Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Reutte | Politik | 23. Juni 2020 | von Sabine Schretter

Keine Freud’ mit dem Verbot

Keine Freud’ mit dem Verbot
NEOS LA Andreas Leitgeb und IG Moto-Vorstandsmitglied Georg Sedlmayr (v.l.) halten nichts vom Motorradfahrverbot. RS-Foto: Schretter
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NEOS Landtagsabgeordneter Andreas Leitgeb: „Lärmfahrverbot ist Alleingang. Es braucht eine Gesamt-Tiroler-Lösung!“

Seit 10. Juni gilt in Tirol auf einigen Strecken ein Fahrverbot für Motorräder mit einem Standgeräusch über 95 Dezibel. Die NEOS sind für dieses Verbot nicht zu haben. Sie wollen eine Kontingentierung.
von Sabine Schretter

Im März 2019 verabschiedete der Tiroler Landtag eine Entschließung für eine Bestandserhebung. Deren Ergebnis ist bis heute ausständig, ein Fahrverbot wurde von Verkehrslandesrätin LH-Stv. Ingrid Felipe trotzdem erlassen. „Ich musste eine schriftliche Anfrage nach dem Stand der Bedarfserhebung einbringen. Als Antwort kam zurück, dass diese bis Mitte Juli fertig sei. Die Auskunft des Büros Felipe lautete weiter, dass das Land Tirol nicht an eine Kontingentierung denke“, so Andreas Leitgeb. Genau so eine  – unter Einbeziehung aller Betroffenen – fordern die NEOS ein. Die Kontingentierung soll für ganz Tirol und nicht nur für ausgewählte Strecken, wie das Hahntennjoch, das Tannheimer Tal und das Lechtal gelten. Schließlich soll kein Ausweichverkehr erzeugt werden, den eine gebietsweise Regelung aber bedingen würde. Der Lärm ist nicht allein das Problem, auch die Anzahl der Motorräder macht den Anrainern das Leben schwer. „Es muss ein Weg gefunden werden, den Lärm auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, daher unser Wunsch nach einer Reglementierung“, führt NEOS LA Leitgeb weiter aus. Das Fahrverbot auf ausgewählten Strecken wurde nicht zu Ende gedacht, es wurden zu wenig Beteiligte in diese Entscheidung miteinbezogen. Vom Büro Felipe hieß es, man werde jetzt auf die Evaluierung des Fahrverbots warten.
Georg Sedlmayr ist begeisterter Biker und Vorstandsmitglied der IG Moto. Die IG Moto wurde vor zwei Jahren gegründet, als es erste Ansätze für Fahrverbote für Motorräder gab. Für die Anliegen der Anrainer zeigt er volles Verständnis, betont aber, dass es der Verkehrslärm und nicht explizit der Motorradlärm sei, der reduziert gehört. „Jeder Motorradler, der zu laut ist, sollte per Exekutive rausgezogen und bestraft werden. Es muss schwerpunktmäßig, unangekündigt und immer wieder kontrolliert werden“, so Sedlmayrs Forderung. An der Verordnung des Fahrverbots übt er massive Kritik. „Das widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz. Es werden nicht nur Autos und Motorräder ungleich betrachtet, sondern auch Motorräder untereinander.“ Motorradfahren ist ein sehr beliebter Freizeitsport. „Wenn einer aus der Gruppe nicht fahren darf, fährt die ganze Gruppe nicht“, weiß Georg Sedlmayr. Das wiederum bedeutet eine Schädigung der Wirtschaft und tut dem Tourismus nicht gut. „Die Dosis macht’s aus. Eine Lärmreduktion ist sinnvoll und ist mit vernünftigem Fahren und flächendeckenden Erhebungen über einen längeren Zeitraum erreichbar“, führt Sedlmayr weiter aus. Mit einer von den NEOS geforderten Kontingentierung könnte er durchaus leben. „Das wäre ein sinnvoller Ansatz. Das seit 10. Juni bestehende Fahrverbot ist es nicht.“ Kontingentierung bedeutet, dass Motorradfahrer kostenfrei online ein Ticket für ihre Strecke lösen. Wer ohne Ticket unterwegs ist, wird bestraft. Erst einmal ist „abwarten“ angesagt – bis die Evaluierung des Fahrverbots vorliegt.
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