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Tirol Ambulanz stellt Betrieb ein

Rotes Kreuz und private Anbieter übernehmen Aufgaben

Nach sieben Jahren beendet die Tirol Ambulanz ihren Betrieb mit Ende 2025. Der private Anbieter, der bis zu 800 Krankentransporte im Monat durchgeführt hat, zieht sich aus persönlichen Gründen zurück. Gründer Philipp Kerber betont, es handle sich um eine bewusste unternehmerische Entscheidung – ohne wirtschaftliche Notlage.
3. November 2025 | von Johannes Pirchner
Tirol Ambulanz stellt Betrieb ein
Philipp Kerber orientiert sich beruflich neu. Der Patiententransport im Außerfern ist nicht gefährdet. Foto: Kerber
Die Tirol Ambulanz wurde 2018 von Philipp Kerber gegründet und entwickelte sich rasch zu einem der größten privaten Anbieter im mobilen Krankentransport im Außerfern. Zum Angebot zählten Fahrten zu medizinischen Einrichtungen, Behindertentransporte, Rettungstaxis sowie internationale Rückholungen, mit einer Einsatzdichte von bis zu 800 Fahrten pro Monat, darunter regelmäßige Transfers in die Kliniken nach Innsbruck und Zams. Das Aus mit Jahresende kommt für viele überraschend. „Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, erklärt Kerber gegenüber der RUNDSCHAU „Aber sie ist das Ergebnis einer längeren persönlichen und beruflichen Neuorientierung.“ Er betont ausdrücklich: „Ich bin weder krank noch steht das Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage.“

FAHRZEUGE WERDEN AUSGESONDERT. Die Abwicklung des Betriebs ist laut Kerber bereits im Gange. Der umfangreiche Fuhrpark, darunter auch technisch hoch ausgestattete Spezialfahrzeuge, wird nicht weitergegeben, sondern ausgesondert. „Es ist keine Übergabe geplant“, so Kerber. Die rund 15 Mitarbeitenden wurden bereits im Voraus informiert.

KERBER BLEIBT AUSSERFERN ERHALTEN. Kerber bleibt dem Außerfern erhalten – als Unternehmer. Zur genauen zukünftigen unternehmerischen Tätigkeit wollte sich Philipp Kerber noch nicht äußern. Allerdings werde er in der Branche bleiben. „Man kann es als Consulting im weitesten Sinne beschreiben“, so Kerber. Eine mögliche Zusammenarbeit mit dem geplanten Medical Center in Pflach ließ Kerber auf RUNDSCHAU-Nachfrage unkommentiert, sprach jedoch von „höchstem Respekt gegenüber den Verantwortlichen“ und befürwortete derartige regionale Gesundheitsinitiativen grundsätzlich.

DANK & AUSBLICK. Kerber selbst sieht nach dem Einstellen von Tirol Ambulanz für das Außerfern keine Versorgungslücke: „Es gibt weiterhin gewerbliche Anbieter in Tirol, die Leistungen im Krankentransport anbieten. Die Versorgung bleibt sichergestellt.“ Ein zentraler Aspekt bleibt für Kerber die Wertschätzung gegenüber seinem Team und der Bevölkerung im Außerfern: „Mein besonderer Dank gilt meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Patientinnen und Patienten sowie allen Geschäftspartnern für das Vertrauen in den letzten Jahren.“

PATIENTEN MÜSSEN SICH KEINE SORGEN MACHEN. Mit dem Ausscheiden der Tirol Ambulanz stellt sich die Frage nach der künftigen Versorgung im Außerfern. Nach Angaben von Kerber waren es 800 Fahrten pro Monat. „Es braucht sich niemand Sorgen zu machen“, sagt Bezirksrettungskommandant und Geschäftsführer Bertram Schedler im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Bereits jetzt betreibe man den mobilen Krankentransport mit drei bis vier Fahrzeugen täglich und sei mit Gesundheitseinrichtungen im Bezirk im engen Austausch. „Wenn sich zeigt, dass zusätzlicher Bedarf notwendig ist, werden wir reagieren und Kapazitäten schaffen.“ Schedler betont ebenfalls, dass Notfallrettung und qualifizierter Krankentransport im Bezirk schon bisher ausschließlich vom Roten Kreuz erbracht wurden. Die Tirol Ambulanz habe sich auf einfache Krankentransporte konzentriert – eine gewerbliche Leistung, die nicht mit den hoheitlichen Aufgaben des Roten Kreuzes zu vergleichen sei. Leistungen im Bereich der Ferntransporte – etwa die Rückführung eines beispielsweisen verletzten niederländischen Skifahrers in seine Heimat – wurden bereits bisher nicht vom Roten Kreuz angeboten und werden auch künftig von gewerblichen Spezialanbietern am freien Markt übernommen. Dies hat für den Bezirk in der Grundversorgung keine Auswirkung, so Schedler.

PLANBARKEIT. Für Patient/innen und Angehörige bedeutet die Umstellung vor allem eines: Mehr vorausschauende Planung. „Je früher Transporte angemeldet werden, desto besser können wir sie organisieren“, erklärt Schedler.

FÜR DIE BEVÖLKERUNG IM BEZIRK. Auch wenn ein privater Anbieter vom Markt verschwindet, sei die Grundversorgung laut Rotem Kreuz gewährleistet. Kerber selbst sieht keine Versorgungslücke: „Es gibt weiterhin gewerbliche Anbieter in Tirol, die Leistungen im Krankentransport anbieten. Die Versorgung bleibt sichergestellt und ebenso gewährleistet das Rote Kreuz den qualifizierten Krankentransport.“

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