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Jugendgruppe aus Bergnot gerettet

Elf Kinder bei Ehenbichler Alm unverletzt geborgen – Notunterkunft in Berwang eingerichtet

Am 16. Februar ist es im Bereich der Ehenbichler Raaz Alm im Gemeindegebiet von Reutte zu einer alpinen Notlage mit elf Kindern und zwei Betreuern gekommen. Die Gruppe hatte eine Wanderung zur Reuttener Hütte unternommen und setzte am frühen Abend aufgrund starker Schneefälle einen Notruf ab. Alle Beteiligten konnten unverletzt geborgen werden.
18. Feber 2026 | von Johannes Pirchner
Jugendgruppe aus Bergnot gerettet<br />
Die Bergrettungen Reutte & Berwang und die Alpinpolizei leisteten großartiges. Foto: Bergrettung Reutte
Die Jugendgruppe aus Deutschland, bestehend aus elf Kindern und Jugendlichen im Alter von acht bis 15 Jahren sowie einer 20-jährigen und einem 21-jährigen Betreuer, war gegen 12:40 Uhr in Rinnen angekommen. Trotz mäßigem bis starkem Schneefall startete die Gruppe ihre Wanderung auf dem verschneiten Fahrweg in Richtung Reuttener Hütte.

KEIN WEITERKOMMEN. Aufgrund der winterlichen Verhältnisse dauerte der Aufstieg deutlich länger als geplant. Starker Schneefall, rund 50 Zentimeter Neuschnee und stürmische Bedingungen erschwerten das Vorankommen, eine Spur war nicht mehr erkennbar. Gegen 18:00 Uhr erreichte die Gruppe die zu diesem Zeitpunkt geschlossene „Ehenbichler Raaz Alm“. Die Betreuer entschieden sich, die Wanderung abzubrechen und setzten den Notruf ab.

SCHNELLES EINGREIFEN. Kurz nach 18:00 Uhr wurden die Bergrettung Reutte und in weiterer Folge die Bergrettung Berwang alarmiert. Elf Bergretter der Ortsstelle Reutte sowie acht Bergretter der Ortsstelle Berwang standen im Einsatz. Zur Unterstützung wurden Skidoos organisiert, insgesamt vier Fahrzeuge kamen für den Shuttle-Dienst zum Einsatz. Auch die Alpinpolizei war eingebunden.

SCHWIERGIE BERGUNG. Die rund 50 Zentimeter Neuschnee stellten selbst für die Skidoos eine Herausforderung dar. An der Alm angekommen, versorgten die Einsatzkräfte die durchnässten und bereits unterkühlten Kinder und Betreuer mit Rettungs- und Wärmedecken. Der Hüttenwirt öffnete die Alm, sodass die Gruppe in die Hütte gebracht und mit warmen Getränken versorgt werden konnte. Nachdem sich die Lage stabilisiert hatte, erfolgte der schrittweise Abtransport mittels Skidoos ins Tal. Gegen 22:50 Uhr war die Bergung abgeschlossen. Verletzt wurde niemand.

NOTUNTERKUNFT ORGANISIERT.  Um 20:30 Uhr wurde das Rote Kreuz Reutte über die Situation informiert. Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit und der winterlichen Temperaturen wurde ein Alarm für die Schnelleinsatzgruppe (SEG) ausgelöst. Elf ehrenamtliche Mitglieder rückten ein und bereiteten Feldbetten, Decken, Schlafsets und Hygieneartikel vor.

UNTERKUNFT IN BERWANG. Im Gemeindesaal von Berwang wurde eine provisorische Unterkunft eingerichtet. Dort wurden die Kinder und ihre Begleitpersonen untergebracht, mit warmem Tee versorgt und mit Feldbetten ausgestattet. Die Jugendgruppe verbrachte die Nacht im Notlager im Gemeindeamt Berwang. Das Rote Kreuz übernahm neben der organisatorischen Abwicklung auch die Erstbetreuung vor Ort. „Solche Einsätze zeigen, wie wichtig unsere Schnelleinsatzgruppe für den Bezirk ist. Durch das große Engagement unserer Mitglieder können wir auch kurzfristig professionelle Hilfe leisten. Gleichzeitig wird deutlich, wie entscheidend es ist, dass sich die Einsatzorganisationen im Bezirk gut kennen, regelmäßig zusammenarbeiten und aufeinander eingespielt sind. Nur durch dieses Vertrauen und die reibungslose Abstimmung zwischen Bergrettung, Gemeinde Berwang und Rotem Kreuz konnte in dieser besonderen Situation rasch und effizient geholfen werden“, betont Bezirksrettungskommandant Bertram Schedler. Einen besonderen Dank sprach Schedler auch Berwangs Bürgermeister Dietmar Berktold aus für die unkomplizierte Bereitstellung der Räumlichkeiten

WINTERLICHE HERAUSFORDERUNG. Der Einsatz verdeutlicht, wie rasch sich winterliche Bedingungen im alpinen Gelände zuspitzen können. Starker Schneefall, Minusgrade und fehlende Orientierungsmöglichkeiten machten die Situation besonders für eine Kindergruppe anspruchsvoll. Dank des koordinierten Zusammenwirkens der Bergrettungs-Ortstellen Reutte und Berwang, des Roten Kreuzes, der Alpinpolizei und der Gemeinde Berwang organisierte Skidoos konnten alle elf Kinder und ihre beiden Betreuer sicher versorgt werden.
Jugendgruppe aus Bergnot gerettet<br />
Das Rote Kreuz und die Gemeinde Berwang richteten ein Notschlafquartier ein. Foto: Rotes Kreuz

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