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Rekordjahr für die Bergrettung

Über 4.000 Einsätze tirolweit – Bezirk Reutte besonders gefordert – Deutsche verunglücken am häufigsten

Im Jahr 2025 verzeichnete die Bergrettung Tirol einen historischen Höchststand bei den Einsatzzahlen: 4.019 Mal rückten die ehrenamtlichen Retter aus – so oft wie noch nie. Besonders gefordert waren die Ortsstellen im Bezirk Reutte, die mit 15 Prozent aller Einsätze tirolweit an zweiter Stelle lagen. Der Anstieg um 550 Einsätze gegenüber dem Vorjahr spiegelt unter anderem das Wettergeschehen und die hohe Tourismusfrequenz wider.
30. Jänner 2026 | von Johannes Pirchner
Rekordjahr für die Bergrettung<br />
Die Bergrettung ist in vielen brenzligen Situationen der Retter in der Not.

Foto: Bergrettung Tirol
Die Bergrettung Tirol überschritt im vergangenen Jahr erstmals die Marke von 4.000 Einsätzen. Ein beachtlicher Anstieg, bedenkt man die Zahlen der Vorjahre: 2023 wurden 3628 Einsätze verzeichnet, 2024 bereits 3697. „Über 4.000 Einsätze im Jahr 2025 machen deutlich, was ehrenamtliche alpine Rettung bedeutet“, betont Landesleiter Ekkehard Wimmer. Besonders auffällig: Das Außerfern war mit 15 Prozent aller Einsätze stark betroffen – nur der Bezirk Kitzbühel lag mit 28 Prozent höher. Reutte reiht sich damit noch vor Imst (10 %) und Innsbruck-Land (12 %) ein.

GUTES WETTER UND TOURISMUS ALS TREIBENDE FAKTOREN. Die Einsatzzahlen korrelieren stark mit dem Wetter. Während Schönwetterphasen, insbesondere in Sommer und Winter, steigt die Zahl der Notfälle deutlich. Im Februar 2025 – einem niederschlagsarmen, sonnigen Monat – wurden allein 622 Einsätze gezählt, mehr als in jedem anderen Monat. Auch Juni (399 Einsätze) und August (537 Einsätze) waren besonders einsatzreich. Auf den Skipisten ereigneten sich 31 Prozent aller Einsätze, im freien Gelände waren es 12 Prozent, auf Wanderwegen 11 Prozent. Zu den häufigsten Unfallursachen zählen Stürze (44 %), Ausrutschen (7 %) und medizinische Notfälle (6 %).

DEUTSCHE URLAUBER GERATEN AM HÄUFIGSTEN IN NOT.  Ein Großteil der verunfallten Personen stammt aus dem Ausland. 58 Prozent der Patienten kamen aus Deutschland, gefolgt von 21 Prozent Österreicher und sieben Prozent Niederländer. Aktiv waren die Verunfallten meist beim Skifahren (30 %), Wandern (24 %) oder Mountainbiken (7 %). Gerade in beliebten Ferienregionen wie dem Außerfern mit seiner Lage zwischen Lechtal, Tannheimer Tal und Zugspitze steigt damit die Bedeutung der alpinen Sicherheit.

EHRENAMTLICHER EINSATZ AUF HÖCHSTEM NIVEAU. Tragende Säule der Einsatzbewältigung sind die insgesamt 4.161 ehrenamtlichen Bergretter/innen in Tirol – davon 318 Frauen. In 91 Ortsstellen organisiert, stehen sie das ganze Jahr über bereit, bestens ausgebildet und hochmotiviert. Die Ortsstellen im Bezirk Reutte leisten hier seit Jahren einen zentralen Beitrag. Die Ausbildung erfolgt in einem zweijährigen Programm mit verpflichtenden Fortbildungen – unter anderem im Ausbildungszentrum Jamtal.

FÖRDERUNG UND VERSICHERUNG. Die Finanzierung der Bergrettung Tirol basiert auf mehreren Säulen: Fördermittel des Landes Tirol, Abgeltung von Einsätzen sowie die Unterstützung durch rund 20.000 private Förderer. Wer die Bergrettung mit 36 Euro pro Jahr unterstützt, profitiert von einem weltweiten Bergungsversicherungsschutz bis zu 30.000 Euro – auch Ehepartner und Kinder sind mitversichert. Alle Spenden sind steuerlich absetzbar.

FAZIT UND AUSBLICK. Die Zahlen des Jahres 2025 zeigen eindrucksvoll, wie wichtig die alpine Sicherheit in Tirol ist – und wie entscheidend das ehrenamtliche Engagement tausender Frauen und Männer dabei bleibt. Besonders für Regionen wie Reutte, die stark vom Ganzjahrestourismus leben, bleibt die Bergrettung nicht nur unverzichtbar, sondern auch weiter ausbaufähig. Mit gezielter Förderung, laufender Ausbildung und starker lokaler Verankerung ist die Bergrettung Tirol auf einem zukunftsfähigen Weg.

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