Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Reutte | Kultur | 3. August 2020 | von Uwe Claus

Generalversammlung des Museumsvereins

Generalversammlung des Museumsvereins
Das Foto zeigt einige Autoren des „Extra Verren 2019“, zusammen mit Obmann Ernst Hornstein (2. v. li.). RS-Foto: Claus
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Reutte  von Uwe Claus
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14. Ausgabe des Jahrbuchs „Extra Verren“ präsentiert

Der Situation durch die Coronapandemie war es zuzuschreiben, dass die 46. ordentliche Generalversammlung des Museumsvereins für den Bezirk Reutte in der Bücherei erst jetzt durchgeführt werden konnte.
von Uwe Claus

Obmann Ernst Hornstein ließ es zu Beginn bei einer kurzen Begrüßung bewenden und übergab das Wort an Klaus Wankmiller, der das neue Jahrbuch „Extra Verren“ für das Jahr 2019 präsentierte. Es war nicht nur das 14. Buch dieser Reihe, sondern mit 274 Seiten auch das umfangreichste. Wankmiller erinnerte daran, dass 2006 das erste Buch mit 120 Seiten aufgelegt wurde und bereits drei Jahre später doppelte Stärke aufwies. Das zeigt, dass es im und um das Außerfern noch viele geschichtliche Themen gibt, die es aufzuarbeiten gilt. Auch in dieser Ausgabe haben die Autoren spannende Geschichten ausgegraben, die so in der Öffentlichkeit noch nicht allen bekannt sein dürften.
Im archäologischen Teil beschäftigten sich Daniel Lueger und Lukas Gundolf mit Ausgrabungen in Dollinger-Lager bei Tarrenz, dem sich Ausführungen von Thomas Pfundner mit einem Beitrag zum Grenzverlauf im Ammerwald (Dreiländereck) anschließen. Das Auffinden der Gründungsurkunde der Drittellade in Holzgau war die Grundlage für Ingrid Rittler zu einem ausführlichen Bericht über die Zunft der „Stainhauer, Maurer unnd Zimmerhanndwerchs Leith“ im Gericht Ehrenberg. Lektor Klaus Wankmiller begibt sich auf die Spuren des Stockacher Malers Karl Selb (1760–1819) anlässlich dessen 200. Todestags. Zwei Ölskizzen, ein Fres-ko und der Heilige Geist – von den Malern Matthäus Günther (1705–1788, bayerische Barockmaler) und Balthasar Riepp (1703–1764, Reutte/Vils) waren Grundlage für den Beitrag von Josef Mair in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Großaitingen b. Augsburg. Eine Nachlese zur momentanen Ausstellung im Grünen Haus in Reutte über den Maler Josef Anton Koch (1768–1839) nimmt besonders dessen Familie in den Fokus. Als Verfasser zeichnen Klaus Wankmiller und Erich Prinschtler. Zum 130. Todestag von Königinmutter Marie von Bayern (1825–1889) hat Autor Peter Linser die verschiedenen Aufenthalte näher ins Visier genommen und einige interessante Details ans Tageslicht befördert. Im Mittelpunkt seines Berichts dokumentierte Hubert Romeder, Museumsleiter im Ostallgäuer Halblech, die Arbeiten des  Bildhauer- und Stuckateurmeis-ters Josef Schnitzer aus Elmen. „Vom Wirtshaus zur Bezirkshauptmannschaft“ – die wechselvolle Geschichte eines Hauses und seiner Besitzer“ ist ein Beitrag von Historiker Dr. Richard Lipp, in dem er die verschiedenen Phasen dieses geschichtsträchtigen Hauses dem Leser näherbringt. Zum Schluss macht sich Birgit Maier-Ihrenberger auf die Spuren von Max Spielmann, der mit seinen Fassadengestaltungen in Reutte und Breitenwang bis heute in Erinnerung bleibt. Büchereileiterin Sonja Kofelenz gibt in ihrer Buchbesprechung des Werks von Reinhard Schlichtherle aus Häselgehr über Anton Falger einige ihrer Aspekte zu dem Buch zum Besten.
In seinem Rechenschaftsbericht konnte Obmann Ernst Hornstein über eine Fülle von Veranstaltungen des Vereins berichten: Ausstellungen über Kaiser Maximilian I. und die Bilderwelten von Joseph Anton Koch, Ausstellungsfahrten nach Hall i. T., Augsburg, Innsbruck und Ravensburg, Samstagskulturen mit dem Besuch von Kulturdenkmälern in der näheren Umgebung sowie Vorträge quer zu verschiedenen Themen wurden über das Jahr über angeboten. Zur Zeit beschäftigt den Verein das Projekt „Südtiroler Siedlung“ mit Erstellung einer Schauwohnung (Präsentation voraussichtlich am 10. Oktober). Mittlerweile besteht übrigens das Museum im Grünen Haus  seit 30 Jahren, wie Hornstein nicht ohne Stolz berichtete. Museumsleiter Ulrich Kößler ist es ein Anliegen, auch „kleine Dinge“ zu sammeln und zu bewahren. Er berichtete über diverse Leihgaben, Schenkungen und Ankäufe und freute sich über die allgemeine Unterstützung von allen Seiten. Büchereileiterin Sonja Kofelenz berichtete, dass die Coronakrise und die damit verbundene neunwöchige Schließung auch an der Bücherei nicht spurlos vorüber- gegangen war. Dies habe sich natürlich in den Zahlen der Besucher und Entlehnungen niedergeschlagen. Insgesamt wurden die 7165 in der Bücherei aufgelegten Publikationen – vom Kinder/Jugendbuch über Bücher für Erwachsene bis hin zu AV-Medien und Zeitschriften – von 438 Leserinnen und Lesern 11.267 Mal ausgeliehen. Nach den Ausführungen zur finanziellen Lage des Vereins wies Obmann Hornstein darauf hin, dass ab Anfang September das Museum „Grünes Haus“ geschlossen bleibt. Es stehen der Umbau des Museumsbüros sowie die Museumserweiterung mit Lifteinbau und behindertengerechter Adaptierung an. Neueröffnung wird voraussichtlich am 3. Dezember 2020 mit der Winterausstellung „Handwerkszeug“ sein.
Allen in diesem Bereich der Kultur Verantwortlichen dankte Vizebürgermeister Klaus Schimana: „Sie haben alle, trotz widriger Umstände, die Herausforderungen an Museum und Bücherei angenommen und geschafft – dafür gebührt ihnen der Dank der Gemeinde.“
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