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„TRI ART LON“

Wenn drei künstlerische Welten aufeinandertreffen

Mit der Ausstellung „TRI ART LON“ präsentiert die Galerie Augenblick in Tannheim derzeit drei Kunstschaffende, deren Arbeiten unterschiedlicher kaum sein könnten. Gerade diese Vielfalt macht den besonderen Reiz der Schau aus. Skulptur und Fotografie treten in einen spannenden Dialog. Persönliche Perspektiven, Naturbeobachtungen und berührende Geschichten verleihen den Werken zusätzliche Tiefe.
18. Mai 2026 | von Johannes Pirchner
„TRI ART LON“<br />
Jahrtausende alte Mooreichen erzählen ihre Geschichte. Fotos: Vaudreuil
Kunst zum Anbeißen. Der Künstler Stefan Ehrck präsentiert unter dem Titel „Moor und Mehr“ Skulpturen, die stark von natürlichen Formen und Materialien inspiriert sind. Besonders im Mittelpunkt stehen sogenannte Mooreichen – jahrtausendealtes Holz, das durch seine einzigartige Struktur und seine Geschichte fasziniert. Seine Kopfskulpturen bleiben im Gedächtnis. Und seine Gummibären aus Bienenwachs spielen augenzwinkernd mit der Wahrnehmung und sorgen für eine überraschende Irritation der Sinne.

Zum Greifen nahe – Szenen aus Marokko. Die junge Fotografin Nuria Bosch Dos Santos zeigt mit ihrer Serie „Marokko Mon Amour“ intensive Farben und lebendige Eindrücke in der Ausstellung. Ihre Arbeiten wirken spontan und zugleich präzise komponiert. Mit sicherem Blick für den richtigen Moment fängt sie besondere Situationen im passenden Licht ein. So entstehen Bilder, die Stimmungen sichtbar machen und beim Betrachten lange nachwirken.

Poesie des Vergänglichen. Rudolf Schnellbach arbeitet vorwiegend mit Schwarz-Weiß-Fotografie. Einen besonders emotionalen Zugang eröffnet seine Serie „Bin verreist“. Die Arbeiten erzählen die Geschichte einer Frau namens Leni. Sie glaubte, eine Busreise anzutreten, tatsächlich führte sie ihr Weg jedoch in ein Altersheim. Später entdeckte Schnellbach ihr altes Haus in Sonthofen. Es wirkte, als habe die Zeit dort angehalten. Der Blick durch die Fenster zeigt Alltagsszenen, persönliche Gegenstände und zurückgelassene Momente. Eine Serie, die tief berührt. Gerade die Unterschiedlichkeit der drei künstlerischen Positionen macht den Reiz von „TRI ART LON“ aus. Naturmaterialien, farbstarke Momentaufnahmen und eindringliche Erzählungen verbinden sich zu einer Ausstellung, die nicht nur visuell überzeugt, sondern auch emotionale Tiefe schafft.

Infos. Die Ausstellung läuft noch bis 31. Mai, jeweils von Mittwoch bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr. Die Künstler sind an folgenden Tagen anwesend: Stefan Ehrck am 23. und 31. Mai, Rudolf Schnellbach am 24. und 31. Mai. Bei der Finissage am 31. Mai erwartet die Besucherinnen und Besucher nicht nur ein visuelles Erlebnis, sondern ein besonderes Highlight. Stefanie Kemper liest aus dem Buch „Leni“. Die Autorin hat die Geschichte als literarische Ergänzung zu den Bildern von Rudolf Schnellbach verfasst. Auch musikalisch erhält der Abend einen stimmungsvollen Rahmen. Die musikalische Umrahmung verleiht dem Ausklang der Ausstellung einen würdigen Abschluss.

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