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Solide Entwicklung in schwierigen Zeiten

Die Plansee Group sieht sich trotz eines kleinen Umsatzrückgangs für die Zukunft gut gerüstet

Starke Metalle für die Hightech-Welt liefert das weltweit agierende heimische Industrieunternehmen Plansee Group. Es erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 mit 10.890 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – weltweit um 3 % weniger – einen konsolidierten Umsatz von 2,25 Milliarden Euro, was einen marginalen Umsatzrückgang von einem Prozent bedeutet. Sehr positiv zu sehen sind die Erhöhung der Eigenkapitalquote von 57 auf 59 % sowie die weitere Erhöhung der Versorgungssicherheit mit dem Rohstoff Wolfram.
8. Juli 2025 | von Bruno Dengg
Solide Entwicklung in schwierigen Zeiten <br />
Der gesamte Vorstand war bei der Bilanzpressekonferenz anwesend. Im Bild die Vorstände vor der großen neuen Recyclinghalle. Von links: Andreas Lackner, Ulrich Lausecker, Karlheinz Wex, Andreas Schwenninger
Foto: Plansee-Group
Der Unternehmenszweck, den der Firmengründer Dr. Paul Schwarzkopf im Jahre 1921 formuliert hatte, gilt heute noch hundertprozentig. „Unsere Metalle treiben Maschinen an, bringen Licht in unsere Häuser, übertragen Worte und Bilder über große Entfernungen und erfüllen tausend andere nützliche und wichtige Dinge.“

RÜCKBLICK AUF DAS GESCHÄFTSJAHR 2023/24. „Das abgelaufene Geschäftsjahr, das am 28. Februar 2025 endete, zeigte ein sehr differenziertes Marktbild und glich laut Vorstandsvorsitzendem Karlheinz Wex „einer Fahrt auf stürmischer See“. Das Unternehmen sah sich mit unterschiedlicher Nachfrage aus Industrien und Wirtschaftsregionen konfrontiert – Abkühlung des Geschäftsklimas in Europa, leichte Erholung in China. Schwächelnde Nachfrage in den Branchen Maschinenbau, Automobil- und Halbleiterindustrie trugen dazu bei, in gleichem Maße standen jedoch spürbare Wachstumsimpulse in der Unterhaltungselektronik sowie der Luft- und Raumfahrt zu Buche. Eine hohe Inflation, besonders in Europa, sowie geopolitische Unsicherheiten, die deutlich an Fahrt aufgenommen hatten, schafften kein wirtschaftsfreundliches Umfeld.  Gerade in diesen schwierigen Zeiten galt es, im eigenen Unternehmen erfolgreiche Maßnahmen zur Weiterentwicklung zu setzen. So wurden die „better together-Maßnahmen“ erfolgreich abgeschlossen und die zugekauften Unternehmen Mi-Tech (USA), Agricarb (F), CW (China) und Xceliron (USA) erfolgreich integriert. Von großer Wichtigkeit waren daneben die Umsetzung der Preiserhöhungen, die Straffung des Produktionsnetzwerkes sowie die Fortschritte beim Nachhaltigkeitsprogramm. Schwierige Zeiten bergen einerseits Risiken, andererseits auch Chancen. Die Plansee-Group erkannte sehr schnell, dass geopolitische Unsicherheiten und dynamische Märkte eine rasche Umsetzung geeigneter Maßnahmen erfordern, dass fehlendes Fachpersonal die Geschäftsentwicklung einschränkt und dass Nachhaltigkeit die Innovation antreibt.

GESICHERTE ROHSTOFFVERSORGUNG. Rohstoffunabhängigkeit ist dabei das Um und Auf. Deshalb wurden für den Bereich Wolfram erfolgreich neue Geschäftsmodelle zum Einkauf und zur Rücknahme von Wolframschrotten eingeführt. Ein zweites Standbein stellt die Sangdong-Mine in Südkorea dar, die in den kommenden Monaten mit dem Abbau und der Lieferung von Wolframkonzentraten ihren Betrieb aufnimmt und an der sich die Plansee-Group langfristige Abnahmevereinbarungen gesichert hat. Sie ist somit zum größten Wolframlieferanten in der westlichen Welt aufgestiegen.

249 MILLIONEN IN EINE SICHERE ZUKUNFT INVESTIERT. Trotz oder gerade wegen des schwierigen Geschäftsumfeldes investierte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr 249 Mio Euro, davon 99 Mio für die Produkt- und Prozessentwicklung. Zu den Investitionsschwerpunkten gehörten Kapazitätserweiterungen der Werke in Bulgarien, Frankreich, Polen sowie Lechbruck. In China und Indien wurden neue Anlagen in den Bereichen Medizintechnik, Halbleiterindustrie und Energieübertragung installiert. Am Standort Reutte wurde die Automatisierung vorangetrieben.

WETTBEWERBSFÄHIGKEIT IN ÖSTERREICH. Dem Vorstandsvorsitzenden Karlheinz Wex bereiten die gestiegenen Kosten bei rückläufigen Umsätzen am größten Produktionsstandort der Gruppe, nämlich in Reutte, Kopfzerbrechen. „Mittlerweile machen die Personalkosten 30 Prozent der Gesamtkosten aus und sind der zweitgrößte Kostenfaktor.“ Seiner Meinung nach sei die Politik in Österreich dringend gefordert, ein wettbewerbsfähiges Umfeld in Bezug auf Lohnnebenkosten und Energiepreisen zu schaffen, da sich unser Land hier von Europa zum Nachteil abgekoppelt habe.

KLIMANEUTRALITÄT WIRD BEI PLANSEE GROSSGESCHRIEBEN. Laut Vorstandsvorsitzendem Wex versucht die Plansee Group, die Klimaneutralität großteils aus eigener Kraft zu erreichen. Dazu gehören das Recycling sowie die Reduzierung des CO2-Fußabdruckes, der seit dem Basisjahr 2020/21 um 26 % gesenkt werden konnte. Der Anteil von Strom aus regenerativen Quellen beträgt inzwischen gruppenweit 97 Prozent.

VERTEIDIGUNGSSEKTOR. Dieser trägt beim Unternehmen rund 5 Prozent zum globalen Umsatz bei. Dass Plansee Teil dieser Lieferketten ist, ergibt sich aus der universellen Einsatzfähigkeit der Produkte. Werkstoffe wie Wolfram oder Molybdän sind integraler Bestandteil moderner Technologie – sei es in der Elektronik, im Werkzeugbau, in der Raumfahrt oder in sicherheitskritischen Systemen. 

AUSBLICK. Der Vorstandsvorsitzende Karlheinz Wex erwartet im laufenden Geschäftsjahr keine bedeutende Beruhigung im wirtschaftlichen Umfeld bzw. Wachstumsimpulse und rechnet mit einer Entwicklung auf Vorjahresniveau. Zölle werde es seiner Meinung nach weiterhin geben, allerdings dürften diese niedriger sein als derzeit. Es sind die Schließungen der deutschen Ceratizit Standorte Besigheim und Empfingen bis Ende 2026 sowie weitere Investitionen in Indien und den USA geplant. Der Fokus liege weiterhin in der Entwicklung neuer Produkte zusammen mit den Kunden, in Spitzenleistungen der Produktion, Vertrieb und Verwaltung, dem weiteren Ausbau der Wertschöpfung in den Regionen sowie in der Optimierung von Prozessen. Wenn all dies gelänge, wäre die Plansee-Group für den nächsten Aufschwung gut gerüstet, gibt sich der Vorstandsvorsitzende optimistisch.

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