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Reutte | Kultur | 24. November 2020 | Von Regina Hohengasser

Musikunterricht im Lockdown 2

Musikunterricht im Lockdown  2
Beethovens „Ode an die Freude“, Text von Friedrich Schiller, ein Lied, das in Italien beim ersten Lockdown von den Balkonen aus vielfach gespielt wurde. RS-Foto: Hohengasser
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Die Musikschule Reutte hat sich bestmöglich für einen weiterführenden Unterricht vorbereitet

Dass der Musikunterricht weiterhin stattfinden kann, freut Schüler, Lehrer und Eltern gleichermaßen. Möglich macht das die moderne Technologie. Im Homeoffice setzen die Lehrpersonen dazu Skype, Zoom, Whats-App und Telefonie ein. Der Vorteil: Es gab schon Erfahrungen aus dem ersten Lockdown; etwaige Nachjustierungen und Verbesserungen konnten somit rechtzeitig erfolgen.
Von Regina Hohengasser

Ein Instrument zu erlernen, gehört zu einer der schönsten und beglückendsten kreativen Tätigkeiten im Leben eines Menschen. Die älteste Form der zwischenmenschlichen Verständigung ist die nonverbale Kommunikation, ein Zweig davon ist das gemeinsame Musizieren. Man denke nur an einen Dirigenten im Orchester! Ohne Körpersprache ist die Musik gar nicht denkbar. Es ist sozusagen von Anfang an genetisch in uns eingeschrieben und deshalb so wertvoll. Das Gehör schulen, dem Plätschern einer Quelle lauschen, Naturgeräusche wahrnehmen, auch das ist Musik. Gestik, Mimik, Ausdruck spielen in der Interaktion zwischen Lehrer und Schüler eine wesentliche Rolle. Man stimmt sich im wahrsten Sinne des Wortes aufeinander ab. Daher ist der Verzicht auf den Präsenzunterricht eine große Herausforderung.
Eine langjährige Musiklehrerin teilt ihre Erfahrungen: Beim ersten Lockdown war es für die engagierte Lehrerin im ersten Moment ein kleiner Schock, als es hieß, der Unterricht wird auf online umgestellt. Die unterschiedlichen Kenntnisse im Umgang mit den neuen Medien erschwerten die Umstellung zusätzlich. Oft spielt das Lebensalter eine Rolle, wie das Level der PC-Praxis aussieht. „Die anfängliche Scheu vor den neuen Medien legte ich rasch ab und akzeptierte die neue Herausforderung. Der zweite Lockdown hat den Vorteil, dass alles schon installiert ist; eine positive Grundeinstellung und Akzeptanz, dass es ´jetzt so ist, wie es ist` erleichtert die Situation“, so die Lehrerin weiter. Das Unterrichten am PC erfordert hohe Konzentration von beiden Seiten. Man muss noch effizienter und schneller auf den Punkt kommen und sich auf das Wesentliche beschränken, denn am PC zu unterrichten strengt mehr an, das gilt für Lehrer und Schüler gleichsam. Und es braucht zwischendurch immer wieder mal kleine Pausen. Die Bewegung und das normale Umhergehen im Raum weicht langem Sitzen am PC, auch das war eine Umstellung. Es erfordert viel mehr Konzentration, um Lernschritte am Instrument oder an der richtigen Ausführung am Instrument zu erklären, denn die Größe des Displays ist auf ein kleines Fenster beschränkt. Trotz alledem tragen die Schüler die Maßnahmen sehr gut mit. Das war beim ersten Lockdown noch nicht so der Fall.  Leider gibt es immer noch Schüler, die digital nicht so gut ausgestattet sind, da ist Flexibilität gefordert. Eigenverantwortung der Schüler ist jetzt viel wichtiger geworden als je zuvor. Der Schüler kann sich nicht mehr so leicht auf die Lehrperson verlassen, da die Kapazitäten begrenzt sind. Die Entscheidung, wie groß die Lernfortschritte ausfallen, ist viel mehr als sonst auch vom Engagement der Schüler abhängig. Es kommt auch auf das Alter an; je älter die Schüler sind, umso leichter lassen sich Lerninhalte am PC erklären. Kleine Kinder sind verständlicherweise sehr auf die Lehrerin fokussiert und lieben es, wenn der Unterricht mit Bewegung und spielerisch umgesetzt wird.

ELTERN SIND BEMÜHT. Sie sorgen, dass alles funktioniert, werfen ein Auge auf die Pünktlichkeit, was ja bei Skype und Co. nicht ir-relevant ist. Die Eltern können in die Unterrichtseinheiten miteinbezogen werden, ein Vorteil, der gerade für jüngere Schüler wichtig ist, damit die neuen Lernschritte und Hausübungen besser verankert werden können.  Was oft zu problematischen Situationen führt, ist, dass Familien nur einen PC zur Verfügung haben: mehrere Kinder und die im Homeoffice befindlichen Eltern müssen sich einen PC teilen. Eine gute Planung ist hier das A und O. Trotz allem ziehen Eltern, Schüler und Lehrer an einem Strang, um aus der Situation das Beste herauszuholen. Was alle eint, ist die Liebe zur Musik, nicht umsonst wird sie die schönste Sprache der Welt genannt. Ob gemeinsames Singen in einem Chor oder ein ergreifendes Konzert, sie ist aus unserem Leben nicht wegzudenken. Sie berührt, sie erfreut das Herz, sie spendet Trost, sie gibt den großen Ereignissen in unserem Leben erst den richtigen Rahmen und sie verbindet als universelle Sprache alle Völker. Bleibt abschließend nur zu hoffen, dass es zu keinem weiteren Lockdown mehr kommt und bald wieder Präsenzunterricht möglich sein wird. Damit das kulturelle Leben neu erblühen und uns alle wieder mit Lehrer- und Schüler-konzerten erfreuen kann.
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