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Verkehrsdruck auf Nebenrouten nimmt zu

Bürgerinitiative Lebensraum Gurgltal – Außerfern – Mieminger Plateau fordert Versetzung der Dosierampeln

Die Bürgerinitiative „Lebensraum Gurgltal – Außerfern – Mieminger Plateau“ richtete sich in einem offenen Brief an die Bürgermeister/innen und Gemeinderäte des Tannheimer Tales, des Unterlechtales sowie der Hahntennjochgemeinde Pfafflar. In dem Schreiben warnte die Initiative eindringlich vor den zunehmenden Belastungen durch Ausweichverkehr an Wochenenden und fordert entschlossene Maßnahmen zur Verkehrslenkung.
5. Jänner 2026 | von Johannes Pirchner
Verkehrsdruck auf Nebenrouten nimmt zu<br />
Die Bürgerinitiative warnt vor Ausweichsverkehr, das Land hielt dagegen. Foto: AdobeStock
 
In dem Schreiben warnt die Initiative eindringlich vor den zunehmenden Belastungen durch Ausweichverkehr an Wochenenden und fordert entschlossene Maßnahmen zur Verkehrslenkung.

STAUFLUCHT ÜBER NEBENROUTEN. Aus Sicht der Bürgerinitiative ist die Situation klar: Der Verkehr, der sich an Wochenenden auf der A7 staut, weicht zunehmend über das Allgäu, den Jochpass und weiter durch das Tannheimer Tal, das Lechtal sowie über das Hahntennjoch aus – und belastet so ländliche Gemeinden, die für derartige Verkehrsströme weder infrastrukturell noch ökologisch gerüstet sind. Besonders betroffen seien dabei die Orte Haller, Haldensee, Schattwald, Stanzach, Pfafflar und auch einzelne Imster Ortsteile.

KRITIK AN DER FERNPASSPOLITIK. Die Initiative übt deutliche Kritik an der Verkehrspolitik des Landes Tirol und der Fernpassstrategie. Diese verfolge letztlich das Ziel, mehr Verkehr über den Fernpass zu ermöglichen und nehme den daraus resultierenden Ausweichverkehr über Nebentäler billigend in Kauf. „Wer von der Maut profitiert, hat kein Interesse daran, dass weniger Verkehr über den Fernpass fährt“, heißt es in dem Schreiben. Die jüngste Beteiligung des Landes Tirol an der Fernpassmaut über ein sogenanntes Fruchtgenussrecht, um künftig Investitionen in Obsteig und Imst zu tätigen, unterstreiche diesen Trend. Die Initiative ortet darin eine verkehrspolitische Weichenstellung zulasten der Bevölkerung in den Tälern.

TRANSITVERLAGERUNG AUF HAHNTENNJOCH BEFÜRCHET.  Ein weiterer Aspekt sieht die Innitiative im Vergleich mit die Schweiz: Dort gibt es aktuell konkrete Überlegungen, auch den privaten Urlaubsverkehr einer Mautpflicht zu unterziehen. Aufgrund der im Vergleich niedrigen Mautkosten in Tirol und der fehlenden Gebührenpflicht auf Routen wie dem Hahntennjoch droht laut der Initiative eine Verlagerung von Transitströmen durch Tiroler Nebenrouten. Damit würde das Hahntennjoch, als letzte mautfreie Ost-West-Verbindung im Raum, noch stärker frequentiert werden – mit allen negativen Folgen für Umwelt, Sicherheit und Lebensqualität in den betroffenen Gemeinden, so die Bürgerinitiative.

DOSIERUNGEN AN DIE GRENZE.  Zentrale Forderung der Initiative ist die Versetzung der Dosierampeln an die Landesgrenzen – insbesondere zur Einreise aus Bayern über die A7. Nur so könne verhindert werden, dass sich Rückstaus in kleinräumigen Gemeinden des Allgäus und Mehrverkehr durch das Tannheimer Tal, Unterlechtal und Hahntennjoch verlagern. „Der Verkehr hat dort zu stauen, wo er herkommt – nämlich auf der A7“, heißt es im Brief. Dort gebe es ausreichend Platz und die Möglichkeit zur Bildung von Rettungsgassen. Gleichzeitig sei dies ein wichtiges Signal an die Transitreisenden, ihre Urlaubsreisen künftig zu entzerren – etwa durch eine Verlagerung auf Wochentage. „Unser begrenzter alpiner Raum verträgt keinen unbegrenzten Verkehr“, betont die Bürgerinitiative.

