„Sir“ Willi Sorg
Kaufmann, Sportler, Wirtschafts- und Sportfunktionär … er hat in Reutte viel bewegt
21. Juli 2025 | von
Bruno Dengg
Der begeisterte Tennisspieler Willi Sorg.RS-Foto: Dengg
Uns verbindet der Tennissport und so hatte ich die Gelegenheit, in einem persönlichen Gespräch viel über Willi und seine außergewöhnliche und „spannende“ Lebensgeschichte zu erfahren.
EIN BEWEGENDES UND BEWEGTES LEBEN. Willi Sorg wurde im April 1926 in Innsbruck geboren, besuchte dort die Volksschule und die Unterstufe des Gymnasiums. Danach begann er eine Lehre zum Drogisten, die er im Sommer 1943 abschloss. Zu dieser Zeit herrschte Krieg in Europa. Anfang 1944 musste Willi zu den „Nebelwerfern“ (Vorläufer der heutigen ABC-Truppe) zum Wehrdienst des Deutschen Reiches nach Celle einrücken. Sein Einsatz führte ihn zuerst nach Jugoslawien, dann nach Polen. Am Rückzug – Willi erinnert sich noch genau daran – entkam er glücklicherweise dem „Kessel“ von Breslau und überlebte den Angriff auf Dresden. Sein weiterer Weg führte ihn nach Celle, wo er in britische Gefangenschaft geriet. Nach Kriegsende kam er am 13.01.1946 – wie so viele andere Kriegsgefangene auch – mit dem Zug nach Innsbruck. Willi erlebte eine Jugendzeit, die sich wohl keiner von uns in den schlimmsten Träumen vorzustellen vermag.
NEUE ZUKUNFT IM ABGELEGENEN AUSSERFERN. Im Jahre 1952 leitete Willi seine große berufliche Wende ein. Er hielt nach neuen Perspektiven Ausschau. Per Zufall hörte er, dass in Reutte ein Geschäftsführerposten vakant war. Kurz entschlossen nahm er die neue Herausforderung bei der Drogerie Schretter an, obwohl er das Außerfern und Reutte nur von der Landkarte her kannte. Mit viel Engagement und neuen Ideen trieb er die Modernisierung der Drogerie voran und verdoppelte bereits nach drei Jahren deren Umsatz. Seine Idee von einem eigenen Geschäft in dieser Branche verfolgte Willi Sorg weiter und eröffnete 1955 als selbstständiger Kaufmann auf dem heuten Sax-Areal ein eigenes Geschäft, in dem er hauptsächlich Farben und übliche Haushaltsartikel verkaufte. Schon bald baute er sein zweites Standbein, die „Parfumerie Heidi“ auf, die zur damaligen Zeit die einzige Feinparfumerie des Außerfern war und von seinen beiden Töchtern bis zum Jahre 2006 als Familienbetrieb geführt wurde. Fünf Jahre lang war Sorg Mitglied des Bundesgremiums der Drogisten. Er ist Mitgründer der Reuttener Kaufmannschaft und war fünf Jahre für das Marktfest sowie für die Weihnachtsbeleuchtung verantwortlich.
EIN SPORTLER AUS PASSION. Sport war und ist für Willi Sorg von großer Bedeutung. Er war ein guter Handballer und spielte vier Jahre lang in der Stadtauswahl Innsbruck und drei Jahre in der Tiroler Auswahl. Als Mitglied der ersten Stunde im ASVÖ, dem größten neutralen Sportverband Österreichs, war er prädestiniert, den SVR auf dessen Weg in den ASVÖ zu „begleiten“. Das ist auch der Grund, warum es heute noch enge Bande zwischen dem SVR und dem ASVÖ gibt. Als Sportsmann übte Willi nicht nur erfolgreich verschiedenste Sportarten aus, sondern war mit seiner Weitsicht, seiner kollegialen Art und Weise und seinem Engagement als Vereinsfunktionär sehr gefragt und geschätzt. Seine Karriere reicht vom Obmann der Sportkegler, dem Tiroler Vizemeistertitel im 100 m Brustschwimmen bis hin zum einzigen noch lebenden Gründungsmitglied des Tennisclubs, dessen treibende Kraft er war. Zudem hatte er die Funktion des TTV-Bezirksvertreters er 21 Jahre inne. In den 60er, 70er und 80er Jahren wirkte er als „Geburtshelfer“ der 16 Tennisvereine des Bezirks, denn der weiße Sport boomte.
