Stadt Reutte schreibt Geschichte
Im Museum im Grünen Haus zum Anfassen nah
27. Dezember 2024 | von
Sonja Kofelenz
Die neue flexible Fotowand macht die Bedeutung Reuttes als Hauptort anschaulich sichtbar. RS-Fotos: S. Kofelenz
Stolz zeigt der Leiter des Museum Mag. Ulrich Kößler auf den neu gestalteten Zeitstrahl, der – flexibel gestaltet – die zeitliche Einordnung wichtiger Ereignisse unserer Heimat darstellt. Neu hinzugekommen ist die kleine Tafel mit dem Vermerk der Stadterhebung 2024. Ebenfalls ganz neu ist eine Fotowand mit historischen Aufnahmen von wichtigen Gebäuden in Reutte. Mit dieser Dokumentation startet die Sonderausstellung und zeigt anschaulich die „Zentralörtlichkeit“ unserer Gemeinde. Auf die Frage, was dieser doch etwas sperrige Ausdruck bedeutet, erklärt Kößler: „Damit ist der Hauptort gemeint, der mit seinen Einrichtungen (Ämter, Behörden, Schulen, Institutionen, Verkehrswesen) das Zentrum bildet.“
Weiter führt er die RUNDSCHAU in den angrenzenden Raum. Dort beginnt die Geschichte von Reutte bei der Frühzeit, von der es wenig schriftliche Aufzeichnungen gibt. Einen Anschub erfuhr die Region mit dem Bau der Römerstraße durch Maximilian I. Diese kürzere, geradere Straße sorgte für eine Stärkung der Wirtschaft und führte zu Wachstum, zum Niederlagsrecht und dem Salzhandel. 1489 erhielt Reutte das Marktrecht. In Textfahnen findet der Besucher zeitlich aufbauend Informationen über die Persönlichkeiten, die für die Geschichte von Reutte wichtig waren. Bei diesen musste die Bestätigung von Rechten (Marktrecht) eingeholt und erneuert werden. Die dazu gehörigen Urkunden sind in den Vitrinen im Original ausgestellt.
Infos und Termine. Abschließend lädt Mag. Kößler zur kostenlosen öffentlichen Führung ein, die jeden ersten Donnerstag um 17 Uhr im Museum im Grünen Haus stattfindet. Besucht werden kann die Sonderausstellung bis 8. März 2025 jeweils von Dienstag bis Samstag, von 13 bis 17 Uhr. Eine Mäuserallye für Kinder wird ebenfalls angeboten. Am 23. Jänner 2025 findet der Vortrag von Klaus Wankmiller „Die Stadt im Mittelalter“ statt. Am 14. Feburar 2025 steht die Führung „Historische Stätten der Zentralörtlichkeit und deren Geschichte“ auf dem Programm.
Beeindruckend sind die großen Siegel, die an den Urkunden befestigt sind. Eines der schönsten zeigt das Habsburger-Wappen.
Vier Fragen an Museumsleiter Mag. Ulrich Kößler:
RUNDSCHAU: Was war die Intention zu dieser Sonderausstellung?
Mag. Kößler: Die Ausstellung wurde aus gegebenem Anlass (die Stadterhebung) projektiert. Es geht in der Sonderausstellung vor allem darum, die örtlichen Gegebenheiten in Kontext mit der Thematik der Stadterhebung darzustellen.
RUNDSCHAU: An wen richtet sich die Sonderausstellung?
Mag. Kößler: In erster Linie ist die einheimische Bevölkerung angesprochen und natürlich jeder geschichtlich Interessierte.
RUNDSCHAU: Woher kommen die gezeigten Exponate?
Mag. Kößler: Diese stammen alle aus dem historischen Stadtarchiv und werden hier bei uns im Museum im Grünen Haus im Original ausgestellt.
RUNDSCHAU: Welches der Stücke würden Sie als Highlight der Ausstellung bezeichnen und als Muss für jeden Gemeindebürger, es gesehen zu haben?
Mag. Kößler: Das ist definitiv das aktuellste Dokument – die Stadterhebungsurkunde, die wir von der Stadtgemeinde für die Ausstellung bekommen haben. Die Gelegenheit sollte man sich nicht entgehen lassen, und die Urkunde im Original ansehen kommen.