KOMMUNALE UNTERSTÜTZUNG. Die Initiative kann laut eigener Aussage bereits auf breite Unterstützung zählen. So hat der Gemeinderat von Weißenbach am 25. September 2025 eine Petition beschlossen, in der er sich für die Verlagerung der Dosierampeln an die Grenzen ausspricht – ganz im Sinne des Schutzes der eigenen Bevölkerung. Im Planungsverband Reutte liegt ein Antrag der Bürgerinitiative zur Unterstützung dieses Anliegens vor. DIE RUNDSCHAU berichtete in KW 47. Es wurde dazu ein Beschluss gefasst, welcher aus Sicht der Innitiative nicht zielführend ist.

ZWEIFEL DER WIRKSAMKEIT. Gleichzeitig äußert die Initiative Zweifel an der geplanten Einführung von Abfahrverbote im Allgäu. Diese seien schwer kontrollierbar und würden – wie schon das bestehende Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen am Fernpass –  oft durch fehlende Kontrollen entwertet. Auch die geplante Verschärfung der Verbote auf dem Hahntennjoch sei nur begrenzt wirksam. Damit bleibe diese Route ein attraktiver Ausweichkorridor für stau- und mautscheue Transitverkehre.

AUFRUF ZUM HANDELN. Am Ende appelliert die Bürgerinitiative an die Verantwortung der kommunalen Entscheidungsträger: „Wer tatenlos zusieht, hat den Stauverkehr durch unsere Dörfer zu verantworten“, heißt es in dem Schreiben. Es sei nun an der Zeit, verkehrslenkende Maßnahmen aktiv zu fordern – zum Schutz der Bevölkerung, zur Sicherung der Lebensqualität, zur Gewährleistung funktionierender Rettungsketten. Nur eine klare Positionierung der Gemeinden könne den nötigen Druck auf die Landespolitik erzeugen.

DAS SCHREIBEN DER BÜRGERINITIATIVE. 
An den/die BürgermeisterIn und GemeinderäteInnen
des Tannheimer Tales, des Unterlechtales und der Hahntennjochgemeinde Pfafflar

Werte GemeindevertreterInnen!
Die BewohnerInnen des Tannheimer Tales (Haller, Haldensee und Schattwald), des Unterlechtales (besonders Stanzach) und Pfafflar sowie Imster Ortsteile erfahren an Wochenenden ein großes Mehr an Stauausweichverkehr, ausgelöst durch die zugestaute B 179. Dieser Verkehr kommt von der A7 und dem Jochpass über das Allgäu ins Tannheimer Tal, das Unterlechtal und das Hahntennjoch und auch umgekehrt, wo es in Imst ja kein Abfahrverbot über das Hahntennjoch gibt.

Der politische Auftrag der Landesregierung ebenso wie der zuständigen Landes- und Bezirksbehörden ist in erster Linie der Schutz unserer Gesundheit und unseres Lebensraumes und nicht der schleichende Ausbau mit dem Fernpasspaket, um immer noch mehr Transitverkehr - und damit verbunden Ausweichverkehr - anzuziehen. Wer von der Maut profitiert, hat kein Interesse, dass weniger Verkehr über den Fernpass fährt, und dem ist es auch egal, wenn das 7,5 to-Limit fällt – mehr LKW bedeutet mehr Maut. Erst kürzlich hat sich das Land Tirol durch ein Fruchtgenussrecht Anteile an der Maut gesichert um in das Tiroler Straßennetz (vorerst Obsteig und Imst) zu investieren.

Die Schweiz lenkt schon heute mit ihrer höheren LKW-Maut den Verkehr über Tirol auf Grund der niedrigen Maut. Seit kurzem sind ernsthafte Bestrebungen der Schweiz im Gange, welche zukünftig auch den transitierenden Urlauberverkehr bemauten sollen. Das bedeutet eine große Gefahr der weiteren Verlagerung von Transitverkehr durch Tirol und mehrheitlich über den Fernpass oder eben als Mautflucht über das Hahntennjoch, wo ja keine Maut zu bezahlen ist. Es ist eher anzunehmen, dass der Urlaubertransit wegen Stau und Maut die einzige noch stau- und mautfreie Strecke über das Tannheimer Tal, Lechtal und Hahntennjoch nimmt.