FASZINATION TENNIS. Dieser Sport begeisterte Willi Sorg schon seit frühester Kindheit. Ohne Trainer, jedoch mit viel Motivation erlernte und perfektionierte er als Autodidakt das Spiel mit der gelben Filzkugel. „Entwicklungshilfe“ kam durch den TC Ehrwald, der „Tennislehrer“ nach Reutte entsandte. Der Fortschritt war nachhaltig, die Herren des SVR spielten Meisterschaft und waren auf Landesebene erfolgreich. Über ein halbes Jahrhundert war er dem Tennis treu und vermittelte die Faszination dieser Sportart an seine Töchter, seine Enkel und an seinen Urenkel David Schwenk, der deutscher Meister in den Klassen U10–U16 ist. „Tennis boomt wieder, das nötige Geld ist vorhanden, die Leute haben Zeit, diesen schönen und interessanten Sport als Hobbyspielerinnen und -spieler auszuüben. Es ist eine Sportart, die Jung und Alt begeistert, Körper, Geist, Reaktion und Konzentration fordert und „a Mordsgaudi“ ist“, resümiert Willi Sorg. So übte er mit 91 Jahren noch aktiv diese Sportart aus und nahm mit 93 das Match gegen seinen 7-jährigen Urenkel unter dem Motto „Zusammen 100 Jahre Tennis“ an.
GERN GESEHENER BERICHTERSTATTER. Willi Sorg war bis zu seinem 80. Lebensjahr, d. h. über 20 Jahre, Sportberichterstatter für die Außerferner Nachrichten (heute Rundschau) tätig. Seine fundierte Redakteurstätigkeit bezog sich in erster Linie auf die Randsportarten, zu denen Tennis damals gehörte. Willi Sorg verfasste begeistert seine Sportartikel, es war also höchste Zeit, über ihn als Person und sein besonderes Wirken in Reutte zu berichten. Lieber Willi, ich wünsche Dir weiterhin viel Gesundheit und danke Dir für Deine besonders persönlichen Einblicke in Dein Leben.
EIN BEWEGENDES UND BEWEGTES LEBEN. Willi Sorg wurde im April 1926 in Innsbruck geboren, besuchte dort die Volksschule und die Unterstufe des Gymnasiums. Danach begann er eine Lehre zum Drogisten, die er im Sommer 1943 abschloss. Zu dieser Zeit herrschte Krieg in Europa. Anfang 1944 musste Willi zu den „Nebelwerfern“ (Vorläufer der heutigen ABC-Truppe) zum Wehrdienst des Deutschen Reiches nach Celle einrücken. Sein Einsatz führte ihn zuerst nach Jugoslawien, dann nach Polen. Am Rückzug – Willi erinnert sich noch genau daran – entkam er glücklicherweise dem „Kessel“ von Breslau und überlebte den Angriff auf Dresden. Sein weiterer Weg führte ihn nach Celle, wo er in britische Gefangenschaft geriet. Nach Kriegsende kam er am 13.01.1946 – wie so viele andere Kriegsgefangene auch – mit dem Zug nach Innsbruck. Willi erlebte eine Jugendzeit, die sich wohl keiner von uns in den schlimmsten Träumen vorzustellen vermag.
