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Reutte | Politik | 24. November 2020 | Von Sabine Schretter

Erhaltung ländlicher Lebensräume

Erhaltung ländlicher Lebensräume
Die Bezirkssprecherin der Grünen, Regina Karlen, fordert eine gemeinsame Vorgehensweise zur Erhaltung ländlicher Lebensräume. Foto: Grüne
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Grüne fordern gemeinsame Vorgehensweise

Regina Karlen, Bezirkssprecherin der Außerferner Grünen, wertet das gemeinsame Hinschauen und Erarbeiten von Maßnahmen zur Erhaltung ländlicher Lebensräume als unerlässlich.
Von Sabine Schretter

Regina Karlen hat selbst nach ihrer Ausbildung zur Sozialpädagogin dem ländlichen Raum den Rücken gekehrt. „Ich wollte mehr von der Welt sehen, vor allem wollte ich Sprachen erlernen. Hätte ich in Rom nicht meinen Mann kennengelernt, wäre ich bestimmt noch nach Frankreich gegangen. Der Grund für die Rückkehr waren unsere vier Kinder. Wir beide hatten jeder eine glückliche Kindheit am Land erlebt, das wollten wir nach zehn Jahren Großstadt auch unseren Kindern ermöglichen.“ Die Ursachen, warum vor allem junge Menschen den ländlichen Raum verlassen, sind vielfältig: Ausbildung, Berufschancen, Abenteuerlust, Lebensperspektiven, Anonymität…  Die Forschung, die die Abwanderung beleuchtet, sieht einen Schwerpunkt bei den Frauen, denn diese nehmen mit ihren zukünftigen Kindern auch die nächste Generation mit.

PERSPEKTIVEN SCHAFFEN. Im Blick auf die nächsten Gemeinderatswahlen wären die Dorfparlamente deshalb gut beraten, mit Frauen aller Generationen die Hälfte aller Gemeinderatssitze und Bürgermeistersessel zu besetzen. Frauen haben einen anderen Blick auf die Bedürfnisse im Gemeindegeschehen, sie sind oft der „Kitt“ für ein gutes soziales Miteinander. Besonders für Frauen fehlt es aber an Arbeitsplätzen, an Vereinen und sportlichen Einrichtungen, die ihrem Interesse entsprechen. Zudem benötigen Familien Kinderbetreuungseinrichtungen. Vielen Ortschaften sind aber auch der Dorfladen, das Gasthaus, die Seelsorge abhanden gekommen und der Ausbau einer guten und schnellen Internetverbindung hinkt den Anforderungen hinterher. Das alles sind Strukturen, die die Entscheidung über ein Verbleiben im Dorf beeinflussen. Fehlt eine gute Anbindung an den nächstgelegenen Zentralraum – im Außerfern etwa frühe und später am Tag getaktete Anbindungen an das Inntal und den Großraum Innsbruck – bleiben jene auf der Strecke, die sich kein (zweites) Auto leisten können oder wollen. Sie ziehen dann häufig in die Ballungsräume, was ihren Alltag erheblich erleichtert. Mit dem Schaffen des Natura 2000 Gebietes und dem damit verbundenen Lech-Wander- und Radweg hat das gesamte Lechtal einen touristischen Aufschwung erfahren. Die Tourismusverbände sollten sich endlich für den eingeschlagenen Weg des sanften Tourismus, für den ja auch viel Geld  geflossen ist, starkmachen. Ein kleiner Schritt in Richtung Lärmreduktion und damit das Zurückgewinnen von Lebensqualität von vielen an der Strecke Lebenden ist gemacht. Setzt man die Lebensqualität für die Einheimischen und die Wertschöpfung in Relation mit den dröhnenden Horden von Durchfahrern und der dadurch entstehenden Wertminderung von Immobilien und Grundstücken, so sollte die Entscheidung und ein gemeinsames Handeln auf der Hand liegen“, so Regina Karlen. Ganzjahresarbeitsplätze könnten im Erholungs- und Gesundheitstourismus und auch in der dezentralen Pflege geschaffen werden. Ein positiver Entwicklungsansatz wäre, einen Teil der Pflegebetten, die im Bezirk fehlen, in den Talschaften zu errichten, damit die zu pflegenden älteren Menschen näher an ihren Heimatorten bleiben könnten. Manche Politiker glauben, eine höhere Geburtenrate durch Förderung meist Besserverdienender erkaufen zu können, dabei ist der Kinderwunsch eine höchst persönliche Lebensentscheidung, merkt die Bezirksgrüne weiter an. Auch will diese Politik Andersdenkenden die Liebe zur Heimat absprechen. Vor allem aber will sie durch Schüren von Vorurteilen und Abwertung ein gutes Miteinander von Einheimischen und Menschen, die hilfesuchend zu uns gekommen sind und noch kommen werden, erheblich erschweren. „Dabei sind wir alle aufgerufen und gefordert, eine lebensfrohe Zukunft für uns und nachfolgende Generationen zu gestalten“, schließt Regina Karlen ab.
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