Der Allgäuer Abgeordnete Kaufmann rechnet durch die Maut am Fernpass mit einem Lenkungseffekt, weil er meint, dass dann weniger Verkehr auf der A7 und dem Fernpass entsteht. Wer von der A7 kommt, der nimmt wegen 14.- Euro Maut keinen Umweg über Garmisch, Achenpass oder Kufstein in Kauf. Der bayrische Verkehrsminister Bernreiter richtet unserem Verkehrslandesrat aus, er möchte keine Verschlechterung für Bayern. Und LR Zumtobel richtet in Folge uns Außerfernern aus, dass die Dosierampeln nicht an die Grenzen kommen, weil „hinter der Grenze auch jemand wohnt“. Damit stellt er sich, zusammen mit der Frau Landtagspräsidentin und einzige Außerferner Landtagsabgeordneten, klar gegen die Außerferner Bevölkerung.

Der Transitverkehr wird nicht weniger werden. Mit effizienten, zeitgemäßen Dosierungen ist der Verkehrsdruck auf unsere Straßen und unseren Lebensraum zu drosseln! Gleichzeitig soll dies ein Signal an die Transitreisenden sein, dass sie hinkünftig auf Alternativen (z.B. Verlegung der Urlaubsreisen weg von den Wochenenden) für Ihre Nord-Süd-Querung setzen sollen, da unser „begrenzter alpiner Raum keinen unbegrenzten Verkehr verträgt“ und die Gesundheit unserer Bevölkerung massiv gefährdet ist.

Der Gemeinderat von Weißenbach hat am 25. September 2025 mit einer Petition zur Versetzung der Dosierampeln an die Grenzen der Forderung des Transitforums und der Grünen Nachdruck verliehen. Die Weißenbacher GemeinderätInnen haben sich damit klar zum Schutz ihrer Bevölkerung bekannt. Ebenso gibt es im Planungsverband Reutte einen Antrag der Bürgerinitiative „Lebensraum Gurgltal Außerfern Mieminger Plateau“ auf Unterstützung zur Versetzung der Dosierampeln an die Grenzen.
Auch der stellvertretende Landrat des Ostallgäus KR Hubert Endhardt zeigt Verständnis für die Außerferner und forderte bei der erst kürzlich stattgefundenen Diskussion des Transitforums in der Wirtschaftskammer Reutte, die Dosierampeln so nahe wie möglich an der Grenze aufzustellen.

Zu glauben, dass es mit dem Abfahrverbot, welches im Allgäu geplant ist, für uns besser wird, ist ein Irrglauben. Es wird nämlich nicht so massiv kontrolliert bzw. mit Ausreden dieses Verbot umgangen werden. Weiters wird am Hahntennjoch keine Maut eingeführt, lediglich die Verbote verschärft. Verbote, welche nicht regelmäßig kontrolliert werden, sind wirkungslos, wie man an den mangelnden Kontrollen zum Fahrverbot für LKW über 7,5 to am Fernpass sieht. Zusammenfassend bedeutet dies für die Hahntennjochroute noch mehr Verkehr, da sie die einzige mautfreie Strecke bleibt. Für unseren Lebensraum hilft nur, den Verkehr an den Grenzen mit KI-gesteuerten Dosierampeln so zu regeln, dass wir in unserem Lebensraum noch auf die Straßen können und Rettungs- und Einsatzfahrzeuge ungehindert zum Schutz unserer GemeindebürgerInnen ihre Einsätze erledigen können. Der Verkehr hat dort zu stauen, wo er herkommt – nämlich auf der A7. Da ist Platz zur Genüge und es kann für Rettungsfahrzeuge problemlos eine Rettungsgasse gebildet werden. 

Wo die Urlauber im Stau stehen, ist schließlich egal.

Werte GemeindevertreterInnen, es ist im Außerfern an der Zeit, vorbeugend zum Schutz unserer BürgerInnen verkehrslenkende Maßnahmen zu fordern. Wer tatenlos zusieht, hat den Stauverkehr durch unsere Dörfer zu verantworten und wird sich von der Kinder- und Enkelgeneration den Vorwurf des „Nichttuns“ gefallen lassen müssen. Unterstützt bitte mit einer Petition die Forderung nach Versetzung der Dosierampeln an die Grenzen.

Bürgerinitiative Lebensraum Gurgltal Außerfern Mieminger Plateau
Hans Dreier Karl-Heinz Pohler Regina Karlen Sabine Kerber Walter Schimpfössl 
Paul Mascher Engelbert Heiss Albert Linser 

DIE STELLUNGNAHME DES LANDES TIROL.