NEUE ZUKUNFT IM ABGELEGENEN AUSSERFERN. Im Jahre 1952 leitete Willi seine große berufliche Wende ein. Er hielt nach neuen Perspektiven Ausschau. Per Zufall hörte er, dass in Reutte ein Geschäftsführerposten vakant war. Kurz entschlossen nahm er die neue Herausforderung bei der Drogerie Schretter an, obwohl er das Außerfern und Reutte nur von der Landkarte her kannte. Mit viel Engagement und neuen Ideen trieb er die Modernisierung der Drogerie voran und verdoppelte bereits nach drei Jahren deren Umsatz. Seine Idee von einem eigenen Geschäft in dieser Branche verfolgte Willi Sorg weiter und eröffnete 1955 als selbstständiger Kaufmann auf dem heuten Sax-Areal ein eigenes Geschäft, in dem er hauptsächlich Farben und übliche Haushaltsartikel verkaufte. Schon bald baute er sein zweites Standbein, die „Parfumerie Heidi“ auf, die zur damaligen Zeit die einzige Feinparfumerie des Außerfern war und von seinen beiden Töchtern bis zum Jahre 2006 als Familienbetrieb geführt wurde. Fünf Jahre lang war Sorg Mitglied des Bundesgremiums der Drogisten. Er ist Mitgründer der Reuttener Kaufmannschaft und war fünf Jahre für das Marktfest sowie für die Weihnachtsbeleuchtung verantwortlich.
EIN SPORTLER AUS PASSION. Sport war und ist für Willi Sorg von großer Bedeutung. Er war ein guter Handballer und spielte vier Jahre lang in der Stadtauswahl Innsbruck und drei Jahre in der Tiroler Auswahl. Als Mitglied der ersten Stunde im ASVÖ, dem größten neutralen Sportverband Österreichs, war er prädestiniert, den SVR auf dessen Weg in den ASVÖ zu „begleiten“. Das ist auch der Grund, warum es heute noch enge Bande zwischen dem SVR und dem ASVÖ gibt. Als Sportsmann übte Willi nicht nur erfolgreich verschiedenste Sportarten aus, sondern war mit seiner Weitsicht, seiner kollegialen Art und Weise und seinem Engagement als Vereinsfunktionär sehr gefragt und geschätzt. Seine Karriere reicht vom Obmann der Sportkegler, dem Tiroler Vizemeistertitel im 100 m Brustschwimmen bis hin zum einzigen noch lebenden Gründungsmitglied des Tennisclubs, dessen treibende Kraft er war. Zudem hatte er die Funktion des TTV-Bezirksvertreters er 21 Jahre inne. In den 60er, 70er und 80er Jahren wirkte er als „Geburtshelfer“ der 16 Tennisvereine des Bezirks, denn der weiße Sport boomte.
FASZINATION TENNIS. Dieser Sport begeisterte Willi Sorg schon seit frühester Kindheit. Ohne Trainer, jedoch mit viel Motivation erlernte und perfektionierte er als Autodidakt das Spiel mit der gelben Filzkugel. „Entwicklungshilfe“ kam durch den TC Ehrwald, der „Tennislehrer“ nach Reutte entsandte. Der Fortschritt war nachhaltig, die Herren des SVR spielten Meisterschaft und waren auf Landesebene erfolgreich. Über ein halbes Jahrhundert war er dem Tennis treu und vermittelte die Faszination dieser Sportart an seine Töchter, seine Enkel und an seinen Urenkel David Schwenk, der deutscher Meister in den Klassen U10–U16 ist. „Tennis boomt wieder, das nötige Geld ist vorhanden, die Leute haben Zeit, diesen schönen und interessanten Sport als Hobbyspielerinnen und -spieler auszuüben. Es ist eine Sportart, die Jung und Alt begeistert, Körper, Geist, Reaktion und Konzentration fordert und „a Mordsgaudi“ ist“, resümiert Willi Sorg. So übte er mit 91 Jahren noch aktiv diese Sportart aus und nahm mit 93 das Match gegen seinen 7-jährigen Urenkel unter dem Motto „Zusammen 100 Jahre Tennis“ an.
GERN GESEHENER BERICHTERSTATTER. Willi Sorg war bis zu seinem 80. Lebensjahr, d. h. über 20 Jahre, Sportberichterstatter für die Außerferner Nachrichten (heute Rundschau) tätig. Seine fundierte Redakteurstätigkeit bezog sich in erster Linie auf die Randsportarten, zu denen Tennis damals gehörte. Willi Sorg verfasste begeistert seine Sportartikel, es war also höchste Zeit, über ihn als Person und sein besonderes Wirken in Reutte zu berichten. Lieber Willi, ich wünsche Dir weiterhin viel Gesundheit und danke Dir für Deine besonders persönlichen Einblicke in Dein Leben.