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Reutte | Kultur | 18. Juni 2019 | Bogdan Dujic

Vom Bauernsohn zum gefragten Maler

Vom Bauernsohn zum gefragten Maler
Zahlreiche interessierte Hörerinnen und Hörer waren zum Vortrag von Klaus Wankmiller im Grünen Haus erschienen. Foto: Kößler
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Vortrag von Klaus Wankmiller über den Maler Karl Selb im Grünen Haus


Im Juni 2019 jährt sich der Todestag des Lechtaler Malers Karl Selb zum 100. Mal. Aus diesem Anlass gewährte Klaus Wankmiller im Rahmen eines Vortrags im Grünen Haus einen Einblick in das Leben und Schaffen des Künstlers.

Von Magdalena Winkler

Klaus Wankmiller widmete sich bereits in zwei Aufsätzen, die2010 und 2013 im Jahrbuch des Museumsvereins Extra Verren erschienen, dem Lechtaler Maler Karl Selb. Mit einem Vortrag am vergangenen Donnerstagabend gedachte Wankmiller dem Leben und Wirken Selbs, der vor 100 Jahren verstarb.
Künstlerleben.

Karl Selb wurde 1760 als Sohn einer kinderreichen Bauernfamilie in Stockach (seinerzeit Elbigenalp zugehörig) geboren. Darüber, wo Selb die Kunst der Malerei erlernt hat, lassen sich lediglich Vermutungen anstellen. „Es wäre durchaus denkbar, dass Selb zunächst von Josef A. Schueller unterrichtet wurde“, so Wankmiller. Schueller, dessen Werk als weitgehend unerforscht gilt, war für die Ausmalung der Kirche in Stockach im Jahr 1773 verantwortlich.
Von 1799 bis 1801 besuchte Selb schließlich gemeinsam mit seinem um 24 Jahre jüngeren Bruder Josef Anton Selb die Akademie der Maler-, Bildhauer- und Bau-Kunst in Düsseldorf. Wie aus neuesten Erkenntnissen hervorgeht, übernahm Selb zwei Jahre nach Vollendung seiner Ausbildung die Ausgestaltung des Langhausfreskos in der Kirche Mariä Himmelfahrt im oberbayerischen Lampferding. Laut Wankmiller dürfte es sich bei diesem Fresko wohl um das einzige Werk Selbs handeln, das sich in einer Kirche außerhalb des Außerferner Raums befindet. 1806 gingen die Selb-Brüder nach München, Karl Selb zog jedoch im selben Jahr wieder ins Lechtal zurück, wo er mit den Arbeiten an einem Fresko in der Pfarrkirche Häselgehr begann. Zwei Jahre später kam Selb in Begleitung seines Schülers Josef Anton Falger erneut nach München, bevor er 1809 endgültig nach Tirol zurückkehrte.
Werke. Selb schuf in den folgenden Jahren zahlreiche Ölgemälde und Fresken für Tiroler Kirchen. Werke von Selb finden sich mitunter in Bach, Elmen, Häselgehr, Breitenwang und Hägerau. Ein von ihm stammendes Madonnenbild konnte unlängst in den Besitz des Grünen Hauses gebracht werden. Die dürftige Quellenlage sowie einige Werke, deren eindeutige Zuschreibung auf Selb noch ausständig ist, lassen auch künftig Raum für weitere Forschungen.
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