Vom Amt der Tiroler Landesregierung, Verkehrs- und Seilbahnrecht
Dr. Berhnard Knapp
Vorstand Gruppe Umwelt, Raumordnung und Verkehr

Sehr geehrte BürgermeisterInnen,
vor einiger Zeit erhielten Sie ein Schreiben der Bürgerinitiative „Lebensraum Gurgltal Außerfern Mieminger
Plateau“, in welchem auf die Verkehrsproblematik im Bezirk Reutte und auf der Straße über das
Hahntennjoch aufmerksam gemacht wurde. Im Besonderen wird auf den Stauausweichverkehr an den Wochenenden und auf ein mangelndes
Abfahrverbot in Imst hingewiesen. Ebenfalls wird auch eine Dosierung des Verkehrs an allen Grenzübergängen gefordert. Im Auftrag der Tiroler Landesregierung darf ich zu den aufgeworfenen Themen informieren und dazu Stellung nehmen.

Vorab dürfen wir Ihnen versichern, dass das Land Tirol dem Verkehrsgeschehen in dieser stark belasteten Region seit Jahren große Aufmerksamkeit widmet und kontinuierlich an Verbesserungen arbeitet.

Zu den angesprochenen Themenbereichen darf ich anmerken:
1. Verkehrssituation und Stauausweichverkehr
Die Verkehrsentwicklungen werden intensiv beobachtet und die erhobenen Daten transparent zur Verfügung gestellt. Die Verkehrszahlen bilden eine wesentliche Grundlage für die Setzung von Maßnahmen und für die weiteren Planungen des Landes Tirol. So liefert die Verkehrsdatenerfassung die Basis für verkehrspolitische, technisch-bauliche sowie begleitende und steuernde Maßnahmen, um die Sicherheit und Versorgung aufrecht zu erhalten bzw. weiter zu erhöhen. Betrachtet man die Entwicklungen der jeweiligen Straßen über die letzten Jahre, sind diese nicht eindeutig. So werden auf der Fernpassstrecke im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie Zunahmen in den Verkehrsmengen festgestellt. Für die im Brief genannten Ausweichstrecken ist diese Steigerung auf „Vorpandemieniveau“ aber noch nicht festzustellen. Die aktuellen Messungen zeigen, dass die gezählten Kfz an unseren Messtellen sowohl im Tannheimer Tal (Tannheim), im mittleren Lechtal (Forchach) als auch über das Hahntennjoch (Imst-Hahntennjoch) noch deutlich unter dem Vorpandemieniveau liegen. An dieser Stelle ist auch darauf hinzuweisen, dass Veränderungen in den Verkehrszahlen nicht unmittelbar Auskunft über das Ausmaß des Stauausweichverkehrs geben. Vielmehr bedarf es einer differenzierten Betrachtung und kontinuierlichen Beobachtung der Verkehrsströme sowie begleitender Erhebungen.Verkehrsströme haben unterschiedliche Ursachen: Neben dem Transit-und Durchreiseverkehr spielen Berufsverkehr, touristischer Ausflugs- und Freizeitverkehr sowie wirtschaftlicher (Güter-)Verkehr und deren Veränderung eine wichtige Rolle.

2. Maßnahmen zur umfangreichen Datenerfassung
Um die Verkehrssituation noch genauer analysieren zu können, haben wir das Netz der Kfz-Zählstellen im Außerfern gemäß unserem Zählstellen-Konzept weiter verdichtet. Konkret wurden entlang der B 179 Fernpassstraße zuletzt drei neue Anlagen installiert sowie sechs bestehende Zählstellen modernisiert. Die Arbeiten sind abgeschlossen, die Investitionskosten beliefen sich auf rund 85.000 Euro. Diese Modernisierung umfasst die Umrüstung von „Seitenradar" auf die präzisere „Induktionsschleifen"- Technologie. Diese ermöglicht eine genauere Unterscheidung zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen. Im kommenden Jahr werden wir darüber hinaus noch eine weitere Zählstelle erneuern und eine zusätzliche Verkehrsdatenerfassung installieren.

3. Kontrollen und Überwachung
Zur Überwachung der bestehenden Maßnahmen zur Vermeidung von Stauausweichverkehr wurden im Jahr 2025 insgesamt mehr als 7.000 Mannstunden von Straßenaufsichtsorganen im Bezirk Reutte aufgewendet. Diese Zahl verdeutlicht, dass die Einhaltung der bestehenden Verkehrsbeschränkungen
intensiv überwacht wird.

