Regional verankert, global relevant
Landwirtschaftskammer blickt auf EU & Ausblick auf regionale Chancen
8. Juli 2025 | von
Johannes Pirchner
Bezirksobmann Markus Rid, Vizepräsidentin Helga Brunschmid, Bezirksstellenleiter Otmar Juen, Elias, Luisa und Ferdinand Bailom mit Kammerpräsident Josef Hechenberger. Foto: LK Tirol
„Mit dem EU-Beitritt hat sich die Landwirtschaftspolitik grundlegend verändert“, betonte LK-Präsident Josef Hechenberger in seiner Bilanz. Die Rahmenbedingungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) hätten sich etabliert, doch es brauche laufend Anpassungen. In Tirol beteiligen sich 91 Prozent der Betriebe am ÖPUL-Programm für umweltgerechte Landwirtschaft – ein Spitzenwert. Dennoch sei laut Hechenberger bei der praktischen Umsetzung der Maßnahmen Luft nach oben: „Die Betriebe brauchen klare praxistaugliche Vorgaben.“
WEITBLICK IN DIE ZUKUNFT.Vizepräsidentin und Landesbäuerin Helga Brunschmid blickte voraus: Die nächste GAP-Periode startet 2027. Ziel sei es, den laufenden Strategieprozess auf Landesebene mitzugestalten – unter Einbindung der bäuerlichen Basis. Ein zentrales Anliegen: Bürokratieabbau. „Diese Forderung kommt aus allen Regionen“, so Brunschmid. Tirol wolle hier mit gutem Beispiel vorangehen.
REGIONALITÄT LEBEN. Die Bezirksbäuerin von Reutte, Elke Klages, sieht in der Regionalität das Fundament einer zukunftsfähigen Landwirtschaft: „Produzieren und konsumieren in der Region, das stärkt uns alle.“ Projekte – wie Schulbesuche, Zusammenarbeit mit Direktvermarktern oder länderübergreifende Initiativen gegen den Metzgermangel zeigen, wie aktiv die bäuerliche Interessensvertretung agiert. Ein Themenweg auf der Alpe Kaisers in Steeg bringt zudem die Bedeutung der Almwirtschaft näher.
ZAHLEN AUS DEM BEZIRK. Bezirksobmann Markus Rid präsentierte aktuelle Daten zur Landwirtschaft im Bezirk Reutte: 537 Betriebe bewirtschaften fast 14.000 Hektar, darunter auch Almen. Neben rund 5.000 Rindern werden auch 4.500 Schafe, 870 Ziegen, 636 Pferde sowie Geflügel, Schweine und vereinzelt Obst- und Weinkulturen gehalten. Besonders erfreulich sei, dass die Viehzahlen stabil geblieben sind und somit die flächendeckende Bewirtschaftung gesichert ist. Rid betonte außerdem die Bedeutung einer funktionierenden Nahversorgung: „Nur wenn wir die regionalen Kreisläufe schließen können, bleibt die Landwirtschaft im Außerfern wirtschaftlich tragfähig.“ Auch die Zusammenarbeit mit Tourismusbetrieben, Vermarktern und regionalen Verarbeitungsbetrieben sieht er als zukunftsweisend: „Es geht darum, dass jeder Hof seine Potenziale ausschöpft – vom Biobetrieb bis zum konventionellen Familienbetrieb.“
INNOVATIVER FAMILIENBETRIEB. Wie moderne Landwirtschaft im Außerfern aussehen kann, zeigte die Familie Bailom in Elbigenalp. Der Betrieb ruht auf drei Standbeinen: Legehennen, Rindermast und Pferdehaltung. Elias Bailom hat 2018 mit dem ersten Hühnermobil begonnen, seither wurde laufend erweitert – zuletzt mit einem neuen Reitplatz. Seine Frau Luisa ist mit Islandpferden auch auf Turnieren erfolgreich und bildet Jungpferde aus. Gemeinsam führen sie einen vielfältigen Betrieb, der Regionalität und Qualität in den Mittelpunkt stellt.
WEITBLICK IN DIE ZUKUNFT.Vizepräsidentin und Landesbäuerin Helga Brunschmid blickte voraus: Die nächste GAP-Periode startet 2027. Ziel sei es, den laufenden Strategieprozess auf Landesebene mitzugestalten – unter Einbindung der bäuerlichen Basis. Ein zentrales Anliegen: Bürokratieabbau. „Diese Forderung kommt aus allen Regionen“, so Brunschmid. Tirol wolle hier mit gutem Beispiel vorangehen.
REGIONALITÄT LEBEN. Die Bezirksbäuerin von Reutte, Elke Klages, sieht in der Regionalität das Fundament einer zukunftsfähigen Landwirtschaft: „Produzieren und konsumieren in der Region, das stärkt uns alle.“ Projekte – wie Schulbesuche, Zusammenarbeit mit Direktvermarktern oder länderübergreifende Initiativen gegen den Metzgermangel zeigen, wie aktiv die bäuerliche Interessensvertretung agiert. Ein Themenweg auf der Alpe Kaisers in Steeg bringt zudem die Bedeutung der Almwirtschaft näher.
ZAHLEN AUS DEM BEZIRK. Bezirksobmann Markus Rid präsentierte aktuelle Daten zur Landwirtschaft im Bezirk Reutte: 537 Betriebe bewirtschaften fast 14.000 Hektar, darunter auch Almen. Neben rund 5.000 Rindern werden auch 4.500 Schafe, 870 Ziegen, 636 Pferde sowie Geflügel, Schweine und vereinzelt Obst- und Weinkulturen gehalten. Besonders erfreulich sei, dass die Viehzahlen stabil geblieben sind und somit die flächendeckende Bewirtschaftung gesichert ist. Rid betonte außerdem die Bedeutung einer funktionierenden Nahversorgung: „Nur wenn wir die regionalen Kreisläufe schließen können, bleibt die Landwirtschaft im Außerfern wirtschaftlich tragfähig.“ Auch die Zusammenarbeit mit Tourismusbetrieben, Vermarktern und regionalen Verarbeitungsbetrieben sieht er als zukunftsweisend: „Es geht darum, dass jeder Hof seine Potenziale ausschöpft – vom Biobetrieb bis zum konventionellen Familienbetrieb.“
INNOVATIVER FAMILIENBETRIEB. Wie moderne Landwirtschaft im Außerfern aussehen kann, zeigte die Familie Bailom in Elbigenalp. Der Betrieb ruht auf drei Standbeinen: Legehennen, Rindermast und Pferdehaltung. Elias Bailom hat 2018 mit dem ersten Hühnermobil begonnen, seither wurde laufend erweitert – zuletzt mit einem neuen Reitplatz. Seine Frau Luisa ist mit Islandpferden auch auf Turnieren erfolgreich und bildet Jungpferde aus. Gemeinsam führen sie einen vielfältigen Betrieb, der Regionalität und Qualität in den Mittelpunkt stellt.