihrem Tod. Rein dramaturgisch erfundene Geschichten, wie etwa ihre (freundschaftliche) Beziehung zu Edmund Schueller, betten den historischen Kern der generösen Geldgeberin in ein stimmiges Theaterstück. Das Autorenteam war merklich bemüht, eine Varietät an Atmosphären in der Bernhardstalschlucht zu erzeugen. Zum Drama neigende Aspekte wurden gekonnt durch humorvolle Elemente unterbrochen und auch romantische Szenen fanden Einzug darin.

RESÜMEE. So viel sei verraten: Bei Elisabeth Maldoner handelt es sich um eine Vorbild-Figur, über die es sich zu berichten lohnt. Mit dem Stück „Die Reiche Lisabeth – Die Geldverleiherin aus dem Lechtal“ ist es dem Verein der Geierwally Freilichtbühne einmal mehr gelungen, geschichtsträchtige Inhalte zu vermitteln, ohne es wie eine Unterrichtsstunde erscheinen zu lassen. Durch die Aufarbeitung des Lebens der wohlhabenden Holzgauerin, wird – speziell im Hinblick auf das aktuelle Weltgeschehen – einmal mehr deutlich, dass Geld alleine nicht glücklich macht.

WEITERE INFORMATIONEN. Falls Ihr Interesse geweckt wurde, bietet sich in den nächsten Wochen noch die Gelegenheit, an einem der zwölf verbleibenden Theaterabenden im „Duarf“ teilzunehmen. Weitere Informationen sind der Homepage des Vereins, unter www.geierwally.at, zu entnehmen.
(Die Fotos der Bildergalerie stammen von Jeremias Plangger und Marlen Perl. Anm. d. Red.)
Eine besondere Frau mit großem Herzen
„Die Reiche Lisabeth“ – Stück über die „Frau mit dem großen Herzen“, Elisabeth Maldoner, feierte Premiere auf der Geierwally Freilichtbühne in Elbigenalp.
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