4. Abfahrverbot in Imst
Ein Abfahrverbot in Imst besteht derzeit nicht und es ist zum gegebenen Zeitpunkt auch nicht vorgesehen, ein solches zu erlassen. In diesem Zusammenhang darf mitgeteilt werden, dass im Oktober 2025  eine Koordinierungsbesprechung mit allen betroffenen Bezirkshauptmannschaften stattgefunden hat. Im Rahmen dieser Besprechung wurde unter anderem auch die Erlassung einer solchen Verkehrsmaßnahme diskutiert. Schließlich wurde einvernehmlich festgestellt, dass ein solches Abfahrverbot derzeit nicht für erforderlich erachtet wird. Von der lokalen Bevölkerung wurden darüber hinaus diesbezüglich keine Anliegen (Beschwerden, Wünsche) an uns herangetragen. Wir versichern jedoch, dass wir weiterhin mit den Bezirken im Austausch bleiben und die Verkehrslage weiterhin genau beobachten

5. Dosierung an Grenzübergängen
Auch diese Forderung ist nicht neu und wurde bereits mehrfach geprüft. Dosierampeln dienen dazu, den Verkehr zeitweise zu regulieren und die Belastung auf bestimmten
Straßenabschnitten zu steuern. Für die Errichtung einer Dosierampel sind in einem ersten Schritt die Erforderlichkeit darzulegen sowie die verkehrstechnischen und rechtlichen Voraussetzungen zu prüfen. Die generelle Errichtung solcher Anlagen an allen Grenzübergängen ist jedoch insofern rechtlich sehr
problematisch, weil die Erforderlichkeit derselben für einen durchgehend längeren Zeitraum aktuell nicht nachgewiesen werden kann. Darüber hinaus sind wir innerhalb der Grenzregionen in einem gut nachbarschaftlichen Austausch. Das unkontrollierte und nicht zweifelsfrei begründbare Aufstellen von Ampeln an allen Grenzübergängen erscheint nicht hilfreich, diese guten Beziehungen friktionsfrei aufrecht zu erhalten.

6. Kontrolle der Tonnagegrenzen und des Schwerverkehrs
Das Land Tirol ist sich bewusst, dass eine intensive Kontrolltätigkeit vor Ort erforderlich ist, um die Einhaltung der Beschränkungen zu gewährleisten. Die bestehenden Gewichtsbeschränkungen am Hahntennjoch und am Fernpass werden im Rahmen des regelmäßigen Streifendienstes durch die
Exekutive und Straßenaufsichtsorgane kontrolliert. Alleine am Hahntennjoch wurden im Zeitraum August bis Oktober 2025 im Bezirk Reutte ca. 180 Kontrollstunden geleistet, die gesamte B 179 gehört wohl zu den am intensivsten überwachten Straßenzügen in Tirol. Ich brauche wohl nicht extra zu erwähnen, dass neben der Einhaltung des Tonnagelimits auch Lenk – und Ruhezeiten und der technische Zustand der Fahrzeuge ebenfalls massiv kontrolliert werden. Die gesamten Kontrollen erfolgen kontinuierlich und in Abstimmung mit den Bezirkshauptmannschaften, dem Bezirkspolizeikommando Reutte und der Landesverkehrsabteilung der Polizei. Abschließend darf nochmals betont werden, dass das Land Tirol die konstruktiven Anregungen und Rückmeldungen aus der Bevölkerung sehr ernst nimmt. Diese werden von den Fachabteilungen geprüft und in die weiteren Planungen miteinbezogen. Auch der Sorge vor Ausweichverkehren haben wir uns bereits angenommen und setzen weitere Schritte, um die bestehende und künftige Verkehrssituation noch besser bewerten zu können, um daraus weitere Schritte abzuleiten. Die Anliegen der Bevölkerung im Außerfern sind sehr wichtig sind. Die Entlastung lokaler Gemeinden vom Durchgangsverkehr und die Aufrechterhaltung einer funktionierenden Infrastruktur für BewohnerInnen und Wirtschaft stellen jedoch eine komplexe Aufgabe dar, die wir nur in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten bewältigen können.

Sowohl das Schreiben der Initiative, als auch die Stellungnahme des Landes Tirol sind redaktionell unswesentlich bearbeitet.
 
   
 

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